Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Inverser Agonist

Version vom 11. Juli 2021, 11:25 Uhr von Michael Vogt (Diskussion | Beiträge)

Synonym: Inversagonist
Englisch: inverse agonist

1 Definition

Als inversen Agonisten bezeichnet man in der Pharmakologie eine Substanz, die an einen Rezeptor mit Spontanaktivität bindet und ihn in seiner Aktivität negativ beeinflusst, d.h. seine Aktivität unter das Basislevel senkt.

2 Pharmakologie

Im Gegensatz zu einem Antagonisten senkt der inverse Agonist das Aktivitätslevel des Rezeptors, während der Antagonist das Aktivitätslevel nicht beeinflusst. Er blockiert den Rezeptor nur und verhindert so, dass seine Aktivität positiv oder negativ von Agonisten oder inversen Agonisten beeinflusst wird.

Die negative Wirkung eines inversen Agonisten kann so weit gehen, dass er alle Rezeptoren in einen vollständig inaktiven Zustand überführt. Der Effekt des inversen Agonismus kann an nahezu allen Rezeptoren mit Spontanaktivität beobachtet werden.

Definitionsgemäß ist die Rezeptoraktivität eines vollen Agonisten 100%, eines neutralen Antagonisten 0% und eines inversen Agonisten <0%, d.h. negativ.

3 Beispiele

Ein Beispiel für einen Rezeptor mit Spontanaktivität ist der GABA-A-Rezeptor. Agonisten am GABA-A-Rezeptor (z.B. Benzodiazepine) haben einen sedierenden und anxiolytischen Effekt, während inverse Agonisten des GABA-A-Rezeptors anxiogen und krampfauslösend wirken.

Auch einige H1-Antihistaminika (z.B. Diphenhydramin[1]) sind inverse Angonisten.

4 Referenzen

  1. Gelbe Liste Online: Diphenhydramin

Fachgebiete: Pharmakologie

Diese Seite wurde zuletzt am 15. Juli 2021 um 12:41 Uhr bearbeitet.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

6 Wertungen (4.67 ø)

18.978 Aufrufe

Copyright ©2021 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: