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Hypovolämischer Schock: Unterschied zwischen den Versionen

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'''''Englisch''': hypovol(a)emic shock
 
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Der '''hypovolämische Schock''' ist eine [[Schock]]form, die durch Verminderung der zirkulierenden [[Blut]]menge entsteht, z.B. nach großen Blut- oder Plasmaverlusten, starkem [[Erbrechen]], sowie ausgeprägter [[Diarrhoe]] oder starken Verbrennungen.
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Der '''hypovolämische Schock''' oder '''Volumenmangelschock''' ist eine [[Schock]]form, die durch Verminderung der zirkulierenden [[Blut]]menge entsteht, z.B. nach großen Blut- oder Plasmaverlusten, starkem [[Erbrechen]], sowie ausgeprägter [[Diarrhoe]] oder starken Verbrennungen.
  
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Der hypovolämische Schock kann nach Ursache in vier Untergruppen gegliedert werden:
 
Der hypovolämische Schock kann nach Ursache in vier Untergruppen gegliedert werden:
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* Hypovolämischer Schock (z.B. [[Diarrhoe]])
*Traumatisch - hypovolämischer Schock (Flüssigkeitsverlust als Folge einer großflächigen [[Verbrennung]])
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* Traumatisch-hypovolämischer Schock (Flüssigkeitsverlust als Folge einer großflächigen [[Verbrennung]])
*Hämorrhagischer Schock (z.B. [[Gastrointestinale Blutung]])
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* Hämorrhagischer Schock (z.B. [[Gastrointestinale Blutung]])
*Traumatisch - hämorrhagischer Schock (Blutung als Folge [[traumatisch]]er Einwirkung)
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* Traumatisch-hämorrhagischer Schock (Blutung als Folge [[traumatisch]]er Einwirkung)
  
 
==Klinik==
 
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Primäre Maßnahme im hypovolämischen Schock ist die Volumensubstitution über mindestens 2 großlumige [[Venenzugang|Venenzugänge]]. Die initiale Verabreichung von [[Plasmaexpander]]n wird aktuell kritisch hinterfragt und ist deshalb nur noch eingeschränkt empfohlen. Eine Volumensubstitution sollte mit [[isoton]]er kristalliner [[Salzlösung]] erfolgen.
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Primäre Maßnahme im hypovolämischen Schock ist die Volumensubstitution über mindestens 2 großlumige [[Venenzugang|Venenzugänge]]. Die initiale Verabreichung von [[Plasmaexpander]]n wird aktuell (2014) kritisch hinterfragt und nur noch eingeschränkt empfohlen. Eine Volumensubstitution sollte mit [[isoton]]er kristalliner [[Salzlösung]] erfolgen.
 
Sollte der Hypovolämie ein großer Blutverlust zugrunde liegen, so ist die rasche Gabe von [[Erythrozytenkonzentrat]]en und unter Umständen Frischplasma ("[[fresh frozen plasma]]", FFP) indiziert.
 
Sollte der Hypovolämie ein großer Blutverlust zugrunde liegen, so ist die rasche Gabe von [[Erythrozytenkonzentrat]]en und unter Umständen Frischplasma ("[[fresh frozen plasma]]", FFP) indiziert.
  
Bei all diesen Maßnahmen ist zu beachten, dass [[Vasokonstriktion|vasokonstriktorisch]] wirkende Medikamente kontraindiziert sind. Ausserdem sollte der zentrale Venendruck ([[ZVD]]) 14 cm H<sub>2</sub>O nicht überschreiten. Bei Patienten im (traumatisch-) hämorrhagischen Schock kann eine [[permissive Hypotonie]] angestrebt werden ([[MAD]] ca. 50mmHg).
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Bei all diesen Maßnahmen ist zu beachten, dass [[Vasokonstriktion|vasokonstriktorisch]] wirkende Medikamente kontraindiziert sind. Außerdem sollte der zentrale Venendruck ([[ZVD]]) 14 cm H<sub>2</sub>O nicht überschreiten. Bei Patienten im (traumatisch-)hämorrhagischen Schock kann eine [[permissive Hypotonie]] angestrebt werden ([[MAD]] ca. 50 mmHg).
  
