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Indirekter Coombstest: Unterschied zwischen den Versionen

 
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Der '''indirekte Coombstest''', kurz '''ICT''', ist eine [[Immunhämatologie|immunhämatologische]] Untersuchung zum Nachweis von [[Antikörper]]n gegen [[Erythrozyt]]en.  
 
Der '''indirekte Coombstest''', kurz '''ICT''', ist eine [[Immunhämatologie|immunhämatologische]] Untersuchung zum Nachweis von [[Antikörper]]n gegen [[Erythrozyt]]en.  
  
 
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Der [[Coombstest]] wird bei Verdacht auf eine Antikörper-bedingte [[Hämolyse]] angewendet. Im Gegensatz zum [[Direkter Coombstest|direkten Coombstest]] werden keine auf Erythrozyten haftende Antikörper gemessen, sondern nicht-gebundene, im [[Serum]] zirkulierende, antierythrozytäre [[IgG]]-Antikörper nachgewiesen.  
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Der indirekte [[Coombstest]] wird zur Transfusionsvorbereitung und bei Verdacht auf eine Antikörper-bedingte [[Hämolyse]] angewendet. Im Gegensatz zum [[Direkter Coombstest|direkten Coombstest]] werden keine auf Erythrozyten haftenden Antikörper gemessen, sondern frei im [[Blutplasma]] zirkulierende, antierythrozytäre [[Immunglobulin G|IgG-Antikörper]] nachgewiesen.
  
 
==Durchführung==
 
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Der indirekte Coombstest erfolgt in zwei Schritten: Zuerst inkubiert man das zu untersuchende Serum mit definierten [[Testerythrozyt]]en. Falls in dem zu untersuchenden Serum Antikörper enthalten sind, kommt es zur Bindung an die Testerythrozyten. Im zweiten Schritt wird das [[Coombsserum]] (Antihumanglobulin) hinzugegeben. Bei einem positiven Befund kommt es zur [[Agglutination]].  
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Der indirekte Coombstest kann sowohl mit Plasma als auch mit [[Blutserum|Serum]] durchgeführt werden, heute wir meist Plasma benutzt.
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Der indirekte Coombstest erfolgt in zwei Schritten, darauf beruht auch die Namensgebung "indirekt". Zuerst inkubiert man das zu untersuchende Plasma bei 37° C mit definierten [[Testerythrozyt]]en. Falls darin Antikörper enthalten sind, kommt es zur Bindung an die Testerythrozyten. Im zweiten Schritt wird das [[Coombsserum]] (Antihumanglobulin) hinzugegeben. Bei einem positiven Befund kommt es zur [[Agglutination]].
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Der Test kann im Röhrchen oder als [[Mikrosäulen-Agglutination]] durchgeführt werden. Beim Test im Röhrchen wird bei negativen Reaktionen die Coombs-Kontrolle hinzugegeben. Hierbei handelt es sich um mit Antikörpern beladene Testerythrozyten. Die Coombs-Kontrolle muss positiv ausfallen, sonst ist das Testergebnis ungültig. Bei der Mikrosäulen-Agglutination ist das Coombsserum in den Reagenzkarten vorgelegt.
  
 
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Der Test ist entscheidend für den Nachweis [[inkompletter Antikörper]], also IgG-[[Immunglobulin]]e, die den Abstand von zwei Erythrozyten nicht überbrücken können. Je nach Einsatzform kann es sich um einen [[Antikörpersuchtest]], eine [[serologische Verträglichkeitsprobe]] oder um weiterführende Untersuchungen zur Feststellung der [[Antikörperspezifität]] handeln. Die Bezeichnung hängt von der Fragestellung ab, nicht von der Testmethode. Deshalb kann man im [[Labor]] normalerweise keinen "indirekten Coombstest" anfordern. Der untersuchte Parameter ist "Antikörper gegen Erythrozytenantigene im Patientenserum".  
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Der Test ist entscheidend für den Nachweis so genannter [[inkompletter Antikörper]], d.h. [[Immunglobulin]]e vom Typ IgG, die den Abstand zwischen zwei Erythrozyten nicht überbrücken können und ohne Coombsserum keine Agglutination hervorrufen. Je nach Einsatzform kann es sich um einen [[Antikörpersuchtest]], eine [[serologische Verträglichkeitsprobe]] oder um weiterführende Untersuchungen zur Feststellung der [[Antikörperspezifität]] handeln. Die Bezeichnung hängt von der Fragestellung ab, nicht von der Testmethode. Deshalb kann man im [[Labor]] normalerweise keinen "indirekten Coombstest" anfordern. Der untersuchte Parameter ist "Antikörper gegen Erythrozytenantigene im Patientenplasma".  
  
