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Hepatitis E

Version vom 25. Oktober 2015, 17:37 Uhr von Cand. med. Daniel Olivier Sutter (Diskussion | Beiträge)

Synonym: Virushepatitis E

1 Definition

Bei der Hepatitis E handelt es sich um eine Form der Virushepatitis, die vor allem in südostasiatischen, zentralasiatischen und indischen Regionen verbreitet ist und in unseren Breitengraden zumeist als fäkal-oral übertragene Reiseinfektion auftritt.

2 Erreger

Das Hepatitis-E-Virus (HEV) ist ein 27-48 nm messendes, unregelmäßig gestaltetes RNA-Einzelstrang-haltiges Partikel, das sich am besten im Stuhl der Patienten finden lässt (RNA-Einzel(+)-Strang-Virus).

3 Übertragung

Die Übertragung des Hepatitis E Virus findet oral (Wasser, Essen), oder fäkal-oral als Schmierinfektion statt. Da eine Übertragung zwischen Menschen bisher nicht nachgewiesen werden konnte, stellt die Hygiene eine der besten Präventionsmöglichkeiten dar.

4 Epidemiologie

Die Virushepatitis E findet sich vor allem auf dem indischen Subkontinent, in Südost- und Zentralasien, sowie in afrikanischen Gebieten und Mexiko. Auch in den USA und Italien wurden sporadische Erkrankungen berichtet.

Erregerreservoir sind unter anderem Schweine (beispielsweise sind 60% der Schweizer Mastschweine HEV positiv[1]), Schafe, Mäuse, Ratten und Affen, aber vor allem fäkal verunreinigtes Trinkwasser. Dies stellt gerade bei Überschwemmungen und Monsun ein Hygieneproblem dar.

In einer repräsentativen Studie[2] an über 4.000 Probanden in Deutschland aus dem Jahr 2012 wurde eine Seroprävalenz von Anti-HEV-IgG von 16,8 % festgestellt. Dies stellt die bisherige Ansicht, dass Hepatitis E hauptsächlich eine Reisekrankheit ist, in Frage.

5 Klinik

Die Virushepatitis E ist eine Virushepatitis des selbstlimitierenden, akuten Typs. Es sind keine chronischen Verlaufsformen der enteral übertragenen Erkrankung bekannt. Sie ist klinisch nicht von der Hepatitis A zu unterscheiden, jedoch in ihrer Verlaufsform schwerer (in etwa 0,5% der Fälle tödlich). Die Inkubationszeit beträgt 2-8 Wochen.

Bei Schwangeren zeigt die Krankheit eine deutlich höhere Letalität von fast 20%, ausgehend von einem fulminanten Verlauf mit akut auftretender Leberinsuffizienz.

6 Diagnostik

Die Diagnose der Hepatitis E wird durch den Nachweis von Anti-HEV-IgM und Anti-HEV-IgG gesichert. In frühen Stadien der Infektion ist der direkte Nachweis von HEV-RNA aus Stuhl und Blut durch PCR möglich.

siehe auch: Hepatitis-Serologie

7 Therapie

Es ist keine Therapie oder Impfung (in Entwicklung) der akuten Hepatitis E vorhanden, so dass die Prävention (Hygiene) hier den größten Beitrag zur Verhinderung der Krankheit leisten muss. Nach längerer Zeit ist auch eine Reinfektion mit der Krankheit möglich, da der protektive Effekt der HEV-Antikörper zurückgeht und schließlich verschwindet.

8 Quellen

  1. Wacheck S, Sarno E, Märtlbauer E, Zweifel C, Stephan R: Seroprevalence of Anti-Hepatitis E Virus and Anti-Salmonella Antibodies in Pigs at Slaughter in Switzerland Journal of food protection. 08/2012; 75(8):1483-5.
  2. Faber MS, Wenzel JJ, Jilg W, Thamm M, Höhle M, Stark K: Hepatitis E Virus Seroprevalence among Adults, Germany. Emerg Infect Dis. 2012 Oct;18(10):1654-7

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