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Ileumobstipation (Pferd): Unterschied zwischen den Versionen

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Die Ursachen einer Ileumobstipation sind vielfältig und regional unterschiedlich. In den meisten Fällen rufen minderwertiges bzw. ungeeignetes Heu, ein falsches Fütterungsmanagement sowie eine hohe [[Endoparasit]]enbelastung eine Obstipation des Ileums hervor.<ref>Little D et al. [https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12358048 Factors associated with development of ileal impaction in horses with surgical colic: 78 cases (1986-2000).] Equine Vet J. 2002 Jul;34(5):464-8., abgerufen am 25.03.2020</ref>
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Die Ursachen einer Ileumobstipation sind vielfältig und regional unterschiedlich. In den meisten Fällen rufen minderwertiges bzw. ungeeignetes Heu, ein falsches Fütterungsmanagement sowie eine hohe [[Endoparasit]]enbelastung eine Obstipation des Ileums hervor.<ref>Little D et al. [https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12358048 Factors associated with development of ileal impaction in horses with surgical colic: 78 cases (1986-2000)], Equine Vet J. 2002 Jul;34(5):464-8, abgerufen am 25.03.2020</ref>
  
 
==Pathogenese==
 
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Durch das Verfüttern von minderwertigem (falsche Schnittlänge, später Schnitt) und strohhaltigem (zu hoher Rohfasergehalt) Heu kommt es zu einer ungenügenden [[Verdauung]] des Futters. Aufgrund der [[physiologisch]]en Engstelle im ileocaecalen Grenzbereich sammeln sich die großen Futterpartikel an, sodass es zu einer Obstipation kommt. Leiden die Tiere zusätzlich an [[Zahn (Veterinärmedizin)|Zahnproblemen]] (ungenügendes [[Kauen]]), wird eine Obstipation begünstigt.
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Durch das Verfüttern von minderwertigem (falsche Schnittlänge, später Schnitt) und strohhaltigem (zu hoher Rohfasergehalt) Heu kommt es zu einer ungenügenden [[Verdauung]] des Futters. Aufgrund der [[physiologisch]]en Engstelle im ileocaecalen Grenzbereich sammeln sich die großen Futterpartikel an, sodass eine Obstipation die Folge ist. Leiden die Tiere zusätzlich an [[Zahn (Veterinärmedizin)|Zahnproblemen]] (ungenügendes [[Kauen]]), wird eine Obstipation begünstigt.
  
Eine hohe Wurmbürde, insbesondere eine Besiedlung mit [[Bandwurm|Bandwürmern]] (z.B. [[Anoplocephala perfoliata]]), kann ebenso eine Obstruktion des Ileums verursachen.<ref>Proudman CJ et al. [https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9622319 Tapeworm infection is a significant risk factor for spasmodic colic and ileal impaction colic in the horse.] Equine Vet J. 1998 May;30(3):194-9., abgerufen am 25.03.2020</ref> Durch die massenhafte Vermehrung wird der Übergang vom Ileum zum [[Caecum (Pferd)|Caecum]] durch adulte Würmer verstopft.
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Eine hohe Wurmbürde, insbesondere eine Besiedlung mit [[Bandwurm|Bandwürmern]] (z.B. [[Anoplocephala perfoliata]]), kann ebenso eine Obstruktion des Ileums verursachen.<ref>Proudman CJ et al. [https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9622319 Tapeworm infection is a significant risk factor for spasmodic colic and ileal impaction colic in the horse], Equine Vet J. 1998 May;30(3):194-9, abgerufen am 25.03.2020</ref> Durch die massenhafte Vermehrung wird der Übergang vom Ileum zum [[Caecum (Pferd)|Caecum]] durch adulte Würmer verstopft.
  
 
==Klinik==
 
==Klinik==
Die [[klinisch]]en Anzeichen einer Ileumobstipation hängten von der Art und Dauer der [[Erkrankung]] ab und können sowohl mild als auch stark ausgebildet sein. In der frühen Phase der Obstruktion zeigen betroffene Pferde vor allem intermittierende [[Kolik (Pferd)|Koliksymptome]]. Später kommt es aufgrund der vollständigen Obstruktion zu einer Erweiterung des Lumens, [[Spastik|spastischen]] Kontraktionen und [[Gas]]akkumulation, sodass die Tiere [[akut]] koliken (starkes [[Schwitzen]], Niederwerfen, Treten gegen den eigenen Bauch u.ä.).
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Die [[klinisch]]en Anzeichen einer Ileumobstipation hängten von der Art und Dauer der [[Erkrankung]] ab und können sowohl mild als auch stark ausgebildet sein. In der frühen Phase der Obstruktion zeigen betroffene Pferde vor allem [[intermittierend]]e [[Kolik (Pferd)|Koliksymptome]]. Später kommt es aufgrund der vollständigen Obstruktion zu einer Erweiterung des Lumens, [[Spastik|spastischen]] Kontraktionen und [[Gas]]akkumulation, sodass die Tiere [[akut]]e [[Symptom]]e zeigen, z.B. starkes [[Schwitzen]], Niederwerfen, Treten gegen den eigenen Bauch.  
  
