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Hexobarbital ist ein [[intravenös]]es [[Anästhetikum]] aus der Gruppe der [[Barbiturat]]e, das heute kaum noch verwendet wird.
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'''Hexobarbital''' ist ein [[intravenös]]es [[Anästhetikum]] aus der Gruppe der [[Barbiturat]]e, das heute in Deutschland nicht mehr verwendet wird.
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Hexobarbital wird sowohl als [[Säure]] als auch als [[Natriumsalz]] mit hypnotischer und [[sedativ]]er Wirkung eingesetzt. Moderne Barbiturate wie [[Thiopental]] haben Hexobarbital weitgehend verdrängt, da sie eine bessere Kontrolle der [[Narkosetiefe]] erlauben.
  
 
==Geschichte==
 
==Geschichte==
In den 40er und 50er Jahren wurde es als Agens zur [[Narkoseeinleitung]] für [[Operation|operative Eingriffe]] verwendet, aber auch als schnell- und kurzwirkendes [[Hypnotikum]] zum allgemeinen Gebrauch. Es wurde außerdem zur Ermordnung von weiblichen Gefangenen des Konzentrationslagers Ravensbruck eingesetzt.
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In den 1940er und 1950er Jahren wurde Hexobarbital als Agens zur [[Narkoseeinleitung]] für [[Operation|operative Eingriffe]] verwendet, aber auch als schnell- und kurzwirksames [[Hypnotikum]] zum allgemeinen Gebrauch. Es wurde außerdem zur Ermordung von weiblichen Gefangenen des Konzentrationslagers Ravensbruck eingesetzt.
  
==Allgemeines==
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==Wirkmechanismus==
Hexobarbital wird sowohl als [[Säure]] als auch als [[Natriumsalz]] gehandelt in Form von Citopan, Evipan und Tobinal mit hypnotischer und [[sedativ]]er Wirkung. Moderne Barbiturate wie [[Thiopental]] hat die Verwendung von Hexobarbital weitestgehend verdrängt, da sie eine bessere Kontrolle über die Tiefe der [[Narkose]] erlauben.
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Hexobarbital ist ein [[Agonist]] des [[ionotrop]]en [[GABA-A-Rezeptor|GABA<sub>A</sub>-Rezeptors]]. Der Wirkstoff führt über die Aktivierung von [[Chloridkanal|Chloridkanälen]] im Gehirn zur Hemmung der [[Formatio reticularis]] und wirkt damit [[hypnotisch]]. Wie alle Barbiturate wirkt Hexobarbital nicht [[analgetisch]], sondern bewirkt eher eine gesteigerte [[Schmerz]]empfindlichkeit ([[Hyperalgesie]]). Zudem kommt es zu ''keiner'' ausreichenden [[Muskelrelaxation]].
  
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==Pharmakokinetik==
Hexobarbital führt zur Hemmung der [[Formatio reticularis]] und wirkt somit [[hypnotisch]]. Wie alle Barbiturate wirkt Hexobarbital nicht [[analgetisch]], sondern bewirkt eher eine gesteigerte [[Schmerz]]empfindlichkeit ([[Hyperalgesie]]). Zudem kommt es zu '''keiner''' ausreichenden [[Muskelrelaxation]].
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Hexobarbital ist schlecht lipidlöslich und zeigt dadurch einen verzögerten Wirkungseintritt. Die [[Anschlagszeit]] wird mit ungefähr 60 Sekunden angegeben. Unter den Barbituraten besitzt Hexobarbital mit 15-30 min die längste Wirkdauer. Die [[Elimination]] erfolgt überwiegend [[renal]], die partielle Rückresorption geht mit einer Wirkungsverlängerung einher. Die [[Eliminationshalbwertszeit]] beträgt ca. 4 Stunden.
  
 
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Hexobarbital ist in Deutschland nicht mehr zur Anwendung als Arzneimittel zugelassen. Ehemalige Indikationen waren:
 
* Narkoseeinleitung (nicht als Mononarkotikum geeignet)
 
* Narkoseeinleitung (nicht als Mononarkotikum geeignet)
* ferner: "Barbituratnarkose" beim [[Status epilepticus]]
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* "Barbituratnarkose" beim [[Status epilepticus]]
 
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* [[Insomnie]]
==Pharmakodynamik==
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Unter den Barbituraten besitzt Hexobarbital die längste Wirkdauer mit 15-30 min und einer Eliminations-Halbwertszeit von ca. 4 h. Die Anschlagszeit beträgt etwa 60 Sekunden.
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==Nebenwirkungen==
 
==Nebenwirkungen==
* [[Suchtpotential]]
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* [[Suchtpotential]] ([[Barbituratabhängigkeit]])
 
