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Hormonersatztherapie: Unterschied zwischen den Versionen

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Der Begriff Hormonersatztherapie wird in der [[Medizinische Umgangssprache|medizinischen Umgangssprache]] auch für Hormongaben zur [[Geschlechtsangleichung]] bei [[Transsexualität]] verwendet. Hier handelt es sich aber streng genommen nicht um einen Hormonersatz, sondern um eine [[Hormontherapie]].  
 
Der Begriff Hormonersatztherapie wird in der [[Medizinische Umgangssprache|medizinischen Umgangssprache]] auch für Hormongaben zur [[Geschlechtsangleichung]] bei [[Transsexualität]] verwendet. Hier handelt es sich aber streng genommen nicht um einen Hormonersatz, sondern um eine [[Hormontherapie]].  
  
==Zielsetzung==
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== Indikation ==
Die Hormonersatztherapie in den Wechseljahren zielt auf die Beschwerden, die mit dem Nachlassen der natürlichen Hormonproduktion verbunden sind, wie [[Hitzewallung]]en oder die [[Atrophie]] der [[Vaginalschleimhaut]]. Ein weiterer Grund ist die [[Prävention]] einer [[Osteoporose]].
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Mit Einsetzen der Menopause (retrospektive Diagnosestellung nach 12-monatiger [[Amenorrhö]]), kommt es zu klimakterischen Beschwerden ([[Hitzewallung]]en, Schweißausbrüche, Schlafstörungen, [[Atrophie]] der [[Vaginalschleimhaut]]), Osteoporose sowie kardiovaskulären Erkrankungen.
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Ziel der Hormonersatztherapie in den Wechseljahren ist die Minderung klimakterischen Beschwerden.
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Eine weitere Indikation ist die [[Prävention]] einer [[Osteoporose]], laut BfArM jedoch nur bei Unverträglichkeit/Kontraindikationen gegenüber anderen Präparaten.
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Sie ist nicht geeignet zur Senkung kardiovaskulärer Ereignisse.  
  
 
==Therapieformen==
 
==Therapieformen==
Die Hormonersatztherapie kann als [[Monotherapie]] mit [[Östrogen]]en oder als [[Kombinationstherapie|Kombinations]]- bzw. [[Sequenztherapie]] mit Östrogenen und [[Gestagen]]en durchgeführt werden. Darüber hinaus können die Hormone lokal (z.B. als [[Vaginalcreme]]) oder systemisch (z.B. als Tablette) gegeben werden. Die lokale Gabe hat - vor allem bei [[atrophische Vaginitis|atrophischer Vaginitis]] - den Vorteil einer besseren Wirkung am Applikationsort bei geringerer systemischer Wirkung.  
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Eine [[Monotherapie]] mit [[Östrogen]]en ist wegen gehäufter Endometriumkarzinome obsolet. Heute werden Östrogene mit Gestagene kombiniert.
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Ausnahme sind Frauen nach Hysterektomie: Hier wird kein Gestagen wegen potentiellen Nebenwirkungen (Lipidstoffwechsel, kardiovaskuläres Risiko) verwendet.  
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Als Gestagen wird meist Medroxyprogesteronacetat verwendet, ein Progesteronderivat mit geringer androgener Wirkung.
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Die Hormone können lokal (z.B. als [[Vaginalcreme]]) oder systemisch (z.B. als Tablette) gegeben werden. Die lokale Gabe hat v.a. bei [[atrophische Vaginitis|atrophischer Vaginitis]] den Vorteil einer besseren Wirkung am Applikationsort bei geringerer systemischer Wirkung.  
  
Die Dosierung der Hormone wird bei der Sequenztherapie variiert, um den natürlichen Hormonzyklus zu imitieren. Östrogen wird dabei täglich eingenommen, Progesteron z.B. nur für 2 Wochen. Andere Therapieregime geben durchgehend eine konstante Hormonkombination. In manchen Fällen wird zusätzlich [[Testosteron]] substituiert, um die nachlassende Libido zu behandeln.
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* Schemata:
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** Zyklische Gabe: Östrogen über 25 Tage, zusätzlich Gestagen für die letten 10-13 Tage, dann Pause für 5-6 Tage (Entzugsblutung) 
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** Kontinuierliche Gabe: Östrogen dauerhaft, zusätzlich Gestagen in ersten 10-13 Tage (keine Entzungsblutung)
  
 
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* positive Effekte auf Wechseljahresbeschwerden<ref>[http://www.dggg.de/startseite/nachrichten/empfehlungen-zur-hormonersatztherapie-mit-konsensuspapier/?sword_list Hormonersatztherapie DGGG]</ref>
 
* positive Effekte auf Wechseljahresbeschwerden<ref>[http://www.dggg.de/startseite/nachrichten/empfehlungen-zur-hormonersatztherapie-mit-konsensuspapier/?sword_list Hormonersatztherapie DGGG]</ref>
 
* verhindert Atrophien und [[Entzündung]]en des Urogenitalbereiches
 
* verhindert Atrophien und [[Entzündung]]en des Urogenitalbereiches
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* Verminderung der Knochenresorption (Östrogeneffekt)
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* leichte Abnahme von [[kolorektalen Karzinomen]]
  
