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HeLa-Zelle

Version vom 15. Oktober 2019, 10:48 Uhr von Andreas Hecker (Diskussion | Beiträge)

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1 Definition

HeLa-Zellen sind isolierte, menschliche Epithelzellen eines Zervixkarzinoms und werden häufig in der Krebsforschung als Model genutzt.[1]

2 Herkunft

Die Zellen stammen aus einer Biopsie eines Zervixtumors der afroamerikanischen Patienten Henrietta Lacks aus dem Jahr 1951. George Otto versuchte aus dieser Gewebeprobe am Johns Hopkins Hospital in Baltimore, Maryland die erste potentiell unsterbliche Zelllinie zu etablieren, was ihm auch gelang. Der Name HeLa-Zellen setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der Patientin zusammen, die 8 Monate nach ihrer Diagnose bereits verstarb.[1]

3 Eigenschaften

HeLa-Zellen sind immortalisiert[1] und gelten als robust und dadurch einfach zu kultivieren.

3.1 Genom

Das Genom der HeLa-Zellen ist, typisch für Krebszellen, stark aneuploid. Analysen der CCL2 HeLa-Zelllinie zeigte, dass sie aus zwei hypertriploiden Subpopulationen mit variablen 76 – 80 Chromosomen (22 - 25 abnormale Chromosomen) besteht.[2] Das Genom des Tumorgenese-initiierende humane Papillomvirus ist auf dem Chromosom 21 integriert.[3]

4 Medizinischer Nutzen

Ursprünglich wurden diese Zelllinie in den 50er Jahren von Georg Gey und dessen Kollegen in Minneapolis genutzt, um Polio-Viren zu diagnostizieren.[1] Bis heute werden HeLa-Zellen für Grundlagenforschung und medizinischer Forschung genutzt. Laut der naturwissenschaftlichen Datenbank Pubmed basieren mehr als 75.000 registrierte auf Experimente mit HeLa-Zellen.[4]

5 Kontaminierung

Laut einer Studie sind ca. 1/3 der humanen Zelllinien durch andere Zellen kontaminiert.[5]

6 Quelle

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Masters JR et al. HeLa cells 50 years on: the good, the bad, the ugly., Nat Rev Cancer 2002, 2(4):315-9, abgerufen am 15.10.2019
  2. Landry JJM et al. The Genomic and Transcriptomic Landscape of a HeLa Cell Line., G3 (Bethesda) 2013, 3(8):1213-1224, abgerufen am 15.10.2019
  3. Adey A et al. The haplotype-resolved genome and epigenome of the aneuploid HeLa cancer cell line., Nature 2013, 500(7461):207-211, abgerufen am 15.10.2019
  4. Callaway E et al. Deal done over HeLa cell line., Nature 2013, 500(7461):132-3, abgerufen am 15.10.2019
  5. Lucey BP et al. Henrietta Lacks, HeLa cells, and cell culture contamination., Arch Pathol Lab Med 2009, 133(9):1463-7, abgerufen am 15.10.2019

Tags:

Fachgebiete: Labormedizin, Onkologie

Diese Seite wurde zuletzt am 16. Oktober 2019 um 10:07 Uhr bearbeitet.

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