 
Je nachdem wie lange die Obstruktion schon besteht, kommt es nach dem Setzen einer [[Nasenschlundsonde (Pferd)|Nasenschlundsonde]] zum spontanen Abfließen von [[Reflux]].
 
Je nachdem wie lange die Obstruktion schon besteht, kommt es nach dem Setzen einer [[Nasenschlundsonde (Pferd)|Nasenschlundsonde]] zum spontanen Abfließen von [[Reflux]].
  
 
==Diagnose==
 
==Diagnose==
[[Anamnese]] und [[Allgemeiner Untersuchungsgang (Pferd)|klinische Untersuchung]] geben erste Hinweise für eine [[Verdachtsdiagnose]].
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[[Anamnese]] und [[Allgemeiner Untersuchungsgang (Pferd)|klinische Untersuchung]] geben erste Hinweise für die [[Verdachtsdiagnose]] einer Ileumobstipation.
  
Bei der [[Rektale Untersuchung (Pferd)|rektalen Untersuchung]] lassen sich erweiterte [[Dünndarm (Pferd)|Dünndarmschlingen]] (flüssigkeits- und/oder gasgefüllt) [[Palpation|palpieren]]. Bei der [[transabdominal]]en [[Ultraschall]]untersuchung können multiple, dilatierte, dünnwandige und amotile Darmschlingen dargestellt werden.<ref name="Fleming">Kelly Fleming et al. [https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3119239/ Ileal impaction in 245 horses: 1995–2007] Can Vet J. 2011 Jul; 52(7): 759–763., abgerufen am 25.03.2020</ref>
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Bei der [[Rektale Untersuchung (Pferd)|rektalen Untersuchung]] lassen sich erweiterte [[Dünndarm (Pferd)|Dünndarmschlingen]] (flüssigkeits- und/oder gasgefüllt) [[Palpation|palpieren]]. Bei der [[transabdominal]]en [[Ultraschall]]untersuchung können multiple, dilatierte, dünnwandige und [[Motilität|amotile]] Darmschlingen dargestellt werden.<ref name="Fleming">Kelly Fleming et al. [https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3119239/ Ileal impaction in 245 horses: 1995–2007], Can Vet J. 2011 Jul; 52(7): 759–763, abgerufen am 25.03.2020</ref>
  
 
Die definitive [[Diagnose]] lässt sich jedocher erst [[intraoperativ]] stellen.
 
Die definitive [[Diagnose]] lässt sich jedocher erst [[intraoperativ]] stellen.
  
 
==Therapie==
 
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Die [[Therapie]] ([[konservativ]] vs. [[chirurgisch]]) hängt von der Schwere der [[Symptom]]e, dem Ansprechen auf [[Analgetikum|Analgetika]] und dem Auftreten sowie der Menge des gastrointestinalen Reflux ab.
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Die [[Therapie]] ([[konservativ]] vs. [[chirurgisch]]) hängt von der Schwere der Symptome, dem Ansprechen auf [[Analgetikum|Analgetika]] und dem Auftreten sowie der Menge des gastrointestinalen Reflux ab.
  
 
Pferde, die hochgradig [[schmerz]]haft sind, kaum bis gar nicht auf Analgetika ansprechen und spontanen Reflux aufweisen (über 2 Liter auf einmal oder mehr als 20 Liter innerhalb von 24 Stunden), sind chirurgisch ([[Laparotomie (Pferd)|Laparotomie]] inkl. [[Enterotomie (Pferd)|Enterotomie]]) zu versorgen. Mildere Krankheitsverläufe lassen sich in den meisten Fällen konservativ behandeln: aggressive [[Infusion]]stherapie, adäquates Schmerzmanagement (z.B. [[Flunixin-Meglumine]]) und [[Parasympatholytikum|Parasympatholytika]] (z.B. [[Butylscopolamin]]).<ref name="Fleming"></ref>
 
Pferde, die hochgradig [[schmerz]]haft sind, kaum bis gar nicht auf Analgetika ansprechen und spontanen Reflux aufweisen (über 2 Liter auf einmal oder mehr als 20 Liter innerhalb von 24 Stunden), sind chirurgisch ([[Laparotomie (Pferd)|Laparotomie]] inkl. [[Enterotomie (Pferd)|Enterotomie]]) zu versorgen. Mildere Krankheitsverläufe lassen sich in den meisten Fällen konservativ behandeln: aggressive [[Infusion]]stherapie, adäquates Schmerzmanagement (z.B. [[Flunixin-Meglumine]]) und [[Parasympatholytikum|Parasympatholytika]] (z.B. [[Butylscopolamin]]).<ref name="Fleming"></ref>

Version vom 23. April 2020, 12:51 Uhr

Synonyme: Ileum-Obstipation, Ileumverstopfung
Englisch: ileal impaction

1 Defintion

Unter einer Ileumobstipation versteht man eine Obstipation (Verstopfung) im Bereich des Ileums bzw. am ileocaecalen Übergang beim Pferd.

