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Humanes Herpesvirus 8: Unterschied zwischen den Versionen

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''Synonyme: Kaposi-Sarkom-Herpesvirus, KSHV''
 
''Synonyme: Kaposi-Sarkom-Herpesvirus, KSHV''
  

Version vom 20. Juli 2020, 17:40 Uhr

Synonyme: Kaposi-Sarkom-Herpesvirus, KSHV

1 Definition

Das Humane Herpesvirus 8, kurz HHV-8, ist ein Virus aus der Subklasse der Gammaherpesviren. Es infiziert unter anderem Endothelzellen, dendritische Zellen und Lymphozyten und ist mit dem Kaposi-Sarkom, dem primären Effusionslymphom (PEL) und der Castleman-Krankheit assoziiert.

2 Epidemiologie

HHV-8 ist in Europa relativ selten. Die Seroprävalenz in der Normalbevölkerung wird mit maximal 3-5 % angegeben.[1] Die Häufigkeit des Antikörpernachweises steigt dabei linear mit zunehmendem Lebensalter. In Europa sieht man HHV-8 vor allem bei Patienten mit Immunsuppression (u.a. HIV) oder Kaposi-Sarkom.

In afrikanischen Ländern südlich der Sahara sowie in manchen Ländern der Mittelmeerregion liegt die Seroprävalenz höher. Dort hatten zwischen 10 und 40 % der Bevökerung Kontakt mit dem Virus. Regional können jedoch deutliche Unterschiede bestehen.

3 Morphologie

HHV-8 ist ein 120-150 nm großes, doppelsträngiges DNA-Virus, dessen Genom eine Länge von 165 kb hat. Sein ikosaedrisches Kapsid ist von einer amorphen Proteinschicht umgeben, die als Tegument bezeichnet wird. Außen wird das Kapsid von einer Virushülle aus Lipoproteinen umschlossen, die eine modifizierte Wirtszellmembran darstellt.

HHV-8 gehört zu den Rhadinoviren. Diese Virusgattung zeichnet sich dadurch aus, dass sie zahlreiche Gene ihrer Wirtzellen in das eigene Genom inkorporiert hat. Im Fall von HHV-8 handelt es sich dabei um

4 Übertragung

HHV-8 wird vermutlich durch Körperflüssigkeiten wie Speichel, Blut oder Sperma übertragen. Als Übertragungswege kommen Sexualkontakte (orogenital, oroanal), aber auch anderen Formen intensiven Körperkontakts (Küssen, Vorkauen der Nahrung) in Frage.

5 Klinik

Die Infektion verläuft bei immunkompetenten Patienten weitgehend asymptomatisch. Wie andere Herpesviren verbleibt das Virus jedoch latent in Wirtszellen. Erst im Rahmen einer Immunschwäche kommt es dann zur Manifestation von HHV-8-assoziierten Erkrankungen. Dazu zählen:

6 Pathogenese

Im Latenzstadium exprimiert das Virus mehrere Proteine, welche die Signalwege der Wirtszelle kontrollieren, u.a. das latenzassoziierte nukleäre Antigen (LANA) oder die bereits oben erwähnten Analoga. Sie interagieren mit Tumorsuppressorproteinen, destabilisieren den Zellzyklus und hemmen die Apoptose der Zelle. Ein Beispiel ist das von HHV-8 exprimierte Bcl-2, das mit zelleigenem Bcl-2 ein Heterodimer bildet und so den Gegenspieler Bax unterdrückt, der die Apoptose reguliert. Diese Veränderung der Zellabläufe führt auf Dauer zu einer malignen Transformation. Bei den betreffenden Tumorzellen findet sich dann oft virale DNA im Zellkern, ohne im Wirtsgenom integriert zu sein.

7 Nachweis

Der Nachweis einer HHV-8-Infektion erfolgt in der Regel serologisch durch den Nachweis spezifischer Antikörper gegen HHV-8. Die Virus-DNA lässt sich auch mittels PCR identifizieren und z.B. aus Zellen des Kaposi-Sarkoms gewinnen.

8 Literatur

  • Dermatologie von C. Garbe und G. Rassner; Springer Verlag
  • Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie 8. Auflage von Suerbaum, Burchhard, Kaufmann, Schulz; Springer Verlag

9 Quellen

  1. Schulz TF. KSHV (HHV8) infection. Journal of Infection 2000; 41:125-9.

Fachgebiete: Virologie

Diese Seite wurde zuletzt am 4. Dezember 2020 um 15:11 Uhr bearbeitet.

Ich sollte mich auch häufiger loben. ;-)
#2 am 23.07.2020 von Dr. Frank Antwerpes (Arzt | Ärztin)
Gast
Ein bahnbrechender Artikel in der außerordentlich notwendigen Forschung des HHV-8; Ein riesiges Dankeschön an den Autor
#1 am 20.07.2020 von Gast (Student/in der Humanmedizin)

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