 
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* erhöhtes Risiko für [[Mammakarzinom]]e<ref>[http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8272307?dopt=Abstract Grodstein F et al. Postmenopausal hormone use and cholecystectomy in a large prospective study. Obstet Gynecol. 1994 Jan;83(1):5-11. PMID 8272307]</ref> und [[Ovarialkarzinom]]e<ref>[http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/61814/Hormonersatztherapie-erhoeht-Risiko-auf-Ovarialkarzinom Ärzteblatt: Hormonersatztherapie erhöht Risiko auf Ovarialkarzinom]</ref>
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* geringe Risikozunahme von [[Mammakarzinom]]en <ref>[http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8272307?dopt=Abstract Grodstein F et al. Postmenopausal hormone use and cholecystectomy in a large prospective study. Obstet Gynecol. 1994 Jan;83(1):5-11. PMID 8272307]</ref>  
* erhöhtes [[Thrombose]]risiko
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* Risikozunahme von [[Ovarialkarzinom]]en <ref>[http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/61814/Hormonersatztherapie-erhoeht-Risiko-auf-Ovarialkarzinom Ärzteblatt: Hormonersatztherapie erhöht Risiko auf Ovarialkarzinom]</ref>
* erhöhtes Risiko einer Cholezystitis
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* starke Zunahme von Östrogen-induzierten [[Endometriumkarzinomen]] kann durch Kombination mit Gestagenen reduziert werden
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* erhöhtes Risiko einer [[Cholezystitis]]
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* Anstieg von kardiovaskulären Erkrankungen (KHK, Schlaganfall, Thrombembolien)
  
 
==Kontraindikationen==
 
==Kontraindikationen==

Version vom 25. April 2019, 15:41 Uhr

Englisch: hormone replacement therapy, HRT

1 Definition

Als Hormonersatztherapie, kurz HET, bezeichnet man die medizinische Verwendung von Hormonen zur Behandlung von Erkrankungen, bei denen ein relativer oder absoluter Mangel eines oder mehrerer Hormone vorliegt. Im engeren Sinne versteht man unter Hormonersatztherapie die Substitution von Geschlechtshormonen in den Wechseljahren (Klimakterium).

siehe auch: Hormonsubstitution

2 Hintergrund

Der Begriff Hormonersatztherapie wird in der medizinischen Umgangssprache auch für Hormongaben zur Geschlechtsangleichung bei Transsexualität verwendet. Hier handelt es sich aber streng genommen nicht um einen Hormonersatz, sondern um eine Hormontherapie.

3 Indikation

Mit Einsetzen der Menopause (retrospektive Diagnosestellung nach 12-monatiger Amenorrhö), kommt es zu klimakterischen Beschwerden (Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Schlafstörungen, Atrophie der Vaginalschleimhaut), Osteoporose sowie kardiovaskulären Erkrankungen.

Ziel der Hormonersatztherapie in den Wechseljahren ist die Minderung klimakterischen Beschwerden. Eine weitere Indikation ist die Prävention einer Osteoporose, laut BfArM jedoch nur bei Unverträglichkeit/Kontraindikationen gegenüber anderen Präparaten. Sie ist nicht geeignet zur Senkung kardiovaskulärer Ereignisse.

4 Therapieformen

Eine Monotherapie mit Östrogenen ist wegen gehäufter Endometriumkarzinome obsolet. Heute werden Östrogene mit Gestagene kombiniert. Ausnahme sind Frauen nach Hysterektomie: Hier wird kein Gestagen wegen potentiellen Nebenwirkungen (Lipidstoffwechsel, kardiovaskuläres Risiko) verwendet. Als Gestagen wird meist Medroxyprogesteronacetat verwendet, ein Progesteronderivat mit geringer androgener Wirkung.

Die Hormone können lokal (z.B. als Vaginalcreme) oder systemisch (z.B. als Tablette) gegeben werden. Die lokale Gabe hat v.a. bei atrophischer Vaginitis den Vorteil einer besseren Wirkung am Applikationsort bei geringerer systemischer Wirkung.

  • Schemata:
    • Zyklische Gabe: Östrogen über 25 Tage, zusätzlich Gestagen für die letten 10-13 Tage, dann Pause für 5-6 Tage (Entzugsblutung)
    • Kontinuierliche Gabe: Östrogen dauerhaft, zusätzlich Gestagen in ersten 10-13 Tage (keine Entzungsblutung)

4.1 Arzneiformen

5 Vorteile

  • positive Effekte auf Wechseljahresbeschwerden[1]
  • verhindert Atrophien und Entzündungen des Urogenitalbereiches
  • Verminderung der Knochenresorption (Östrogeneffekt)
  • leichte Abnahme von kolorektalen Karzinomen

6 Nachteile

7 Kontraindikationen

8 Quellen

  1. Hormonersatztherapie DGGG
  2. Grodstein F et al. Postmenopausal hormone use and cholecystectomy in a large prospective study. Obstet Gynecol. 1994 Jan;83(1):5-11. PMID 8272307
  3. Ärzteblatt: Hormonersatztherapie erhöht Risiko auf Ovarialkarzinom

Diese Seite wurde zuletzt am 10. Oktober 2019 um 18:46 Uhr bearbeitet.

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