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Hydrocodon

Version vom 11. Juni 2012, 01:00 Uhr von Julia Offe (Diskussion | Beiträge)

Handelsnamen: Dicodid®, Hydrocodon Streuli® (Monopräparate); Vicodin® (Kombinationspräparat)

1 Definition

Hydrocodon (auch bekannt als Dihydrocodeinon) ist ein Wirkstoff aus der Klasse der Opioide (Gruppe: Dihydromorphinderivate), das als Antitussivum und in Kombinationspräparaten zur Behandlung mittelstarker bis starker Schmerzen verwendet wird. Da es zu Abhängigkeit führen kann, sollte es nur in schweren Fällen zur Hustenreizstillung verwendet werden.

Die IUPAC-Bezeichnung ist 4,5-alpha-Epoxy-3-methoxy-17-methylmorphinan-6-on.

In Präparaten liegt es als Tartrat oder als Hydrochlorid vor.

2 Wirkung

Der Wirkmechanismus ist mit dem des Codein vergleichbar und in seiner Wirkpotenz geringfügig stärker. Die antitussive Wirkung rührt von einer Hemmung des Hustenzentrums im Stammhirn und/oder durch Blockade sogenannter Hustenrezeptoren im Bronchialtrakt her. Die analgetische Wirkung durch Agonismus am µ-Rezeptor ist vorrangig auf den Metaboliten Dihydromorphin zurückzuführen.

3 Applikationsformen

Hydrocodon ist zur oralen Einnahme als Tablette oder in Tropfenform verfügbar.

4 Dosierung

Die empfohlene Einzeldosis als Antitussivum liegt bei 5-10mg (berechnet als Hydrocodontartrat) bei Bedarf, bis zu 3x täglich. Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion ist eine Verlangsamung der Elimination zu berücksichtigen.

Für die Kombinationsanalgetika ist die empfohlene Dosierung abhängig vom Kombinationspartner.

5 Pharmakokinetik

Nach enteraler Resorption unterliegt Hydrocodon einem First-Pass-Effekt (zu 30-40%), der eine Bioverfügbarkeit von 60-70% zulässt. Maximale Plasmaspiegel werden nach 30-60 min erreicht (der Wirkeintritt liegt bei etwa 15 min). Die terminale Halbwertzeit beträgt ca. 4 Stunden (die Wirkdauer liegt bei 4-6 Stunden). Die Elimination erfolgt überwiegend renal. 70% werden innerhalb von 24h ausgeschieden, wobei 50% dabei in unveränderter Form vorliegen. Als bedeutsamer Metabolit ist das analgetisch wirksame Dihydromorphin zu nennen.

6 Kontraindikationen

  • Ateminsuffizienz
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Inhaltsstoffe
  • Kinder bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres
  • gleichzeitige Anwendung von MAO-Hemmern

Eine Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit und bei der Bedienung von Maschinen sollte berücksichtigt werden.

7 Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen entsprechen denen der Wirkstoffklasse (Opioidanalgetika). Häufig bis sehr häufig kommt es zu

]] Eine durch Überdosierung bedingte Atemdepression wird mit Naloxon behandelt.

8 Interaktionen

9 Sonstiges

Aufgrund seines ausgeprägten Abhängigkeitspotenzials unterliegt Hydrocodon in Deutschland und der Schweiz dem Betäubungsmittelgesetz (Anlage III - verkehrsfähige und verschreibungsfähige Betäubungsmittel).

10 Quellen

  • Mutschler et al., Arzneimittelwirkungen: Lehrbuch der Pharmakologie und Toxikologie [1]
  • Fachinformation zu Hydrocodon Streuli [2]
  • PharmaWiki [3]

Diese Seite wurde zuletzt am 25. Mai 2018 um 16:00 Uhr bearbeitet.

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