2 Vorkommen

Ileumobstipationen treten grundsätzlich bei Pferden aller Altersklassen auf, wobei adulte Pferde häufiger betroffen sind als junge Tiere.

3 Ätiologie

Die Ursachen einer Ileumobstipation sind vielfältig und regional unterschiedlich. In den meisten Fällen rufen minderwertiges bzw. ungeeignetes Heu, ein falsches Fütterungsmanagement sowie eine hohe Endoparasitenbelastung eine Obstipation des Ileums hervor.[1]

4 Pathogenese

Durch das Verfüttern von minderwertigem (falsche Schnittlänge, später Schnitt) und strohhaltigem (zu hoher Rohfasergehalt) Heu kommt es zu einer ungenügenden Verdauung des Futters. Aufgrund der physiologischen Engstelle im ileocaecalen Grenzbereich sammeln sich die großen Futterpartikel an, sodass eine Obstipation die Folge ist. Leiden die Tiere zusätzlich an Zahnproblemen (ungenügendes Kauen), wird eine Obstipation begünstigt.

Eine hohe Wurmbürde, insbesondere eine Besiedlung mit Bandwürmern (z.B. Anoplocephala perfoliata), kann ebenso eine Obstruktion des Ileums verursachen.[2] Durch die massenhafte Vermehrung wird der Übergang vom Ileum zum Caecum durch adulte Würmer verstopft.

5 Klinik

Die klinischen Anzeichen einer Ileumobstipation hängten von der Art und Dauer der Erkrankung ab und können sowohl mild als auch stark ausgebildet sein. In der frühen Phase der Obstruktion zeigen betroffene Pferde vor allem intermittierende Koliksymptome. Später kommt es aufgrund der vollständigen Obstruktion zu einer Erweiterung des Lumens, spastischen Kontraktionen und Gasakkumulation, sodass die Tiere akute Symptome zeigen, z.B. starkes Schwitzen, Niederwerfen, Treten gegen den eigenen Bauch.

Je nachdem wie lange die Obstruktion schon besteht, kommt es nach dem Setzen einer Nasenschlundsonde zum spontanen Abfließen von Reflux.

6 Diagnose

Anamnese und klinische Untersuchung geben erste Hinweise für die Verdachtsdiagnose einer Ileumobstipation.

Bei der rektalen Untersuchung lassen sich erweiterte Dünndarmschlingen (flüssigkeits- und/oder gasgefüllt) palpieren. Bei der transabdominalen Ultraschalluntersuchung können multiple, dilatierte, dünnwandige und amotile Darmschlingen dargestellt werden.[3]

Die definitive Diagnose lässt sich jedocher erst intraoperativ stellen.

7 Therapie

Die Therapie (konservativ vs. chirurgisch) hängt von der Schwere der Symptome, dem Ansprechen auf Analgetika und dem Auftreten sowie der Menge des gastrointestinalen Reflux ab.

Pferde, die hochgradig schmerzhaft sind, kaum bis gar nicht auf Analgetika ansprechen und spontanen Reflux aufweisen (über 2 Liter auf einmal oder mehr als 20 Liter innerhalb von 24 Stunden), sind chirurgisch (Laparotomie inkl. Enterotomie) zu versorgen. Mildere Krankheitsverläufe lassen sich in den meisten Fällen konservativ behandeln: aggressive Infusionstherapie, adäquates Schmerzmanagement (z.B. Flunixin-Meglumine) und Parasympatholytika (z.B. Butylscopolamin).[3]

8 Prognose

Mehr als 50 % der erkrankten Pferde können konservativ behandelt werden. Die Prognose einer Ileumobstipation ist sehr gut, sodass mehr als 90 % der behandelten Pferde (sowohl konservativ als auch chirurgisch) überleben.

9 Literatur

  • Stephen M. Reed, Warwick M. Bayly, Debra C. Sellon. Equine internal medicine. 4th edition. Elsevier, 2018.

10 Quellen

  1. Little D et al. Factors associated with development of ileal impaction in horses with surgical colic: 78 cases (1986-2000), Equine Vet J. 2002 Jul;34(5):464-8, abgerufen am 25.03.2020
  2. Proudman CJ et al. Tapeworm infection is a significant risk factor for spasmodic colic and ileal impaction colic in the horse, Equine Vet J. 1998 May;30(3):194-9, abgerufen am 25.03.2020
  3. 3,0 3,1 Kelly Fleming et al. Ileal impaction in 245 horses: 1995–2007, Can Vet J. 2011 Jul; 52(7): 759–763, abgerufen am 25.03.2020

Diese Seite wurde zuletzt am 23. April 2020 um 12:51 Uhr bearbeitet.

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