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Hepatische Enzephalopathie

Version vom 22. Dezember 2007, 17:27 Uhr von 80.135.125.119 (Diskussion)

Englisch: hepatic encephalopathy

1 Definition

Die hepatische Enzephalopathie ist eine Funktionsstörung des ZNS, die durch eine fortgeschrittene Lebererkrankung (z.B. Leberzirrhose) mit Leberfunktionsstörung bedingt ist.

2 Pathophysiologie

Die neurologisch-psychatrischen Auffälligkeiten im Rahmen der hepatischen Enzephalopathie erklären sich durch die mangelhafte Elimination des Zellgifts Ammoniak aus dem Blut. Eine Hyperammonämie führt über die Ausbildung eines zytotoxischen Ödems der Hirnzellen zu einem erhöhten ICP und letztlich zum Hirnödem.

Der Manifestation bzw. Exazerbation einer hepatischen Enzephalopathie gehen häufig fördernde Faktoren zuvor, beispielsweise:

3 Klinik

Das Spektrum der Veränderungen reicht von leichten subklinischen Erscheinungen bishin zum Vollbild des Coma hepaticum.

Leichtgradige Veränderungen umfassen Konzentrationsstörungen, verlangsamte Reaktion, verändertes Schlafverhalten, Veränderungen des Schriftbildes und Flapping Tremor.

3.1 Einteilung

Zur besseren Objektivierbarkeit besteht eine an der klinischen Symptomatik orientierte Einteilung für die hepatische Enzephalopathie:

  • Grad 1: Konzentrationsstörungen, Stimmungsschwankungen, Probleme beim Lösen einfacher Rechenaufgaben.
  • Grad 2: vermehrte Schläfrigkeit und eingeschränkte zeitliche Orientierung.
  • Grad 3: Somnolenz, unzusammenhängende Sprache bei Erwecken
  • Grad 4: Coma hepaticum (Leberkoma)

4 Diagnostik

Bei der Diagnostik im Rahmen einer hepatischen Enzephalopathie geht es um den Ausschluss anderer Ursachen für die neurologischen Störungen und eine Beurteilung des Schweregrades der Enzephalopathie.

5 Therapie

Die Therapie ist abhängig vom Schweregrad und zielt hauptsächlich auf die Verringerung des Ammoniakanfalls. Sie umfasst unter anderem:

Bei einer chronischen hepatischen Enzephalopathie sind diätetische Maßnahmen sinnvoll. So kann die Proteinbelastung durch ovolaktovegetabile Diät reduziert werden. Ebenso kann durch die tägliche Einnahme von Lactulose die Ammoniakproduktion im Darm verringert werden. Bei absoluter Proteinintoleranz können Aminosäuren-Supplemente gegeben werden. Die Gabe von Zink hat ebenfalls häufig positive Auswirkungen.

Patienten mit einem bestehenden TIPS profitieren gelegentlich von einer Verkleinerung des Shuntdurchmessers mit vermehrter Durchblutung der Leber.

Diese Seite wurde zuletzt am 22. Dezember 2007 um 17:27 Uhr bearbeitet.

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