Intimin

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1 Definition

Intimin ist ein Virulenzfaktor bestimmter Escherichia coli-Stämme, der bei EHEC und EPEC nachweisbar ist. Es handelt sich um ein Protein, das der Anlagerung an epitheliale Darmzellen dient, und - zusammen mit anderen Virulenzfaktoren - verantwortlich für die Entwicklung einer hämorrhagischen Escherichia-coli-Enteritis ist.

2 Hintergrund

Intimin ist ein bakterielles Adhäsin, das auf der Zelloberfläche des Erregers exprimiert wird. Es wird vom eae-Gen codiert.

Um mit Intimin an die Wirtszelle anzudocken, sezerniert das Bakterium den so genannten Tir-Rezeptor, ein Protein, das in das Zytoplasma der Wirtszelle eingeschleust wird und sich der Zellmembran anlagert. Intimin und Tir-Rezeptor gehen eine Verbindung ein, die eine starke Anheftung der Bakterien an die Darmzelle ermöglicht. Der Grund dafür ist, dass an den Kontaktstellen das Aktin des Zytoskeletts der Wirtszelle depolymerisiert wird. Diese Umstrukturierung führt zur Entstehung von Ausstülpungen der Zellmembran, die man als "pedestals" ("Podest") bezeichnet.

Intimin wird auch eine bedeutsame Rolle bei der Chemotaxis von Granulozyten und der Translokation von bakteriellen Antigenen an die glomeruläre Basalmembran zugesprochen.

Autoren: https://flexikon.doccheck.com/de/index.php?title=Intimin&action=history

Quelle: https://flexikon.doccheck.com/de/Intimin

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