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Harnstoff

Version vom 19. Oktober 2004, 18:10 Uhr von Nicht mehr aktiv :-( (Diskussion | Beiträge)

Andere Namen: Carbamid, Carbonyldiamid, Kohlensäurediamid

Bei den meisten Organismen besteht die Tendenz, das aus dem Aminosäure-Abbau stammende Ammoniak wieder zu nutzen. Dies wird durch die Glutamatdehydrogenase-Reaktion ermöglicht. Ammoniak ist aber eine hoch toxische Substanz. Bereits eine geringfügige Erhöhung der Amoniakkonzentration im Serum führt zur Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit des Zentralnervensystems, im Extremfall tritt ein komatöser Zustand ein (Ammoniakintoxikation). Daher ist eine rasche Entfernung des im Stoffwechsel stickstoffhaltiger Verbindungen entstehenden Ammoniaks notwendig. Daher wird von den meisten wirbeltieren und Wirbellosen der nicht benötigte Anteil des entstandenen Ammoniaks entweder als Harnstoff, als Ammoniak oder als Harnsäure ausgeschieden.

  * ureotelische Organismen (Landwirbeltiere, Mensch) bilden aus dem Amino-Stickstoff
      Harnstoff
  * ammonotelische Organismen (viele Wassertiere und Knochenfische) geben den Stickstoff 
      als Ammoniak ab.
  * uricotelische Organismen (Vögel und landbewohnende Reptilien) scheiden den Amino-
     Stickstoff als Harnsäure aus.

Beim Menschen als Ureotel wird der Ammoniak zum überwiegenden Teil (80 - 90%) zu einer im Wasser gut löslichen, untoxischen Substanz, den Harnstoff, abgebaut, dadurch entgiftet und ausgeschieden. Die Harnstoff-Stickstoffkonzentration im Serum beträgt etwa das 50 bis 100 fache der toxischen Ammoniakkonzentration. Die Harnstoffkonzentration im Serum und im Harn sind Funktionen des Eiweißumsatzes. Je größer der Eiweißumsatz, desto höher ist auch die Harnstoffausscheidung, gesteuert durch sogenannte adaptive Enzyme des Harnstoffzyklus. Die Harnstoffsynthese erfolgt vorwiegend in der Leber, nur in diesem Organ sind alle Enzyme des Harnstoffzyklus in höherer aktivität vorhanden.

Diese Seite wurde zuletzt am 15. März 2017 um 17:21 Uhr bearbeitet.

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