* [[Atemdepression]]: eingeschränkte Reaktion auf [[Hyperkapnie]] und [[Hypoxie]]
 
* [[Atemdepression]]: eingeschränkte Reaktion auf [[Hyperkapnie]] und [[Hypoxie]]
* kardiovaskuläre Depression:
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* Kardiovaskuläre Depression:
** Abnahme des [[Herzzeitvolumen]]s, was zu einerm [[Blutdruckabfall]] führt
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** Abnahme des [[Herzzeitvolumen]]s mit [[Blutdruckabfall]]
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** Reflektorische [[Tachykardie]] (CAVE: Herzerkrankungen)
 
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[[Somatostatin]] verlängert und verstärkt die Wirkung von Hexobarbital.
  
 
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* akute [[Porphyrie]]
 
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* schwere [[Myokardinsuffizienz]]/[[Schock]]
* akute Intoxikationen mit zentraldämpfenden Pharmaka / [[Alkohol]]
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* akute [[Intoxikation]]en mit zentraldämpfenden Pharmaka/[[Alkohol]]
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* [[Anämie]], [[Septikämie]], [[Krebs]]erkrankungen, [[Ileus]]
 
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[[Fachgebiet:Anästhesiologie]]
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[[Tag:Barbiturat]]
 
[[Tag:Barbiturat]]
 
[[Tag:Klinische Pharmakologie]]
 
[[Tag:Klinische Pharmakologie]]
 
[[Tag:Narkoseeinleitung]]
 
[[Tag:Narkoseeinleitung]]

Aktuelle Version vom 25. September 2017, 12:07 Uhr

Handelsnamen: Citopan®, Evipan®, Tobinal®
Englisch: hexobarbitone

1 Definition

Hexobarbital ist ein intravenöses Anästhetikum aus der Gruppe der Barbiturate, das heute in Deutschland nicht mehr verwendet wird.

2 Hintergrund

Hexobarbital wird sowohl als Säure als auch als Natriumsalz mit hypnotischer und sedativer Wirkung eingesetzt. Moderne Barbiturate wie Thiopental haben Hexobarbital weitgehend verdrängt, da sie eine bessere Kontrolle der Narkosetiefe erlauben.

3 Geschichte

In den 1940er und 1950er Jahren wurde Hexobarbital als Agens zur Narkoseeinleitung für operative Eingriffe verwendet, aber auch als schnell- und kurzwirksames Hypnotikum zum allgemeinen Gebrauch. Es wurde außerdem zur Ermordung von weiblichen Gefangenen des Konzentrationslagers Ravensbruck eingesetzt.

4 Wirkmechanismus

Hexobarbital ist ein Agonist des ionotropen GABAA-Rezeptors. Der Wirkstoff führt über die Aktivierung von Chloridkanälen im Gehirn zur Hemmung der Formatio reticularis und wirkt damit hypnotisch. Wie alle Barbiturate wirkt Hexobarbital nicht analgetisch, sondern bewirkt eher eine gesteigerte Schmerzempfindlichkeit (Hyperalgesie). Zudem kommt es zu keiner ausreichenden Muskelrelaxation.

5 Pharmakokinetik

Hexobarbital ist schlecht lipidlöslich und zeigt dadurch einen verzögerten Wirkungseintritt. Die Anschlagszeit wird mit ungefähr 60 Sekunden angegeben. Unter den Barbituraten besitzt Hexobarbital mit 15-30 min die längste Wirkdauer. Die Elimination erfolgt überwiegend renal, die partielle Rückresorption geht mit einer Wirkungsverlängerung einher. Die Eliminationshalbwertszeit beträgt ca. 4 Stunden.

6 Indikation

Hexobarbital ist in Deutschland nicht mehr zur Anwendung als Arzneimittel zugelassen. Ehemalige Indikationen waren:

7 Nebenwirkungen

8 Wechselwirkungen

Hexobarbital zeigt Wechselwirkungen mit Substanzen, die eine sedierende oder atemdepressive Wirkung haben, v.a. mit Alkohol. Der pharmakodynamische Agonismus führt zur Verstärkung zentral dämpfender und atemdepressiver Effekte. Darüber hinaus führt der Wirkstoff zu einem beschleunigten Abbau von anderen Arzneistoffen (z.B. Zytostatika und Antibiotika) durch Enzyminduktion mit entsprechender Wirkungsminderung.

Somatostatin verlängert und verstärkt die Wirkung von Hexobarbital.

9 Kontraindikation

Diese Seite wurde zuletzt am 25. September 2017 um 12:07 Uhr bearbeitet.

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