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Hypopharynxkarzinom

Version vom 23. Oktober 2012, 09:03 Uhr von Samir Asani (Diskussion | Beiträge)

Englisch: hypopharyngeal carcinoma

1 Definition

Unter einem Hypopharynxkarzinom versteht man einen malignen Tumor im Bereich des Hypopharynx (unterer Schlundbereich).

2 Ätiologie

Alkoholabusus und Nikotinabusus - vor allem in Kombination - begünstigen die Entstehung eines Hypopharynxkarzinoms. Des weiteren gehört auch die berufliche Exposition gegen Metallstäube, Kohle und Teerprodukte, sowie Asbestzement, aber auch mangelhafte Mundhygiene, die zu einer pathologischen Speichelzusammensetzung führt, zu den Risikofaktoren.

3 Pathologie

Bei Hypopharynxkarzinomen handelt es sich um Plattenepithelkarzinome.

4 Lokalisation

Klinisch topographisch werden 3 Regionen des Hypopharynx unterschieden:

a. Sinus piriformis (ca. 90%)
b. hintere Rachenwand (ca. 5%)
c. Postkrikoidregion (ca. 5%)

5 Klinik

Das Hypopharynxkarzinom führt zu einer geringradiger Dysphagie sowie zu Aspirationen. Weiterhin werden ein Fremdkörpergefühl, ein Globusgefühl sowie stechende, häufig zum Ohr ziehende Schluck-Schmerzen berichtet. Wenn sich das Karzinom auf den Aryknorpel ausgebreitet hat, kommt es zur Heiserkeit und Dyspnoe. Zusätzlich können auch Hypersalivation auftreten. Evtl. kann auch ein blutiger Auswurf vorkommen.

Da die Metastasierung sehr frühzeitig erfolgt, wird als erstes Symptom häufig eine Vergrößerung der Lymphknoten hinter und unter dem Ohr sowie am Kieferwinkel beobachtet, die meist einseitig und schmerzlos ist.

6 Diagnostik

  • Im Rahmen der direkten Laryngoskopie zeigt sich im Bereich der dorsalen Wand des Hypopharynx eine Tumormasse. In fortgeschrittenen Stadien hat sich der Tumor auf den Kehlkopf, in die prävertebrale Faszie und in die Schilddrüse ausgedehnt (Össophagoskopie; immer starres Ösophagoskop, da sich die Sinus piriformes und Postkrikoidregion mit flexiblem Endoskop nicht ausreichend sehen lassen!)

Es werden Biopsien aus verschiedenen Regionen des Tumors entnommen.

Um die lokalen metastasen der Halsweichteile darzustellen ist eine Sonographie zu empfehlen. Eine Röntgen-Thorax (sezlich und a.p.) kann evtl. Fernmetastasen diagnostizieren.

Um die Tumorausdehnung und -durchbruch im Kehlkopf und Hals, sowie Metastasen sicherer zu beurteilen ist ein CT und/ oder MRT (vom Hals, Abdomen und Thorax), sowie weiterhin PET (Anschluss Fernmetastasen, Zweitkarzinom) und Knochenszintigraphie hilfreich.

7 Therapie

Eine alleinige Teilresektion des Hypopharynx wird im T1-Stadium und im T2-Stadium durchgeführt. Bei ausgedehnteren Tumoren erfolgt eine Hypopharynxteilresektion in Kombination mit einer Laryngektomie, einer Neck dissection und einer adjuvanten Radiatio.

Als Alternative zur operativen Behandlung wird eine Chemotherapie mit einem platinhaltigem Chemotherapeutikum sowie 5-Fluorouracil angewendet, häufig in Kombination mit einer Radiatio.

Bei Inoperabilität wird versucht, eine Verkleinerung des Tumors mit dem Kohlenstoffdioxidlaser, einer simultanen Radio-Chemotherapie oder einer alleinigen Radiatio zu erreichen.

Im Endstadium werden häufig eine Gastrostomie und eine Tracheotomie erforderlich.

8 Prognose

Die 5-Jahres-Überlebensrate liegt bei etwa 30%.

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