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Hutchinson-Gilford-Syndrom: Unterschied zwischen den Versionen

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Das '''Hutchinson-Gilford-Syndrom''' ist eine [[Autosomal-dominanter Erbgang|autosomal-dominant]]e Erkrankung verschiedener Gewebe, die zu einem massiven und sehr früh einsetzenden Alterungsprozess ([[Progerie]]) von Haut, Skelett und Blutgefäßen in frühster Kindheit führt. Von manchen Autoren wird auch ein [[autosomal-rezessiv]]er Erbgang angegeben.
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Das '''Hutchinson-Gilford-Syndrom''' ist eine [[autosomal-dominant]]e Erkrankung verschiedener Gewebe, die zu einem massiven und sehr früh einsetzenden Alterungsprozess ([[Progerie]]) von Haut, Skelett und Blutgefäßen in frühster Kindheit führt. Von manchen Autoren wird auch ein [[autosomal-rezessiver Erbgang]] angegeben.
  
 
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Dem autosomal-dominant vererblichen Hutchinson-Gilford-Syndrom liegt ein Defekt des LMNA-Gens auf einem Allel von Chromosom 1 (1q21.3) vor, das für das [[Protein]] [[Lamin]] A/C kodiert. Lamin A/C ist ein in der [[Kernmembran]] der meisten Zellen vorkommendes Protein, das als Anknüpfungspunkt des [[Filament]]systems und vermutlich auch als Regulator der Gen[[transkription]] fungiert. <br>
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Dem autosomal-dominant vererblichen Hutchinson-Gilford-Syndrom liegt ein Defekt des LMNA-Gens auf einem Allel von Chromosom 1 (1q21.3) vor, das für das [[Protein]] [[Lamin]] A/C kodiert. Lamin A/C ist ein in der [[Kernmembran]] der meisten Zellen vorkommendes Protein, das als Anknüpfungspunkt des [[Filament]]systems und vermutlich auch als Regulator der Gen[[transkription]] fungiert.  
Bei einem überwiegenden Teil der Patienten mit Hutchinson-Gilford-Syndrom ist die [[Nukleinbase]] 608 verändert, so dass ein artifizielles [[Stoppcodon]] entsteht, das die Translation vorzeitig beendet. Die aus der mutierten [[mRNA]] entstehenden Lamin-Proteine sind um 50 [[Aminosäure]]n kürzer als das physiologische Protein und nicht funktionsfähig. Ein anderes Erklärungsmodell geht von einer [[Splicing]]-Mutation des LMNA-Gens aus, das zu einer verminderten [[Expression]] des Lamin A führt.
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Bei einem überwiegenden Teil der Patienten mit Hutchinson-Gilford-Syndrom ist das [[Codon]] 608 verändert, so dass eine [[kryptisch]]e [[Splicestelle]] aktiviert wird. Dabei gehen 150 [[Nukleotid]]e des [[Exon]]s 11 verloren, was zum Verlust von 50 internen [[Aminosäure]]n im späteren Protein, das [[Progerin]] genannt wird, führt.
  
 
Neben dem Hutchinson-Gilford-Syndrom können Mutationen im LMNA-Gen auch andere Erkrankungen auslösen. Der Grund für die Unterschiede der jeweiligen Krankheitsbilder ist allerdings noch nicht verstanden.
 
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* [http://cdg.uni-muenster.de/ CDG-Arbeitsgruppe an der Kinderklinik der Universität Münster]
 
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[[Fachgebiet:Genetik]]
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[[Fachgebiet:Humangenetik]]
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[[Fachgebiet:Molekulargenetik]]
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[[Fachgebiet:Rheumatologie]]
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[[Tag:Bindegewebe]]
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[[Tag:Bindegewebserkrankung]]
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[[Tag:Progerie]]

Aktuelle Version vom 1. März 2013, 10:40 Uhr

Nach Sir Jonathan Hutchinson (1828 bis 1913) und Hasting Gilford (1861 bis 1941), britische Chirurgen
Synonyme: Progeria infantum, Hutchinson-Progerie, Gilford-Syndrom, greisenhafter Zwergwuchs, Progerie 1, Vergreisungssyndrom
Englisch: infantile progeria, Hutchinson-Gilford progeria syndrome (HGPS)

1 Definition

Das Hutchinson-Gilford-Syndrom ist eine autosomal-dominante Erkrankung verschiedener Gewebe, die zu einem massiven und sehr früh einsetzenden Alterungsprozess (Progerie) von Haut, Skelett und Blutgefäßen in frühster Kindheit führt. Von manchen Autoren wird auch ein autosomal-rezessiver Erbgang angegeben.

2 Genetik

Dem autosomal-dominant vererblichen Hutchinson-Gilford-Syndrom liegt ein Defekt des LMNA-Gens auf einem Allel von Chromosom 1 (1q21.3) vor, das für das Protein Lamin A/C kodiert. Lamin A/C ist ein in der Kernmembran der meisten Zellen vorkommendes Protein, das als Anknüpfungspunkt des Filamentsystems und vermutlich auch als Regulator der Gentranskription fungiert.

Bei einem überwiegenden Teil der Patienten mit Hutchinson-Gilford-Syndrom ist das Codon 608 verändert, so dass eine kryptische Splicestelle aktiviert wird. Dabei gehen 150 Nukleotide des Exons 11 verloren, was zum Verlust von 50 internen Aminosäuren im späteren Protein, das Progerin genannt wird, führt.

Neben dem Hutchinson-Gilford-Syndrom können Mutationen im LMNA-Gen auch andere Erkrankungen auslösen. Der Grund für die Unterschiede der jeweiligen Krankheitsbilder ist allerdings noch nicht verstanden.

3 Epidemiologie

Das Hutchinson-Gilford-Syndrom ist eine seltene Erkrankung; in der Literatur werden Häufigkeiten von 1 : 10 000 000 bis 4 : 1 000 000 angegeben.
Das Risiko einer Erkrankung scheint bei Patienten mit einem überdurchschnittlich alten Vater erhöht (Paternal age effect autosomal-dominanter Erkrankungen)

4 Symptome

Patienten mit Hutchinson-Gilford-Syndrom weisen schon im ersten Lebensjahr Wachstumsdefizite auf, das Vollbild der Erkrankung manifestiert sich meistens um das dritte Lebensjahr.

Die Patienten bleiben kleinwüchsig und weisen Skelettdeformitäten (schnabelförmige Nase, Gelenkkontrakturen, gegebenenfalls Hydrozephalus) auf. Die Haut erscheint durchscheinend, das Unterhautfettgewebe fehlt fast komplett. Haare, Fingernägel und Zähne bilden sich nicht vollständig aus, das Milchgebiss persistiert. Eine Geschlechtsentwicklung durch Pubertät findet nicht statt. Die Intelligenz entwickelt sich in aller Regel altersgemäß. Patienten mit Hutchinson-Gilford-Syndrom leiden unter massiver Osteoporose und Arteriosklerose - diese Symptome sind meistens lebenslimitierend. Die Patienten versterben in aller Regel vor dem 15. Lebensjahr.

5 Therapie

Eine kausale Therapie ist bis heute nicht möglich. Die Behandlung beschränkt sich auf die Prophylaxe und Therapie der Komplikationen.

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