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Humanes Herpesvirus 8: Unterschied zwischen den Versionen

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Das '''Humane Herpesvirus 8''', kurz '''HHV-8''', gehört zu der Subklasse der [[Gamma-Herpesviren]] und ist unter anderem assoziiert mit dem [[Kaposi-Sarkom]] (KS), einem differenzierten endothelialen [[Tumor]]. Ferner ist es ursächlich für das pirmäre Effusionslymphom (PEL), sowie für [[Morbus Castleman]]. Es infiziert neben [[Endothelzellen]] (im Falle des KS), auch [[dendritische Zellen]] und [[Monozyten]]. Die [[DNA]] der 120-150 nm großen Virionen umfasst 165 kb.
 
Das '''Humane Herpesvirus 8''', kurz '''HHV-8''', gehört zu der Subklasse der [[Gamma-Herpesviren]] und ist unter anderem assoziiert mit dem [[Kaposi-Sarkom]] (KS), einem differenzierten endothelialen [[Tumor]]. Ferner ist es ursächlich für das pirmäre Effusionslymphom (PEL), sowie für [[Morbus Castleman]]. Es infiziert neben [[Endothelzellen]] (im Falle des KS), auch [[dendritische Zellen]] und [[Monozyten]]. Die [[DNA]] der 120-150 nm großen Virionen umfasst 165 kb.
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HHV-8 ist in Europa relativ selten. Die [Seroprävalenz]] in der Normalbevölkerung wird mit maximal  3-5 % Angegeben.<ref>Schulz TF. KSHV (HHV8) infection. Journal of Infection 2000; 41:125-9.</ref> Die Häufigkeit des [[Antikörper]]nachweises steigt dabei mit zunehmendem Lebensalter.  In afrikanischen Ländern südlich der Sahara sowie in manchen Ländern der Mittelmeerregion liegt die Seroprävalenz deutlich höher. In einzelnen Ländern kann sie bis zu 50 % der Bevökerung erreichen.
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The seroprevalence of HHV-8 varies significantly geographically and infection rates in northern European, southeast Asian, and Caribbean countries are between 2-4%,[28] in Mediterranean countries at approximately 10%, and in sub-Saharan African countries at approximately 40%.[29] In South America, infection rates are low in general but are high among Amerindians.[30] Even within individual countries, significant variation can be observed across different regions, with infection rates of about 19.2% in Xinjiang compared to about 9.5% in Hubei, China.[31] Although seroprevalence has been consistently shown to increase with age in a linear manner,[31][32][33][34] countries with high infection rates may see higher seroprevalence in younger age groups.[35] Educational level has shown an inverse correlation with infection rates.[32][33] Individuals infected with HIV-1 or genital warts are generally more likely to be co-infected with HHV-8.[29][31][36][37]
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In countries with low seroprevalence, HHV-8 is primarily limited to AIDS and KS patients.[38] In countries with high seroprevalence, infection is frequent in childhood,[39] indicating a likely mother-to-child transmission.[40] In a Zambian survey, all children with KS had mothers who were positive for HHV-8, whereas not all children whose mothers had KS were HHV-8 positive.[41] In another Zambian survey, 13.8% of children were seropositive for HHV-8 by age 4.[37] Seroprevalence has not been shown to vary significantly because of gender or marital status.[34]
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HHV8 wird vermutlich sexuell und durch [[Speichel]] übertragen, sodass es eine erhöhte Prävalenz für Homosexuelle Männer, Prostituierte, sowie andere Risikogruppen für sexuell übertragbare Krankheiten gibt.
 
HHV8 wird vermutlich sexuell und durch [[Speichel]] übertragen, sodass es eine erhöhte Prävalenz für Homosexuelle Männer, Prostituierte, sowie andere Risikogruppen für sexuell übertragbare Krankheiten gibt.
 
==Epidemiologie==
 
Man findet in afrikanischen Ländern südlich der Sahara eine Prävalenz von ca. 50 %, sowie ein gehäuftes Auftreten in manchen Regionen im Mittelmeerraum. Umstritten ist, ob das Virus, ähnlich  anderen Herpesviren, weite Verbreitung in der Bevölkerung findet, dort ohne die Wirtszelle zu beeinträchtigen vorliegt und bei immunsupprimierten Patienten die Latenzphase verlässt.
 
  
 
==Ätiologie==
 
==Ätiologie==
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* Dermatologie von C. Garbe und G. Rassner; Springer Verlag  
 
* Dermatologie von C. Garbe und G. Rassner; Springer Verlag  
 
* Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie 8. Auflage von Suerbaum, Burchhard, Kaufmann, Schulz; Springer Verlag
 
* Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie 8. Auflage von Suerbaum, Burchhard, Kaufmann, Schulz; Springer Verlag
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[[Fachgebiet:Virologie]]
 
[[Fachgebiet:Virologie]]
 
[[Tag:Herpesvirus]]
 
[[Tag:Herpesvirus]]
 
[[Tag:Virus]]
 
[[Tag:Virus]]

Version vom 20. Juli 2020, 11:43 Uhr

Synonyme: Kaposi-Sarkom-Herpesvirus, KSHV

1 Definition

Das Humane Herpesvirus 8, kurz HHV-8, gehört zu der Subklasse der Gamma-Herpesviren und ist unter anderem assoziiert mit dem Kaposi-Sarkom (KS), einem differenzierten endothelialen Tumor. Ferner ist es ursächlich für das pirmäre Effusionslymphom (PEL), sowie für Morbus Castleman. Es infiziert neben Endothelzellen (im Falle des KS), auch dendritische Zellen und Monozyten. Die DNA der 120-150 nm großen Virionen umfasst 165 kb.