Die wichtigsten [[Indikation]] zur Durchführung eines indirekten Coombstests sind:
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Die wichtigsten [[Indikation]]en zur Durchführung eines indirekten Coombstests sind:
* Antikörpersuchtest im Rahmen der Blutgruppenbestimmung
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* Antikörpersuchtest im Rahmen der  
* [[Mutterschaftsvorsorge]]: 4. bis 8. und 24. bis 27. [[Schwangerschaftswoche]]  
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** [[Blutgruppenbestimmung]]
* Verdacht auf [[Rhesusinkompatibilität]]
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** [[Schwangerschaftsvorsorge]] (4. bis 8. und 24. bis 27. [[Schwangerschaftswoche]])
* Vorbereitung von [[Bluttransfusion]]en bei Patienten, die schon häufig eine Bluttransfusion erhalten haben
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** Vorbereitung von [[Erythrozytentransfusion]]en (Wiederholung alle 3 Tage)
* Verdacht auf bereits immunisierte ([[Sensibilisierung|sensibilisierte]]) Personen, z.B. durch eine Schwangerschaft oder eine vorherige Bluttransfusion
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* [[Kreuzprobe]] vor allen Erythrozytentransfusionen
* vor einer Bluttransfusion bei [[onkologisch]]en Patienten
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* Verdacht auf [[autoimmunhämolytische Anämie]]
 
* Verdacht auf [[autoimmunhämolytische Anämie]]
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* Verdacht auf [[irreguläre erythrozytäre Antikörper]], vor allem [[Rhesus-Inkompatibilität]]
 
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[[Tag:Hämagglutination]]
 
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Aktuelle Version vom 26. August 2019, 07:03 Uhr

Synonym: indirekter Antiglobulintest, IAT

1 Definition

Der indirekte Coombstest, kurz ICT, ist eine immunhämatologische Untersuchung zum Nachweis von Antikörpern gegen Erythrozyten.

2 Hintergrund

Der indirekte Coombstest wird zur Transfusionsvorbereitung und bei Verdacht auf eine Antikörper-bedingte Hämolyse angewendet. Im Gegensatz zum direkten Coombstest werden keine auf Erythrozyten haftenden Antikörper gemessen, sondern frei im Blutplasma zirkulierende, antierythrozytäre IgG-Antikörper nachgewiesen.

3 Durchführung

Der indirekte Coombstest kann sowohl mit Plasma als auch mit Serum durchgeführt werden, heute wir meist Plasma benutzt.

Der indirekte Coombstest erfolgt in zwei Schritten, darauf beruht auch die Namensgebung "indirekt". Zuerst inkubiert man das zu untersuchende Plasma bei 37° C mit definierten Testerythrozyten. Falls darin Antikörper enthalten sind, kommt es zur Bindung an die Testerythrozyten. Im zweiten Schritt wird das Coombsserum (Antihumanglobulin) hinzugegeben. Bei einem positiven Befund kommt es zur Agglutination.

Der Test kann im Röhrchen oder als Mikrosäulen-Agglutination durchgeführt werden. Beim Test im Röhrchen wird bei negativen Reaktionen die Coombs-Kontrolle hinzugegeben. Hierbei handelt es sich um mit Antikörpern beladene Testerythrozyten. Die Coombs-Kontrolle muss positiv ausfallen, sonst ist das Testergebnis ungültig. Bei der Mikrosäulen-Agglutination ist das Coombsserum in den Reagenzkarten vorgelegt.

4 Indikationen

Der Test ist entscheidend für den Nachweis so genannter inkompletter Antikörper, d.h. Immunglobuline vom Typ IgG, die den Abstand zwischen zwei Erythrozyten nicht überbrücken können und ohne Coombsserum keine Agglutination hervorrufen. Je nach Einsatzform kann es sich um einen Antikörpersuchtest, eine serologische Verträglichkeitsprobe oder um weiterführende Untersuchungen zur Feststellung der Antikörperspezifität handeln. Die Bezeichnung hängt von der Fragestellung ab, nicht von der Testmethode. Deshalb kann man im Labor normalerweise keinen "indirekten Coombstest" anfordern. Der untersuchte Parameter ist "Antikörper gegen Erythrozytenantigene im Patientenplasma".

Die wichtigsten Indikationen zur Durchführung eines indirekten Coombstests sind:

Diese Seite wurde zuletzt am 14. August 2019 um 14:12 Uhr bearbeitet.

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