Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Hyperventilation: Unterschied zwischen den Versionen

 
(14 dazwischenliegende Versionen von 10 Benutzern werden nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
'''''Englisch''': hyperventilation
+
''von griechisch: ὑπέρ ("iper") - über und lateinisch: ventilare - atmen''<BR>
 +
'''''Englisch''': [[:en:hyperventilation|hyperventilation]]''<br />
 +
[[en:hyperventilation]]
  
 
==Definition==
 
==Definition==
Als '''Hyperventilation''' bezeichnet man eine unphysiologisch vertiefte und/oder beschleunigte [[Atmung]], die zu einer Verminderung des alveolären [[CO2-Partialdruck|CO<sub>2</sub>-Partialdruck]]s führt.
+
Als '''Hyperventilation''' bezeichnet man eine unphysiologisch vertiefte und/oder beschleunigte [[Atmung]], die zu einer Verminderung des [[alveolär]]en und arteriellen [[CO2-Partialdruck|CO<sub>2</sub>-Partialdruck]]s führt.
 +
 
 +
Das Gegenteil der Hyperventilation ist die [[Hypoventilation]].
 +
 
 +
[[ICD10]]-Code: R06.4
 +
 
 +
==Formen==
 +
Man unterteilt zwei Formen der Hyperventilation:
 +
* das ''akute'' Hyperventilationsyndrom (HVS), das anfallsweise auftritt und mit [[Tetanie|tetanischen]] Muskelsymptomen einhergeht.
 +
* das ''chronische'' Hyperventilationsyndrom
  
 
==Pathophysiologie==
 
==Pathophysiologie==
 
[[Atemtiefe]] und [[Atemfrequenz]] werden unbewusst vom Nervensystem gesteuert. Die Regulation erfolgt im wesentlichen über die Messung des [[Kohlendioxid]]-Gehalts des [[Blut]]es. d.h. eine steigende CO<sub>2</sub>-Konzentration im Blut regt die Atemtätigkeit an. Unter bestimmten Bedingungen kann dieser [[Regelkreis]] gestört werden, zum Beispiel durch [[Lungenerkrankung]]en, [[Schädel-Hirn-Trauma|Schädel-Hirn-Traumen]], [[Apoplex]] oder - in den meisten Fällen - Stress oder Angstgefühle.  
 
[[Atemtiefe]] und [[Atemfrequenz]] werden unbewusst vom Nervensystem gesteuert. Die Regulation erfolgt im wesentlichen über die Messung des [[Kohlendioxid]]-Gehalts des [[Blut]]es. d.h. eine steigende CO<sub>2</sub>-Konzentration im Blut regt die Atemtätigkeit an. Unter bestimmten Bedingungen kann dieser [[Regelkreis]] gestört werden, zum Beispiel durch [[Lungenerkrankung]]en, [[Schädel-Hirn-Trauma|Schädel-Hirn-Traumen]], [[Apoplex]] oder - in den meisten Fällen - Stress oder Angstgefühle.  
  
Durch die vermehrte Abatmung des Kohlendioxids kommt es bei der Hyperventilation zu einer [[respiratorische Alkalose|respiratorischen Alkalose]].
+
Durch die vermehrte Abatmung des Kohlendioxids kommt es bei der Hyperventilation zu einer [[respiratorische Alkalose|respiratorischen Alkalose]]. Diese bewirkt eine höhere [[Plasmaeiweißbindung]] des [[Serumkalzium]]s und eine Abnahme des physiologisch aktiven, ionisierten [[Kalzium]]s. Die [[Symptom]]e bei akuter Hyperventilation sind hauptsächlich durch die [[Hypokalzämie]] bedingt.
 +
 
 +
<center>[[Bild:Hyperventilation2.swf]]</center>
 +
 
 +
==Symptome==
 +
* [[Tachypnoe]]
 +
* [[Muskelkrampf|Muskelkrämpfe]]
 +
* [[Parästhesie]]n
 +
* [[Schwindel]]
 +
* [[Angst]]gefühle
 +
 
 +
Durch die Verkrampfung der Unterarm- und Handmuskulatur ([[Hyperventilationstetanie]]) kann es in ausgeprägten Fällen zu einer charakteristischen [[Pfötchenstellung]] der Hände kommen.
 +
 
 +
==Therapie==
 +
Die Behandlung der Hyperventilation ist abhängig von der Ursache.  
  
[[Bild:Hyperventilation.swf]]
+
Bei psychisch bedingter Hyperventilation lassen sich die Symptome durch Beruhigung bzw. [[Sedierung]] des Patienten in Kombination mit kontrollierter [[Rückatmung]] - z.B. unter Zuhilfenahme einer Tüte - beseitigen.
 +
[[Fachgebiet:Allgemeinmedizin]]
 +
[[Fachgebiet:Pneumologie]]
 +
[[Tag:Hyperventilation]]
 +
[[Tag:Hypokalzämie]]
 +
[[Tag:Tetanie]]

Aktuelle Version vom 15. April 2018, 11:44 Uhr

von griechisch: ὑπέρ ("iper") - über und lateinisch: ventilare - atmen
Englisch: hyperventilation

1 Definition

Als Hyperventilation bezeichnet man eine unphysiologisch vertiefte und/oder beschleunigte Atmung, die zu einer Verminderung des alveolären und arteriellen CO2-Partialdrucks führt.

Das Gegenteil der Hyperventilation ist die Hypoventilation.

ICD10-Code: R06.4

2 Formen

Man unterteilt zwei Formen der Hyperventilation:

  • das akute Hyperventilationsyndrom (HVS), das anfallsweise auftritt und mit tetanischen Muskelsymptomen einhergeht.
  • das chronische Hyperventilationsyndrom

3 Pathophysiologie

Atemtiefe und Atemfrequenz werden unbewusst vom Nervensystem gesteuert. Die Regulation erfolgt im wesentlichen über die Messung des Kohlendioxid-Gehalts des Blutes. d.h. eine steigende CO2-Konzentration im Blut regt die Atemtätigkeit an. Unter bestimmten Bedingungen kann dieser Regelkreis gestört werden, zum Beispiel durch Lungenerkrankungen, Schädel-Hirn-Traumen, Apoplex oder - in den meisten Fällen - Stress oder Angstgefühle.

Durch die vermehrte Abatmung des Kohlendioxids kommt es bei der Hyperventilation zu einer respiratorischen Alkalose. Diese bewirkt eine höhere Plasmaeiweißbindung des Serumkalziums und eine Abnahme des physiologisch aktiven, ionisierten Kalziums. Die Symptome bei akuter Hyperventilation sind hauptsächlich durch die Hypokalzämie bedingt.

4 Symptome

Durch die Verkrampfung der Unterarm- und Handmuskulatur (Hyperventilationstetanie) kann es in ausgeprägten Fällen zu einer charakteristischen Pfötchenstellung der Hände kommen.

5 Therapie

Die Behandlung der Hyperventilation ist abhängig von der Ursache.

Bei psychisch bedingter Hyperventilation lassen sich die Symptome durch Beruhigung bzw. Sedierung des Patienten in Kombination mit kontrollierter Rückatmung - z.B. unter Zuhilfenahme einer Tüte - beseitigen.

Diese Seite wurde zuletzt am 15. April 2018 um 11:44 Uhr bearbeitet.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Letzte Autoren des Artikels:

44 Wertungen (3.55 ø)

238.032 Aufrufe

Hast du eine allgemeine Frage?
Hast du eine Frage zum Inhalt?
Copyright ©2020 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
Sprache:
DocCheck folgen: