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Hodenektopie

Version vom 17. März 2019, 10:05 Uhr von Eric Kropf (Diskussion | Beiträge)

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von griechisch: ektos - außen; topos - Ort

1 Definition

Der Begriff der Hodenektopie stammt aus dem Fachbereich der Urologie bzw. der Pädiatrie und bezeichnet eine Fehllage des Hodens außerhalb des physiologischen Weges, den der Hoden während des Deszensus beschreibt.

2 Hintergrund

Im Rahmen der Entwicklung des männlichen Kindes kommt es im physiologischen Normalfall zu einem Deszensus, also einem Hinabwandern, des Hodens in das Skrotum. Als Führungsstruktur dient hierbei das Gubernaculum testis. Gelangt der Hoden bis zum Ende der Schwangerschaft nicht bis in das Skrotum, spricht man vom Maldeszensus testis. Eine Sonderform des Maldeszensus ist die Hodenektopie, bei der der Hoden außerhalb des vorgesehenen Weges zu liegen kommt. Alle Formen des Maldeszensus testis bergen die Gefahr späterer Infertilität des Kindes und erhöhen das Risiko eines malignen Hodentumors um ein Vielfaches, weshalb eine Therapie immer angezeigt ist.

3 Formen der Hodenektopie

Die Möglichkeiten, an denen ein Hoden im Rahmen einer Ektopie zu liegen kommen kann, sind vielfältig. So kann ein Hoden sowohl abdominal als auch inguinal oder femoral zu liegen kommen. Auch ektope Lagen in der Subkutis, im Bereich des Dammes oder gar auf dem Penisschaft sind beschrieben worden.

4 Diagnostik

Differentialdiagnostisch muss hier vom echten Kryptorchismus (Bauchhoden), dem Leistenhoden, dem Pendelhoden oder dem Gleithoden differenziert werden.

Bei der Diagnostik steht daher die körperliche Untersuchung mit der Palpation des Skrotums , sowie des Leistenkanals an erster Stelle. Hierbei kann auf der betroffenen Seite im Skrotum kein Hoden palpiert werden.

Oft ist es hilfreich, die Eltern nach beobachteten Schwellungen zu Befragen, die Hinweise auf die Verortung des Hodens geben können. Zum Auffinden des Hodens, sowie zur Diagnosesicherung ist eine Sonographie sinnvoll. Sollte eine Sonographie ergebnislos verlaufen, ist eine explorative Laparoskopie häufig das weiterführende diagnostische Mittel.

5 Therapie

Je nach Lage kann es möglich werden, den ektopen Hoden an seine regelrechte Lage in das Skrotum zu verbringen und mittels einer Orchidopexie im Skrotum zu fixieren. Sollte der Hoden aufgrund seiner Fehllage oder etwaiger nicht korrigierbarer anatomischer Fehlbildungen nicht in die regelhafte Position zurück verbracht werden können, ist meist die Orchiektomie die einzige therapeutische Methode. Auch bei älteren Jungen, bei denen eine Reposition des Hodens bei jahrelang bestehender Ektopie möglich wäre, ist aufgrund der wahrscheinlichen Infertilität und des stark erhöhten Karzinomrisikos eine Orchiektomie zu diskutieren.

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