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Integrase-Inhibitor: Unterschied zwischen den Versionen

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Die Integrase ist ein [[Protein]] des HI-Virus, das den Transport der durch [[reverse Transkription]] entstandenen proviralen DNA in den [[Zellkern]], die Spaltung der Wirts-DNA sowie den Einbau der proviralen DNA ([[Strangtransfer]]) in das [[Genom]] des Wirtes [[Katalyse|katalysiert]]. Letzterer wird durch die Integrase-Inhibitoren verhindert, somit lautet die korrektere Bezeichnung "Integrase-Strangtransfer-Inhibitoren". Sie bewirken über eine Bindung an [[Metall]]ionen des [[aktives Zentrum]]s eine [[kompetitive Hemmung]] der [[Enzymaktivität]]. Die [[HI-Virus#DNA-Integration|DNA-Integration]] wird verhindert und somit kann nachfolgend auch keine [[Replikation]] des Virus stattfinden.
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Den Integrase-Inhibitoren wird ein breites [[Wirkspektrum]] zugeschrieben, das neben [[HIV-1]] auch eine ([[in vitro|in-vitro]]-)Wirksamkeit gegen [[HIV-2]] einschließt.
  
 
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Version vom 25. Juni 2021, 15:03 Uhr

Synonym: HIV-Integrase-Inhibitor, Integrase-Hemmer, Integrase-Strangtransfer-Inhibitor
Abkürzungen: INI, INSTI
Englisch: integrase inhibitor, strand-transfer integrase inhibitor

1 Definition

Integrase-Inhibitoren, kurz INI oder INSTI, sind in der Therapie des HI-Virus eingesetzte Medikamente. Sie bewirken eine Hemmung der viralen Integrase, sodass die Virus-DNA nicht mehr in die Wirts-DNA eingebaut werden kann.

2 Hintergrund

Die Integrase-Inhibitoren spielen seit Beginn der 2000er Jahre eine Rolle in der HIV-Therapie, als erster Vertreter dieser Wirkstoffgruppe wurde Raltegravir zugelassen. Sie werden im Rahmen der hochaktiven antiretroviralen Therapie (HAART) in Kombination mit nukleosidischen Reverse-Transkriptase-Inhibitoren(NRTI) oder nicht-nukleosidischen Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (NNRTI) eingesetzt.

Da es sich bei den Integrase-Inhibitoren um neuere Medikamente handelt, besteht ein vergleichsweise geringeres Risiko für Resistenzen.

3 Wirkmechanismus

Die Integrase ist ein Protein des HI-Virus, das den Transport der durch reverse Transkription entstandenen proviralen DNA in den Zellkern, die Spaltung der Wirts-DNA sowie den Einbau der proviralen DNA (Strangtransfer) in das Genom des Wirtes katalysiert. Letzterer wird durch die Integrase-Inhibitoren verhindert, somit lautet die korrektere Bezeichnung "Integrase-Strangtransfer-Inhibitoren". Sie bewirken über eine Bindung an Metallionen des aktives Zentrums eine kompetitive Hemmung der Enzymaktivität. Die DNA-Integration wird verhindert und somit kann nachfolgend auch keine Replikation des Virus stattfinden.

Den Integrase-Inhibitoren wird ein breites Wirkspektrum zugeschrieben, das neben HIV-1 auch eine (in-vitro-)Wirksamkeit gegen HIV-2 einschließt.

4 Resistenzen

Für Integrase-Inhibitoren sind, ebenso wie für die anderen antiretroviralen Wirkstoffgruppen auch, Resistenzen durch die Selektion von Virusvarianten möglich. Insbesondere Raltegravir scheint innerhalb der Gruppe eine vergleichsweise niedrige genetische Barriere für eine Resistenzentwicklung zu haben: Demzufolge reichen wenige Mutationen des HI-Virus aus, um die pharmakologische Wirksamkeit zu verringern. Dolutegravir und Bictegravir weisen hingegen eine höhere genetische Barriere auf und zeigen zum Teil auch eine Wirksamkeit bei nachgewiesener, begrenzter Resistenz gegen andere Integrase-Inhibitoren. Zwischen Raltegravir und Elvitegravir kommen jedoch Kreuzresistenzen vor.

5 Nebenwirkungen

Häufige gemeinsame Nebenwirkungen der Integrase-Inhibitoren sind gastrointestinale Beschwerden (Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö) sowie Kopfschmerzen, Müdigkeit und Schlafstörungen. Zudem ist bekannt, dass insbesondere Dolutegravir und Bictegravir verstärkenden Einfluss auf eine Gewichtszunahme haben.

6 Beispiele

7 Literatur

Fachgebiete: Infektiologie

Diese Seite wurde zuletzt am 6. Juli 2021 um 11:54 Uhr bearbeitet.

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