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Hypervitaminose D

Version vom 23. September 2017, 03:38 Uhr von Duc Le Viet (Diskussion | Beiträge)

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Synonyme: Vitamin-D-Hypervitaminose, D-Hypervitaminose

1 Definition

Die Hypervitaminose D ist eine Überdosierung von Vitamin D-assoziierten Verbindungen wie Calcitriol und Cholecalciferol. Sie kann zu schweren, mitunter lebensbedrohlichen Symptomen führen.

Im Gegensatz dazu steht ein Vitamin-D-Mangel mit ebenfalls charakteristischen Symptomen.

ICD10-Code: E67.3

2 Ursachen

Eine Hypervitaminose des Vitamin D durch Fehlernährung ist unbekannt, kann aber bei Überdosierung von Vitamin D-Präparaten vorkommen, z.B. durch Nahrungsergänzungsmittel oder eine Überdosierung bei der Behandlung der Osteoporose.

Eine Überdosierung ist möglich, da Vitamin D fettlöslich ist und nicht ohne weiteres wieder ausgeschieden wird. Dies steht im Gegensatz zu wasserlöslichen Vitaminen, welche im Allgemeinen toleranter gegenüber höheren Dosierung sind (auch wenn hier ebenso Überdosierungen vorkommen).

3 Pathogenese

3.1 Calcitriol

Calcitriol (1,25-Dihydroxycholecalciferol) induziert sowohl Calbindin als auch die Kalzium-ATPase. Das hierbei freigesetzte Kalzium muss über die Nieren ausgeschieden werden. In Extremfällen erreicht es im Nierentubulus eine so hohe Konzentration, dass es zur Ausfällung von Kalziumphosphat und damit zur Nephrokalzinose kommt. Darüber hinaus stimuliert 1,25-Dihydroxycholecalciferol die Phosphatresorptioni m Intestinaltrakt. Hierbei spielt offensichtlich die gesteigerte Expression eines Na+/Pi-Symporters eine wichtige Rolle. Nettoeffekt ist eine Hyperkalzämie, außerdem kommt es zu einer Osteoporose.

3.2 Cholecalciferol

Die Überdosierung kann akut oder chronisch erfolgen. Die Überdosierung mittels Einzelgabe tritt beim Erwachsenen ab etwa 50 mg, entsprechend 2.000.000 IE ein. Für eine chronische Überdosierung sind täglich 1–2 mg, entsprechend 40.000 IE, über mehrere Monate notwendig. Das ist das über 200fache der empfohlenen Tagesdosis.

4 Symptome

Bei allen Vitamin-D-Derivaten ist eine lebensgefährliche Überdosierung möglich. Die Symptome dieser Hypervitaminose sind Folgen der beträchtlichen Erhöhung der Kalzium-Konzentration im Blut (Kalzinose-Wirkung). KalziumSalze kristallisieren in weichen Geweben aus, besonders in der Niere und in der Tunica media der Gefäße. Die Ausscheidung von Kalzium und Phosphat im Harn ist erhöht. Klinische Symptome sind:

  • Polyurie
  • Durst
  • Störungen von Seiten des Magen-Darm-Kanals
  • Kopf- und Gelenkschmerzen
  • Muskelschwäche,
  • arterielle Hypertonie
  • bei Kindern Tremor und Zuckungen.

Der Tod tritt meistens durch ein Versagen der Nierenfunktion ein.

5 Diagnose

In einer Blutuntersuchung finden sich folgende Veränderungen:

Bei der Urinanalyse ist das Kalzium im Urin erhöht.

6 Therapie

Bei rechtzeitigem Absetzen der Vitamin-D-Zufuhr sind die Erscheinungen reversibel. Selbst die Kalkablagerungen verschwinden unter Hinterlassung geringer narbiger Veränderungen. Zur Vermeidung von Hyperkalzämien müssen bei der Einleitung einer Behandlung mit Vitamin D und seinen Derivaten stets Kontrollen der CalciumKonzentration im Blut durchgeführt werden.

7 Literatur

Diese Seite wurde zuletzt am 30. April 2020 um 15:42 Uhr bearbeitet.

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