 
Nach der lebensrettenden Soforttherapie müssen weitere Komplikationen des Schocks verhindert oder - wenn bereits eingetreten - behandelt werden. Dies beinhaltet u.a.:
 
Nach der lebensrettenden Soforttherapie müssen weitere Komplikationen des Schocks verhindert oder - wenn bereits eingetreten - behandelt werden. Dies beinhaltet u.a.:
*Korrektur der metabolischen [[Azidose]]
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* Korrektur der metabolischen [[Azidose]]
*Erkennen und Prophylaxe der drohenden [[Akutes Nierenversagen|Schockniere]]
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* Erkennen und Prophylaxe der drohenden [[Akutes Nierenversagen|Schockniere]]
*Therapie des [[ARDS]]
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* Therapie des [[ARDS]]
*Therapie einer [[DIC]]
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* Therapie einer [[DIC]]
*[[Stressulkusprophylaxe]]
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* [[Stressulkusprophylaxe]]
 
[[Fachgebiet:Intensivmedizin]]
 
[[Fachgebiet:Intensivmedizin]]
 
[[Tag:Schock]]
 
[[Tag:Schock]]

Aktuelle Version vom 24. Mai 2016, 12:04 Uhr

Synonym: Volumenmangelschock
Englisch: hypovol(a)emic shock

1 Definition

Der hypovolämische Schock oder Volumenmangelschock ist eine Schockform, die durch Verminderung der zirkulierenden Blutmenge entsteht, z.B. nach großen Blut- oder Plasmaverlusten, starkem Erbrechen, sowie ausgeprägter Diarrhoe oder starken Verbrennungen.

2 Untergliederung

Der hypovolämische Schock kann nach Ursache in vier Untergruppen gegliedert werden:

3 Klinik

Der hypovolämische Schock wird in 3 Stadien eingeteilt:

  • Stadium 1 (kompensiertes Stadium): Annähernd normaler Blutdruck, feucht-kühle und blasse Haut
  • Stadium 2 (dekompensiertes Stadium): Tachykardie, systolischer Blutdruck < 100 mmHg, im Liegen kollabierte Halsvenen, Patienten klagen über Durst, Rückgang der Diurese mit Oligurie
  • Stadium 3 (irreversibles Stadium): Systolischer Blutdruck < 60 mmHg, kaum tastbarer Puls, flache, schnelle Atmung, Bewußtseinsstörungen, Anurie

Zur Abschätzung der Schockgefahr kann der sogenannte Schockindex herangezogen werden.

4 Therapie

Primäre Maßnahme im hypovolämischen Schock ist die Volumensubstitution über mindestens 2 großlumige Venenzugänge. Die initiale Verabreichung von Plasmaexpandern wird aktuell (2014) kritisch hinterfragt und nur noch eingeschränkt empfohlen. Eine Volumensubstitution sollte mit isotoner kristalliner Salzlösung erfolgen. Sollte der Hypovolämie ein großer Blutverlust zugrunde liegen, so ist die rasche Gabe von Erythrozytenkonzentraten und unter Umständen Frischplasma ("fresh frozen plasma", FFP) indiziert.

Bei all diesen Maßnahmen ist zu beachten, dass vasokonstriktorisch wirkende Medikamente kontraindiziert sind. Außerdem sollte der zentrale Venendruck (ZVD) 14 cm H2O nicht überschreiten. Bei Patienten im (traumatisch-)hämorrhagischen Schock kann eine permissive Hypotonie angestrebt werden (MAD ca. 50 mmHg).

Nach der lebensrettenden Soforttherapie müssen weitere Komplikationen des Schocks verhindert oder - wenn bereits eingetreten - behandelt werden. Dies beinhaltet u.a.:

Tags:

Fachgebiete: Intensivmedizin

Diese Seite wurde zuletzt am 29. August 2005 um 13:16 Uhr bearbeitet.

Wieso soll Noradrenalin als Vasokonstriktor im Schock kontraindiziert sein? Ist zwar nicht kurativ, aber bevor man riskiert, dass Herz und Gehirn aussteigen aufgrund eines niederen RR würde ich v.a. als Erstmaßnahme bei MAD < 60mmHg Arterenol entweder als Bolus 0,05-0,2mg oder als Perfusor 0,05-1µ/kg/min dazugeben.
#1 am 31.01.2016 von Christine Ziegler (Arzt | Ärztin)

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