Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Hoffa-Kastert-Syndrom

Version vom 2. August 2021, 22:24 Uhr von HP Dipl. Math. Stefan Rolf Paff (Diskussion | Beiträge)

nach Albert Hoffa (1859 - 1907), deutscher Chirurg
Englisch: Hoffa-Kastert syndrome

1 Definition

Als Hoffa-Kastert-Syndrom bezeichnet man eine Hypertrophie des Corpus adiposum infrapatellare. Häufig ist dieser Symptomkomplex die Folge von entzündlichen Prozessen im Kniegelenk. Auch Störungen der Mechanik kommen als Ursache in Frage.

2 Geschichte

Die Erstbeschreibung einer entzündungsbedingte Hypertrophie des Corpus adiposum infrapatellare erfolgte durch den deutschen Orthopäden Albert Hoffa Anfang des 20. Jahrhunderts 1904. Damals ging der Mediziner davon aus, dass es sich hierbei um eigenständiges Krankheitsbild ohne äußere Ursache handelt. Erst Mitte des Jahrhunderts wurde festgestellt, dass der pathologischen Hypertrophie andere Ursachen, wie Meniskusschaden, Knieentzündung o.ä. der Auslöser des Hoffa-Kastert-Syndroms sind.

3 Symptome

Der hypertrophe Fettkörper wird bei plötzlichen Flexionsbewegungen zwischen Tibia und Femur eingeklemmt. Dabei kommt es zu starken Schmerzen im Kniegelenk, welche die Beweglichkeit stark einschränken. Die Beweglichkeitseinschränkung ist weicher als bei einer Msniskuseinklemmung. Beugungen des Kniegelenkes verursachen erhebliche Spannungsschmerzen, teils auch endgradige Streckungen, sowohl aktive als auch passive. Häufig tritt eine begleitende Schwellung des Gelenkes ein. Anstrengungen und Training verschlechtern. Bei Einklemmungsschmerz tritt zuweilen ein Giving-Way-Phänomen auf (plötzliches Wegknicken des Knies). Der kaudale Patellapol kann leicht angehoben sein, es tritt Bewegungs- und Druckschmerzhaftigkeit vor allem am unteren Patellapol auf, subpatellar oder auch retropatellar.

4 Diagnose

Der Patient wird zunächst komplett klinisch untersucht, ehe bildgebende Verfahren wie

für die genaue Diagnostik herangezogen werden. Das Knie reagiert sehr empfindlich auf Druck von außen (Provokationstest). Deutlich sichtbar ist das angeschwollene Corpus adiposum infrapatellare.

Eine Kniegelenksathroskopie untermauert die Diagnose. Erkennbar sind u.a. eine beidseitige Anschwellung des Patellabandes, sowie ein Gelenkerguss.

5 Therapie

  • Konservativ können muskuläre Interventionen (Kräftigungstraining und Dehnung von Quadrizeps und Gluteus) versucht werden, ebenfalls Kryotherapie, Taping, organischer Schwefel und lokale Injektion vom thrombozytenreichem Plasma. Cortision-Infiltrationen sollten vermieden werden.
  • chirurgische Behebung des Kniebinnenschadens
  • evtl. Teilresektion des hypertrophierten Fettkörpers zur besseren Übersicht des Operationsherdes
  • nach Behebung des Primärschadens verheilt das Hoffa-Kastert-Syndrom in der Regel folgenlos

Diese Seite wurde zuletzt am 3. August 2021 um 11:49 Uhr bearbeitet.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

7 Wertungen (3.14 ø)

33.029 Aufrufe

Copyright ©2021 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: