Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Hypoparathyreoidismus: Unterschied zwischen den Versionen

K
Zeile 10: Zeile 10:
 
Seltenere Ursachen des Hypoparathyreoidismus sind:
 
Seltenere Ursachen des Hypoparathyreoidismus sind:
 
* [[Autoimmune polyglanduläre Syndrome]] (z.B. APS Typ I)
 
* [[Autoimmune polyglanduläre Syndrome]] (z.B. APS Typ I)
* [[Bestrahlunge]]n am [[Hals]]bereich
+
* [[Bestrahlung]]en im [[Hals]]bereich
 
* langdauernder und schwerwiegender [[Magnesium]]mangel
 
* langdauernder und schwerwiegender [[Magnesium]]mangel
  
Zeile 21: Zeile 21:
 
Das klinische Bild in Zusammenhang mit der [[Anamnese]] erwecken den Verdacht.  
 
Das klinische Bild in Zusammenhang mit der [[Anamnese]] erwecken den Verdacht.  
  
Ein erniedrigtes [[Calcium]] im Serum sollte Anlass zur Bestimmung des Parathormon-Spiegels sein. Der Parathormon-Spiegel müsste bei der Hypokalzämie reaktiv erhöht sein, ist im Falle des Hypoparathyreoidismus jedoch stark erniedrigt (bis unter die Nachweisgrenze). Begleitend kann sich eine [[Hyperphosphatämie]] finden.
+
Ein erniedrigtes [[Kalzium]] im Serum sollte Anlass zur Bestimmung des Parathormon-Spiegels sein. Der Parathormon-Spiegel müsste bei der Hypokalzämie reaktiv erhöht sein, ist im Falle des Hypoparathyreoidismus jedoch stark erniedrigt (bis unter die [[Nachweisgrenze]]). Begleitend kann sich eine [[Hyperphosphatämie]] finden.
  
 
==Therapie / Prophylaxe==
 
==Therapie / Prophylaxe==
 
In der [[Chirurgie]] wird jede Möglichkeit genutzt, die Nebenschilddrüsen zu erhalten. Auch versehentlich entfernte Nebenschilddrüsen können durch eine [[Autotransplantation]] in [[Muskel]]gewebe erneut "einwachsen" und die Funktion wieder aufnehmen. Die Autotransplantation eignet sich auch zur [[Prophylaxe]], wenn beispielsweise bei einer Bestrahlung Schäden abzusehen sind.
 
In der [[Chirurgie]] wird jede Möglichkeit genutzt, die Nebenschilddrüsen zu erhalten. Auch versehentlich entfernte Nebenschilddrüsen können durch eine [[Autotransplantation]] in [[Muskel]]gewebe erneut "einwachsen" und die Funktion wieder aufnehmen. Die Autotransplantation eignet sich auch zur [[Prophylaxe]], wenn beispielsweise bei einer Bestrahlung Schäden abzusehen sind.
  
Ist die Nebenschilddrüsenfunktion erloschen, muss [[medikamentös]] ein normaler Calcium-Spiegel etabliert werden. Dazu eignet sich die Calciumgabe [[p.o.]] in Kombination mit [[Vitamin D]] enthaltenden Präparaten. Während einer Tetanie kann die [[intravenös]]e Gabe von Calcium notwendig werden.
+
Ist die Nebenschilddrüsenfunktion erloschen, muss [[medikamentös]] ein normaler [[Serumcalcium|Kalzium-Spiegel]] etabliert werden. Dazu eignet sich die Kalziumgabe [[p.o.]] in Kombination mit [[Vitamin D]] enthaltenden Präparaten. Während einer Tetanie kann die [[intravenös]]e Gabe von Kalzium notwendig werden.
  
 
Unter der Therapie sollte in regelmäßigen Abständen eine Serumspiegelkontrolle von Calcium und [[Phosphat]] erfolgen.
 
Unter der Therapie sollte in regelmäßigen Abständen eine Serumspiegelkontrolle von Calcium und [[Phosphat]] erfolgen.
Zeile 34: Zeile 34:
 
Zur Vermeidung einer Hyperkalziurie kann ein [[Thiazid-Diuretikum]] verordnet werden. Dieses senkt die Calciumkonzentration im Urin ab. Zur Kontrolle sollte ebenfalls regelmäßig eine Bestimmung der Calciumausscheidung aus [[24-Stunden-Sammelurin]] erfolgen.
 
