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Interleukin-2

Version vom 3. März 2009, 11:31 Uhr von 80.135.67.52 (Diskussion)

Synonym: IL-2

1 Definition

Interleukin-2 ist ein der Interleukinfamilie angehörendes Zytokin. Es ist das erste Interleukin, welches als solches entdeckt und klassifiziert werden konnte. Seine Hauptwirkung besteht in der autokrinen Stimulation von T-Helferzellen, von welchen es zuvor sezerniert wurde. Durch seine Förderung der Proliferation und Differenzierung von T-Helferzellen sowie B-Zellen und Natürlichen Killerzellen wird es oftmals auch zu den Wachstumsfaktoren gezählt.

2 Herkunft

Das Interleukin-2 wird von T-Helferzellen gebildet, die ihr spezifisches Antigen auf dem MHC-II-Rezeptor eines Leukozyten (Monozyt, dendritische Zelle) erkannt und gebunden haben.

3 Stimulation

Der entscheidende Reiz zur Ausschüttung von Interleukin-2 ist die Bindung eines Antigens durch den T-Zell-Rezeptor einer T-Helferzelle.

4 Molekulare Wirkungsweise

Interleukin-2 aktiviert verschiedene Signalwege über seinen Rezeptor, bestehend aus einer Interleukin-2 spezifischen α-Untereinheit (CD25) und einer β-Untereinheit (CD122) sowie einer gemeinen, in allen Zytokinen vorkommenden γc-Kette (c für „common“). Zu den aktivierten Signalwegen zählen der JAK/STAT-Signalweg, der RAS-Signaltransduktionsweg sowie die Phosphatidylinositol-3-Kinase.

Als Ergebnis der Signaltransduktion kommt es innerhalb der IL-2-stimmulierten Zelle zu einer vermehrten Produktion von Cyclin D2 und Cyclin E. In Zusammenwirkung mit den Cyclin-abhängigen-Kinasen werden nun Proteine phosphoryliert und damit aktiviert, welche die jeweilige Zelle aus der G1-Phase in die S-Phase übergehen lassen.

Zusätzlich wird die intrazelluläre Konzentration von p27 erniedrigt, welches die Cyclin-abhängigen-Kinasen und damit ein Fortschreiten des Zellzyklus hemmt.

Weiterhin induziert Interleukin-2 die Biosynthese des Apoptoseschutzproteins BCL-1.


All diese Faktoren führen zu einer Progression der Zellteilung, des Zellwachstum, der Differenzierung sowie zu einer verbesserten Überlebensfähigkeit der Antigen-selektierten T-Zelle.

5 Biologische Wirkung

  • Regulation der Reifung regulatorischer T-Zellen (Treg) im Thymus. Diese sind wichtige regulatorische Zellen welche die Bindung körpereigener Antigene durch T-Zellen steuern und unterdrücken und somit eine Toleranz gegenüber dem Selbst schaffen, also Autoimmunität verhindern. Dies geschieht eben durch die Unterdrückung der Bildung von Interleukin-2 durch autoreaktive Zellen.

6 Verwendugn in der Therapie

Rekombiniertes Interleukin-2 findet unter dem Namen Proleukin Verwendung in der Krebstherapie (Malignes Melanom, Nierenzellkarzinom) sowie in der Behandlung chronischer Virusinfektionen.

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