2 Epidemiologie

HHV-8 ist in Europa relativ selten. Die [Seroprävalenz]] in der Normalbevölkerung wird mit maximal 3-5 % Angegeben.[1] Die Häufigkeit des Antikörpernachweises steigt dabei mit zunehmendem Lebensalter. In afrikanischen Ländern südlich der Sahara sowie in manchen Ländern der Mittelmeerregion liegt die Seroprävalenz deutlich höher. In einzelnen Ländern kann sie bis zu 50 % der Bevökerung erreichen.

The seroprevalence of HHV-8 varies significantly geographically and infection rates in northern European, southeast Asian, and Caribbean countries are between 2-4%,[28] in Mediterranean countries at approximately 10%, and in sub-Saharan African countries at approximately 40%.[29] In South America, infection rates are low in general but are high among Amerindians.[30] Even within individual countries, significant variation can be observed across different regions, with infection rates of about 19.2% in Xinjiang compared to about 9.5% in Hubei, China.[31] Although seroprevalence has been consistently shown to increase with age in a linear manner,[31][32][33][34] countries with high infection rates may see higher seroprevalence in younger age groups.[35] Educational level has shown an inverse correlation with infection rates.[32][33] Individuals infected with HIV-1 or genital warts are generally more likely to be co-infected with HHV-8.[29][31][36][37]

In countries with low seroprevalence, HHV-8 is primarily limited to AIDS and KS patients.[38] In countries with high seroprevalence, infection is frequent in childhood,[39] indicating a likely mother-to-child transmission.[40] In a Zambian survey, all children with KS had mothers who were positive for HHV-8, whereas not all children whose mothers had KS were HHV-8 positive.[41] In another Zambian survey, 13.8% of children were seropositive for HHV-8 by age 4.[37] Seroprevalence has not been shown to vary significantly because of gender or marital status.[34]


3 Nachweis

Die Virus-DNA lässt sich mittels PCR nachweisen und aus Zellen des Kaposi-Sarkoms gewinnen.

4 Pathogenese

In latenter Virusform exprimiert es mehrere Proteine, wie zum Beispiel das latenzassoziierte nukleäre Antigen (LANA), oder ein Clyclin D ähnliches Protein. Durch Expression dieser Gene beeinflusst es die Zellfunktion, indem es sowohl mit Tumorsupressorproteinen interagiert, als auch zur Apoptosehemmung verhilft, worin auch ursächlich die HHV8 assoziierte Tumorgenese begründet liegt. Weiter können in manchen Tumorzellen virale Gene nachgewiesen werden, die zur Angiogenese verhelfende Proteine (VEGF), oder zelluläre Zytokine (IL-6, IL-8) produzieren. Meist ist die virale DNA im Nukleus zu finden, ohne im Wirtsgenom integriert vorzuliegen.

Im Falle des primären Effusionslymphoms können man maligne B-Zellen in der Pleura und dem Abdominalraum nachgewiesen werden.

5 Übertragung

HHV8 wird vermutlich sexuell und durch Speichel übertragen, sodass es eine erhöhte Prävalenz für Homosexuelle Männer, Prostituierte, sowie andere Risikogruppen für sexuell übertragbare Krankheiten gibt.

6 Ätiologie

Da man in so gut wie allen KS-Zellen die Virus-DNA nachweisen kann, liegt ein ätiologischer Zusammenhang für die Entstehung des Kaposi-Sarkoms nahe. Ähnlich seinem nächsten Verwandten, dem Herpesvirus Samirii, welcher bei Primaten Leukämie hervorrufen kann, geht man davon aus, dass HHV8 durch dem Menschen ähnliche Gene den Zellzyklus, sowie die Apoptose beeinflusst. Ein Beispiel liefert das von HHV8 exprimierte bcl-2, welches mit zelleigenem bcl-2 ein Heterodimer bildet und somit den Gegenspieler Bax, das die Apoptose reguliert, unterdrücken kann.

7 Literatur

  • Dermatologie von C. Garbe und G. Rassner; Springer Verlag
  • Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie 8. Auflage von Suerbaum, Burchhard, Kaufmann, Schulz; Springer Verlag

8 Quellen

  1. Schulz TF. KSHV (HHV8) infection. Journal of Infection 2000; 41:125-9.

Fachgebiete: Virologie

Diese Seite wurde zuletzt am 4. Dezember 2020 um 15:11 Uhr bearbeitet.

Ich sollte mich auch häufiger loben. ;-)
#2 am 23.07.2020 von Dr. Frank Antwerpes (Arzt | Ärztin)
Gast
Ein bahnbrechender Artikel in der außerordentlich notwendigen Forschung des HHV-8; Ein riesiges Dankeschön an den Autor
#1 am 20.07.2020 von Gast (Student/in der Humanmedizin)

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