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Intubationsnarkose

Version vom 22. Januar 2014, 08:15 Uhr von Dr. med. Sven Goddon (Diskussion | Beiträge)

1 Definition

Die Intubationsnarkose (ITN) ist eine technische Variante der Narkose/Allgemeinanästhesie, bei der ein Beatmungsschlauch (Endotrachealtubus) über den Kehlkopf (Glottis) des Patienten in die Luftröhre (Trachea) eingeführt wird und die Beatmung über diesen Tubus erfolgt.

2 Indikation

Eine ITN wird bei Operationen nötig, die einer begrenzten Anästhesie nicht zugänglich sind. Das sind: Operationen im Brust- oder Bauchraum (Ausnahme Kaiserschnitt) lang dauernde und belastenden Operationen an Kopf und Halsweichteilen, in Bauch- und Seitenlage, in der Herz - und Neurochirurgie und Notfalleingriffe bei aspirationsgefährdeten Patienten (Ileuseineitung). Gegenüber der Maskenbeatmung, hat die ITN den Vorteil, dass eine Aspiration wegen des gesicherten Atemweges weitestgehend vermieden werden kann. Der Nachteil ist ein geringes Verletzungsrisiko der Zähne, des Kehlkopfes und der Luftröhre Trachea. Eine Allgemeinanästhesie muss als Intubationsnarkose durchgeführt werden, wenn eine absolute Kontraindikation für eine Maskennarkose oder eine Narkose unter Verwendung einer Larynxmaske bzw. eines Larynxtubus besteht.

3 Voruntersuchung

Ausführliches Aufklärungsgespräch, körperliche Untersuchung und Anamnese, ggf. zusätzliche Untersuchungen: Labor, Röntgenaufnahme des Brustkorbs, kardiologische Untersuchung. Die Einverständniserklärung des Patienten muss schriftlich vorliegen. Dieses Vorgehen unterscheidet sich nicht von dem bei allen Anästhesien.

4 Procedere

Vor der Intubation wird in der Regel ein Kurzzeitnarkotikum intravenös und ein Opiod injiziert, bzw. als Kurzinfusion verabreicht; alternativ ist auch eine inhalative Narkoseeinleitung möglich. Ist die gewünschte Narkosetiefe erreicht, erfolgt in der Regel die intravenöse Gabe eines Muskelrelaxans. Die Intubation kann jedoch, bei entsprechender Indikation, auch ohne Muskelrelaxans, oder sogar wach erfolgen. Die Narkose kann über weitere Medikamentengaben per Infusion oder mittels Inhalationsanästhetika über den Beatmungsschlauch (Tubus) aufrechterhalten werden. Das intraoperatives Monitoring wird individuell definiert, sollte aber mindesten aus EKG, NIBP, Pulsoxymetrie, Kapnometrie und der Kontrolle der Beatmungsparameter bestehen.

5 Besonderheiten

Der Patient kann über den Endotrachealtubus auch spontan atmen oder seine Spontanatmung kann manuell assistiert werden.

6 Siehe auch

FlexyEssay: Monitoring und „lead time“ in der Intensivpflege

Diese Seite wurde zuletzt am 22. Januar 2014 um 08:15 Uhr bearbeitet.

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