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Intelligenzquotient

Version vom 14. Dezember 2011, 15:43 Uhr von Bettina Beutler (Diskussion | Beiträge)

Synony: IQ

1 Beschreibung

Der Intelligenzquotient (IQ) beschreibt eine Kenngröße, mit der die Bewertung des allgemeinen intellektuellen Leistungsvermögens eines Menschen ermöglicht werden soll. Die Bestimmung erfolgt mit einem Intelligenztest und orientiert sich an gesellschaftlichen Normen bzw. Durchschnittswerten in Bezug auf Alter, zu erwartender Intelligenz und Gesamtbevölkerung. Der einheitliche Durchschnitts-Intelligenzquotient der Bevölkerung wurde auf 100 festgelegt. Eine gewisse Standartabweichung wird bei dem Test einzelner Personen mit einbezogen und beträgt +/- 15 IQ-Punkte.

2 Anwendung

Nach der Durchführung eines Intelligenztests (der mehrere vollkommen verschiedene Logik-Aufgaben enthalten kann) wird eine Punktzahl ermittelt, die ins Verhältnis zu einer ausreichend großen, gleichaltrigen Bevölkerungsgruppe zu setzen ist. Damit kann eine Beurteilung der intellektuellen Leistungsfähigkeit des Probanden in Bezug auf vergleichbare Personen erfolgen und gegebenenfalls Schwächen identifiziert werden. Der größte Anteil der Bevölkerung hat einen Intelligenzquotienten im Bereich von 85 bis 115 IQ-Punkten. Je höher oder niedriger der Intelligenzquotient von dem genannten Spektrum abweicht, desto geringer wird die Anzahl an Personen, die einen gleichen Quotienten aufweisen können. Alternativ möglich wäre auch die Festlegung von Normalskalen, wie etwa eine Perzentile (Normalskala mit Prozentwerten). Bei der Auswertung des Intelligenzquotienten hat sich allerdings die Skala mit einem Durchschnittswert von 100 IQ-Punkten durchgesetzt.

3 Intelligenztest

Ein Intelligenztest wird zur Messung der mentalen bzw. intellektuellen Leistungsfähigkeit im Rahmen der psychologischen Diagnostik eingesetzt und ermittelt in der Regel den Intelligenzquotienten. Aufgrund der zahlreichen Arten von menschlicher Intelligenz existiert eine große Vielzahl von verschiedenen Intelligenztests, die hier kurz genannt werden sollen:

4 Gemessene Faktoren

  • Allgemeines Verständnis
  • Sprachverständnis
  • Wortschatztest
  • Allgemeinwissen (sehr alters- und bildungsabhängig)
  • Vermögen, Bilder logisch zu ergänzen
  • rechnerisches Denken
  • Zahlen nachsprechen
  • Buchstaben-Zahlen-Folgen
  • Messung der Verarbeitungsgeschwindigkeit

5 Die Skala des Intelligenzquotienten

  • IQ <70 : Schwachsinn
  • IQ 71 – 79 : sehr niedrig
  • IQ 80 – 89 : niedrig
  • IQ 90 – 109 : Durchschnitt
  • IQ 110 – 119 : hoch
  • IQ 120 – 129 : sehr hoch
  • IQ >130 : hochbegabt
  • IQ >140 : extrem hochbegabt („Genie“)

6 Kritik

Ein Intelligenztest mag einerseits ein hilfreiches Diagnosemittel für die Erkennung und Eingrenzung gewisser Schwächen – gerade im Hinblick auf die schulische Laufbahn – sein. Andererseits besteht auch immer die Gefahr einer Diffamierung des Probanden bei entsprechend niedrigem Wert. Im Gegensatz zu diagnostischen Methoden aus anderen Bereichen der Medizin (Labor, Röntgen, etc.), die nicht einer Tagesform unterliegen, besteht beim IQ-Test stets eine große Abhängigkeit von äußeren Einflüssen und Tagesform. Nervosität, Schlafmangel oder Lärm von außen können das Ergebnis stark verfälschen. Ebenso stellt eine gesellschaftliche Diskussion den Nutzen/Schaden von IQ-Tests in Frage. So schneiden Menschen (insbesondere Kinder) aus reicheren Schichten regelmäßig besser ab, als solche aus ärmeren Teilen der Bevölkerung. Es bleibt zu überlegen, ob man mit solchen Methoden nicht eine weitere Kluft zwischen Arm und Reich erzeugt. Schlussendlich deckt der Intelligenzquotient auch nicht jede Form der Intelligenz ab. So kann eine Person über ein außerordentlich hohes Allgemeinwissen verfügen, sich aber mit logischen Denkaufgaben wie dernFortsetzung einer Zahlenreihe immens schwertun. In diesem Fall könnte man – auch bei entsprechend niedrigerem IQ – sicherlich nicht von einem minder intelligenten Menschen sprechen.

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