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Hypervitaminose D

Version vom 25. September 2017, 13:45 Uhr von Dr. Frank Antwerpes (Diskussion | Beiträge)

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Synonyme: Vitamin-D-Hypervitaminose, D-Hypervitaminose

1 Definition

Die Hypervitaminose D ist eine Überdosierung von Vitamin D-assoziierten Verbindungen wie Calcitriol und Cholecalciferol. Sie kann zu schweren, mitunter lebensbedrohlichen Symptomen führen.

Im Gegensatz dazu steht ein Vitamin-D-Mangel mit ebenfalls charakteristischen Symptomen.

ICD10-Code: E67.3

2 Ursachen

Eine Hypervitaminose D entsteht meist durch eine Überdosierung von Vitamin D-Präparaten, z.B. durch Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln oder im Rahmen einer Osteoporose-Behandlung. Eine alimentäre Hypervitaminose D ist selten. Die Überdosierung ist möglich, da Vitamin D fettlöslich ist und nicht ohne weiteres wieder ausgeschieden wird. Dies steht im Gegensatz zu wasserlöslichen Vitaminen, die im Allgemeinen toleranter gegenüber höheren Dosierung sind - auch wenn hier ebenso Überdosierungen vorkommen.

3 Pathogenese

3.1 Calcitriol

Calcitriol (1,25-Dihydroxycholecalciferol) induziert sowohl Calbindin als auch die Kalzium-ATPase. Das hierbei freigesetzte Kalzium muss über die Nieren ausgeschieden werden. Darüber hinaus stimuliert 1,25-Dihydroxycholecalciferol die Phosphatresorptioni m Intestinaltrakt. Hierbei spielt offensichtlich die gesteigerte Expression eines Na+/Pi-Symporters eine wichtige Rolle. Durch zu hoch dosierte Gabe von Vitamin-D-Präparaten kommt es zu einer Knochenentkalkung, da Calciferole die Differenzierung der Osteoklasten fördern. Nettoeffekt ist eine Hyperkalzämie, die zu Kalkablagerungen in den Gefäßen führen kann. Da Ca2+ über die Nieren ausgeschieden wird, kommt es zur Hyperkalzurie. In Extremfällen erreicht es im Nierentubulus eine so hohe Konzentration, dass es in den Tubuli als Kalziumphosphat ausfällt und in einer Nephrokalzinose resultieren kann. Es kommt zum Nierenversagen und außerdem zu einer Osteoporose.

3.2 Cholecalciferol

Die Überdosierung kann akut oder chronisch erfolgen. Die Überdosierung mittels Einzelgabe tritt beim Erwachsenen ab etwa 50 mg, entsprechend 2.000.000 IE ein. Für eine chronische Überdosierung sind täglich 1–2 mg, entsprechend 40.000 IE, über mehrere Monate notwendig. Das ist das über 200fache der empfohlenen Tagesdosis.

4 Symptome

Bei allen Vitamin-D-Derivaten ist eine lebensgefährliche Überdosierung möglich. Die Symptome dieser Hypervitaminose sind Folgen der beträchtlichen Erhöhung der Kalzium-Konzentration im Blut (Kalzinose-Wirkung). Kalzium-Salze kristallisieren in weichen Geweben aus, besonders in der Niere und in der Tunica media der Gefäße. Die Ausscheidung von Kalzium und Phosphat im Harn ist erhöht. Klinische Symptome sind:

Der Tod tritt meistens durch ein Versagen der Nierenfunktion ein.

5 Diagnose

In einer Blutuntersuchung finden sich folgende Veränderungen:

Bei der Urinanalyse ist das Kalzium im Urin erhöht.

6 Therapie

Bei rechtzeitigem Absetzen der Vitamin-D-Zufuhr sind die Erscheinungen reversibel. Selbst die Kalkablagerungen verschwinden unter Hinterlassung geringer narbiger Veränderungen. Zur Vermeidung von Hyperkalzämien müssen bei der Einleitung einer Behandlung mit Vitamin D und seinen Derivaten stets Kontrollen der Kalziumkonzentration im Blut durchgeführt werden.

7 Literatur

Diese Seite wurde zuletzt am 25. September 2017 um 13:45 Uhr bearbeitet.

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