Zur Vermeidung einer Hyperkalziurie kann ein [[Thiazid-Diuretikum]] verordnet werden. Dieses senkt die Calciumkonzentration im Urin ab. Zur Kontrolle sollte ebenfalls regelmäßig eine Bestimmung der Calciumausscheidung aus [[24-Stunden-Sammelurin]] erfolgen.
 
[[Fachgebiet:Endokrinologie u. Diabetologie]]
 
[[Fachgebiet:Endokrinologie u. Diabetologie]]
 +
[[Tag:Hypoparathyreoidismus]]
 
[[Tag:Kalzium]]
 
[[Tag:Kalzium]]
 
[[Tag:Nebenschilddrüse]]
 
[[Tag:Nebenschilddrüse]]
 
[[Tag:Unterfunktion]]
 
[[Tag:Unterfunktion]]

Version vom 3. Februar 2015, 19:12 Uhr

Synonym: Nebenschilddrüseninsuffizienz
Englisch: hypoparathyreoidism

1 Definition

Der Hypoparathyreoidismus ist eine durch Unterfunktion der Nebenschilddrüsen mit verminderter Sekretion von Parathormon gekennzeichnete Erkrankung.

2 Ätiologie

Am häufigsten wird ein Hypoparathyreoidismus durch operative Eingriffe an der Schilddrüse verursacht. Die Nebenschilddrüsen können bei einer subtotalen Thyroidektomie versehentlich entfernt werden, bei radikalen Thyroidektomien müssen sie eventuell zusammen mit der dorsalen Kapsel der Schilddrüse entfernt werden.

Seltenere Ursachen des Hypoparathyreoidismus sind:

3 Symptomatik

Die Symptomatik ist durch die Hypokalzämie und dadurch auftretende Tetanie geprägt. Unter anderem kommt es dabei zu einer Pfötchenstellung der Hände. Als klinische Zeichen fallen das Chvostek-Zeichen und das Trousseau-Zeichen positiv aus.

Weitere inkonstant auftretende Symptome sind unter anderem Alopezie, Kataraktbildung und eine trockene, spröde Haut.

4 Diagnostik

Das klinische Bild in Zusammenhang mit der Anamnese erwecken den Verdacht.

Ein erniedrigtes Kalzium im Serum sollte Anlass zur Bestimmung des Parathormon-Spiegels sein. Der Parathormon-Spiegel müsste bei der Hypokalzämie reaktiv erhöht sein, ist im Falle des Hypoparathyreoidismus jedoch stark erniedrigt (bis unter die Nachweisgrenze). Begleitend kann sich eine Hyperphosphatämie finden.

5 Therapie / Prophylaxe

In der Chirurgie wird jede Möglichkeit genutzt, die Nebenschilddrüsen zu erhalten. Auch versehentlich entfernte Nebenschilddrüsen können durch eine Autotransplantation in Muskelgewebe erneut "einwachsen" und die Funktion wieder aufnehmen. Die Autotransplantation eignet sich auch zur Prophylaxe, wenn beispielsweise bei einer Bestrahlung Schäden abzusehen sind.

Ist die Nebenschilddrüsenfunktion erloschen, muss medikamentös ein normaler Kalzium-Spiegel etabliert werden. Dazu eignet sich die Kalziumgabe p.o. in Kombination mit Vitamin D enthaltenden Präparaten. Während einer Tetanie kann die intravenöse Gabe von Kalzium notwendig werden.

Unter der Therapie sollte in regelmäßigen Abständen eine Serumspiegelkontrolle von Calcium und Phosphat erfolgen.

Zur Vermeidung einer Hyperkalziurie kann ein Thiazid-Diuretikum verordnet werden. Dieses senkt die Calciumkonzentration im Urin ab. Zur Kontrolle sollte ebenfalls regelmäßig eine Bestimmung der Calciumausscheidung aus 24-Stunden-Sammelurin erfolgen.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

4 Wertungen (3.5 ø)

85.589 Aufrufe

Du hast eine Frage zum Flexikon?
Copyright ©2019 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: