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HeLa-Zelle: Unterschied zwischen den Versionen

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Aktuelle Version vom 30. Oktober 2019, 18:55 Uhr

Synonyme: HeLa-Linie, HeLa-Zellstamm

1 Definition

HeLa-Zellen sind isolierte, menschliche Epithelzellen eines Zervixkarzinoms und werden häufig in der Krebsforschung als Model genutzt.[1]

2 Hintergrund

Die Zellen stammen aus einer Biopsie eines Zervixtumors der afroamerikanischen Patientin Henrietta Lacks aus dem Jahr 1951. George Otto versuchte aus dieser Gewebeprobe am Johns Hopkins Hospital in Baltimore, Maryland, die erste potentiell unsterbliche Zelllinie zu etablieren, was ihm auch gelang.

Der Name HeLa-Zellen setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der Patientin zusammen, die bereits 8 Monate nach ihrer Diagnose verstarb.[1]

3 Eigenschaften

HeLa-Zellen sind immortalisiert[1] und gelten als robust und dadurch einfach zu kultivieren.

3.1 Genom

Das Genom der HeLa-Zellen ist, typisch für Krebszellen, stark aneuploid. Analysen der HeLa-Zelllinie CCL2 zeigten, dass diese aus zwei hypertriploiden Subpopulationen mit variablen 76 bis 80 Chromosomen (22 - 25 abnormale Chromosomen) besteht.[2]

Weiterhin findet sich das Genom eines humanen Papillomvirus 18 auf dem Chromosom 21 integriert.[3] Ein virales Onkogen inaktivierte den Tumorsuppressor p53. Zusätzlich sind die Zellen durch eine Mutation im HLA-Gen auf Chromosom 6 entartet.

4 Anwendung

Ursprünglich wurden diese Zelllinie in den 50er Jahren von Georg Gey und dessen Kollegen in Minneapolis zur Diagnostik von Polio-Viren verwendet (Neutralisationstest).[1]

Heutzutage (2019) werden HeLa-Zellen zur Grundlagenforschung genutzt. Laut der naturwissenschaftlichen Datenbank Pubmed basieren mehr als 75.000 Experimente auf HeLa-Zellen.[4]

5 Kontaminierung

Laut einer Studie sind viele Zellkulturen durch HeLa-Zellen kontaminiert.[5]

6 Quelle

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Masters JR et al. HeLa cells 50 years on: the good, the bad, the ugly, Nat Rev Cancer 2002, 2(4):315-9, abgerufen am 15.10.2019
  2. Landry JJM et al. The Genomic and Transcriptomic Landscape of a HeLa Cell Line, G3 (Bethesda) 2013, 3(8):1213-1224, abgerufen am 15.10.2019
  3. Adey A et al. The haplotype-resolved genome and epigenome of the aneuploid HeLa cancer cell line, Nature 2013, 500(7461):207-211, abgerufen am 15.10.2019
  4. Callaway E et al. Deal done over HeLa cell line., Nature 2013, 500(7461):132-3, abgerufen am 15.10.2019
  5. Lucey BP et al. Henrietta Lacks, HeLa cells, and cell culture contamination., Arch Pathol Lab Med 2009, 133(9):1463-7, abgerufen am 15.10.2019

Tags:

Fachgebiete: Labormedizin, Onkologie

Diese Seite wurde zuletzt am 16. Oktober 2019 um 15:13 Uhr bearbeitet.

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