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Hashimoto-Thyreoiditis

Version vom 24. Oktober 2005, 13:03 Uhr von 195.82.66.147 (Diskussion)

Nach Hakaru Hashimoto (1881 bis 1934) , japanischer Pathologe
Synonyme: Autoimmunthyreopathie Typ 1A, Autoimmunthyreopathie Typ 2A
Englisch: Hashimoto's thyroiditis

1 Definition

Bei der Hashimoto-Thyreoiditis handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse (Autoimmunthyreopathie). Das Krankheitsbild wurde erstmals im Jahre 1912 von dem in Berlin tätigen japanischen Chirurgen Hakaru Hashimoto beschrieben.

2 Ätiologie und Pathogenese

Die Erkrankung ist durch eine Zerstörung der Schildrüsenzellen charakterisiert, für die verschiedene zelluläre und humorale Immunprozesse verantwortlich sind. Die genauen Auslösemechanismen der Immunreaktion sind noch weitgehend unbekannt. Ursächlich ist eine Bildung von mikrosomalen Antikörpern gegen die Schilddrüsen-Peroxidase (TPO-AK, MAK) und von Antikörpern gegen Thyreoglobulin (Tg-AK). Diese führen zu einer Beeinträchtigung der normalen Schilddrüsenfunktion.

Bei einem kleinen Prozentsatz der Hashimoto-Patienten ist der Antikörpernachweis negativ.

3 Einteilung

3.1 ...nach Schilddrüsenvolumen

  • atrophe Form: Kontinuierliche Abnahme des Schilddrüsenvolumens
  • hypertrophe Form: Zunahme des Schilddrüsenvolumen mit Entwicklung einer Struma

3.2 ...nach Stoffwechsellage

4 Diagnostik

Diagnostische Kriterien für eine Hashimoto-Thyreoiditis sind:

5 Symptome

Die Symptome der Hashimoto-Thyreoiditis sind sehr unterschiedlich und oft schwer zu interpretieren. Ein Teil der Fällle verläuft asymptomatisch oder symptomarm und lässt sich durch Substitution von Schilddrüsenhormonen vollständig therapieren. Ein anderer Teil der Patienten zeigt schwere Verläufe mit mannigfaltigen und oft irreführenden Symptomen.

Anfangs stehen kurzzeitig die Symptome einer Thyreotoxikose (Hashitoxikose) im Vordergrund, später Symptome einer Hypothyreose.

6 Therapie

Der zugrunde liegende Defekt des Immunsystems kann zur Zeit (2005) nicht behandelt werden. Immunsuppressiva sind bei der Hashimoto-Thyreoiditis weitgehend wirkungslos.

Die Therapie fokussiert sich auf die Regulation des Schilddrüsenhormonspiegels. In der Phase der Hashitoxikose wird von einigen Autoren ein Therapieversuch mit Thyreostatika empfohlen, andere sehen Thyreostatika als ineffektiv an.

Die Behandlung der im weiteren Verlauf auftretenden Hypothyreose besteht in der lebenslangen Substitution von L-Thyroxin. Die Einnahme jodhaltiger Medikamente sollte vermieden werden. Gelegentlich kann die Einnahme von Selen (200 µg) helfen, die Antikörper zu senken.

7 Prognose

Eine Hashimoto-Thyreoiditis heilt nicht aus, die T4-Substitution muß lebenslänglich erfolgen. Gelegentlich kann es zur Ausbildung zervikaler Lymphome kommen, weshalb in regelmäßigen Abständen Schilddrüsen-Sonographien erforderlich sind.

8 Weiterführende Links

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