Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Herzinfarkt

Version vom 9. April 2015, 21:10 Uhr von Nicht mehr aktiv :-( (Diskussion | Beiträge)

Synonyme: Myokardinfarkt, Herzmuskelinfarkt
Englisch: myocardial infarction

1 Definition

Herzinfarkt bezeichnet den regionalen Untergang von Myokard aufgrund einer lokalen Durchblutungsstörung. Ursächlich dabei ist die Verengung des Lumens eines Astes der Koronargefäße.

2 Ursachen

Meist liegt dem Herzinfarkt eine chronische Entzündung in der Wand der Koronararterien zugrunde, die nur von einer dünnen Fibrinschicht bedeckt wird. Kommt es jetzt zu akuter Belastung durch z.B. Bluthochdruck, so reisst dieser Fibrinbelag auf. Durch Zytokine alarmierte Thrombozyten versuchen zügig diesen Riss zu verschliessen und es kommt zu einem Verschluss einer oder mehrerer Koronararterien durch ein Gerinnsel (thrombembolischer Gefäßverschluß).

3 Risikofaktoren

Klassische Risikofaktoren für die Entstehung des Herzinfarkts und der Arteriosklerose sind insbesondere Rauchen, Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte, Diabetes sowie falsche Ernährung, erhöhter Alkoholkonsum, Bewegungsmangel, chronische Entzündungsherde (z.B. Parodontitis) und Stress. Als Mitverursacher vieler Herz-Kreislauf-Erkrankungen treten zunehmend auch erbliche Faktoren in den Fokus.

4 Epidemiologie

Der Herzinfarkt ist eine der häufigsten Todesursachen in den reichen Ländern: In Deutschland erleiden rund 280.000 Menschen jährlich einen Herzinfarkt, 90.000 von ihnen überleben ihn nicht.

5 Einteilung

5.1 ... nach Ausbreitung in den Wandschichten

  • Transmuraler Infarkt (Nekrose betrifft alle Wandschichten)
  • Intramuraler Infarkt (Nekrose ist auf Teilschichten begrenzt)

5.2 ... nach dem Versorgungsgebiet der entsprechenden Koronararterien

5.3 ... nach EKG-Veränderungen

  • STEMI (ST-elevation myocardial infarction)
  • NSTEMI (Non-ST-elevation myocardial infarction)

6 Symptome

Etwa 20% der Infarkte sind asymptomatisch (stummer Infarkt). Das Ausmaß und die Qualität der Symptomatik ist interindividuell sehr variabel.

Klassisches Leitsymptom ist die Angina pectoris mit akut auftretendem retrosternalen Schmerz, unter Umständen ausstrahlend in den linken Arm, Hals, Unterkiefer, Rücken oder Oberbauch. Der Schmerz kann als sehr bedrohlich empfunden werden (Vernichtungsschmerz) und mit Todesangst einhergehen. Er ist nicht atem- oder lageabhängig.

Betroffene empfinden Dyspnoe, sind häufig kaltschweissig und blass. Die Akren können als Ausdruck eines Blutdruckabfalls bei versagender Pumpleistung zyanotisch sein. Häufig bestehen Arrhythmien, meistens tachykard, bei Hinterwandinfarkten häufiger bradykard. Weiterhin bestehen häufig Schwindel (auch Bewusstlosigkeit) und Übelkeit (u.U. mit Erbrechen).

7 Komplikationen

Die Komplikationen nach einem Herzinfarkt lassen sich in Früh- und Spätkomplikationen einteilen. Die frühen Komplikationen treten i.d.R. innerhalb der ersten Woche nach dem Infarktgeschehen auf.

7.1 Frühkomplikationen

7.2 Spätkomplikationen

8 Diagnostik

8.1 Basisdiagnostik

8.2 EKG-Diagnose

Bei Verdacht auf einen Herzinfarkt sollte sofort ein Ruhe-EKG abgeleitet werden, bei Verdacht auf Hinterwandinfarkt können die Ableitungen nach Nehb hilfreiche Zusatzinformation geben. Als Infarktzeichen gelten unter anderem ST-Hebungen, ein R-Verlust und das sogenannte Erstickungs-T.

siehe auch: EKG-Infarktzeichen

8.3 Labordiagnostik

Beim Herzinfarkt gelangen vermehrt Enzyme aus den geschädigten Herzmuskelzellen in das Blut und sind dort in erhöhter Konzentration nachweisbar

Dabei muss zwischen herzmuskelspezifischen Enzymen (Troponin T, CK-MB) und herzmuskelunspezifischen Enzymen (Myoglobin, Gesamt-CK, AST, ALT, LDH unterschieden werden. Am frühesten (2-3 h) sind Myoglobin und Troponin T nachweisbar, erhöhte Werte für CK-MB, AST und ALT sind 4-8 Stunden nach Infarkt nachweisbar, ein LDH-Anstieg nach 24-60 Stunden.

siehe auch: Labordiagnostik beim Herzinfarkt

8.4 Zusatzdiagnostik

9 Notfalltherapie

Gemäss den Leitlinien der AHA und der ERC muss man beim Herzinfarkt immer das MONA-Schema, d.h. Morphium, Sauerstoffgabe, Nitrate und Azetylsalizylsäure (ASS) anwenden. Die Heparingabe ist umstritten und wird nicht von allen Autoren empfohlen. Morphium ist auch zur Nachlastsenkung und nicht alleine zur Schmerzbekämpfung erforderlich. Nitrat senkt die Vorlast und Azetylsalizylsäure wird verwendet um die Aggregation der immer weiter angeschwemmten Thrombozyten zu verhindern. Der Patient sollte - sofern die Kreislaufsituation dies zulässt - mit erhöhtem Oberkörper gelagert werden, um die Vorlast zu senken.

10 Therapie

10.1 Akuttherapie

Ein akuter Herzinfarkt erfordert die umgehende stationäre Aufnahme in ein Krankenhaus und eine intensivmedizinische Betreuung. Die Akuttherapie umfasst unter anderem

10.2 Revaskularisierende Therapie

Als revaskularisierende Therapie bezeichnet man Maßnahmen, die darauf ausgerichtet sind, die Perfusion des Herzmuskels wieder zu verbessern. Dazu zählen:

10.3 Reinfarktprophylaxe

Die Reinfarktprophylaxe dient der Verhinderung eines erneuten Herzinfarkts.

11 Weiterführende Informationen


Modifiziert nach Wikipedia

Diese Seite wurde zuletzt am 25. Januar 2020 um 21:23 Uhr bearbeitet.

Gast
Schöner Betrag, zeigt sich mal wieder dass Doccheck deutlich bessere Artikel als Wikipedia schreibt.
#1 am 15.06.2014 von Gast (Nichtmedizinischer Beruf)

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

135 Wertungen (3.61 ø)

844.552 Aufrufe

Hast du eine allgemeine Frage?
Hast du eine Frage zum Inhalt?
Copyright ©2020 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: