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Harnblase

Version vom 17. März 2005, 05:37 Uhr von 80.135.118.253 (Diskussion)

von lateinisch: vesica - Blase; urina - Harn
Synonym: Vesica urinaria
Englisch: urinary bladder

1 Definition

Die Harnblase ist ein dehnbares Hohlorgan im Bereich des kleinen Beckens, das der Speicherung des Urins dient.

2 Anatomie

Die Harnblase befindet sich im kleinen Becken und weist nur an ihrer kranialen Seite im Bereich des Apex vesicae einen Überzug aus Peritoneum auf. Anatomisch unterscheidet man verschiedene Bereiche:

  • Apex vesicae: Von Peritoneum überzogene kraniale Fläche der Blase
  • Corpus vesicae: Blasenkörper
  • Fundus vesicae: Blasengrund, aus dem im Bereich des Trigonum vesicae die Urethra austritt
  • Cervix vesicae: Blasenhals

Die beiden Ureteren (Harnleiter) münden seitlich in die Harnblase. Die Mündungsstellen bezeichnet man als Ureterostien. Die Urethra (Harnröhre) ist die Verlängerung des Cervix: An dieser Stelle befindet sich das sogenannte Blasenzäpfchen (Uvula vesicae), das die Blase von dorsal her gegenüber der Urethra abdichtet und somit dem Kontinenzerhalt dient. Die Blase erhält ihre nervale Innervation von Ästen des Sympathikus und Parasympathikus und enthält einen eigenen Nervenplexus.

3 Histologie

Die Harnblase ist in ihrem Lumen von Urothel ausgekleidet, das einer dünnen Bindegewebeschicht aufsitzt. Eine Tunica muscularis unterstützt durch ihre Kontraktionen die Blasenentleerung. An der kranialen Seite ist die Blase von Peritoneum überzogen.

4 Funktion

Die Blase dient dem Sammeln des Sekundärharns nach der Nierenpassage und ist in der Lage, etwa 500 ml Flüssigkeit zu speichern; allerdings nehmen bereits halber Füllung die Dehnungsrezeptoren in der Blasenwand eine zunehmende Wandspannung wahr und führen somit zum Reiz, Wasser lassen zu müssen (siehe Miktion).

5 Pathophysiologie

Die Blase kann eine Reihe von krankheitsbedingten oder angeborenen Fehlbildungen aufweisen (beispielsweise die Vesica fibrosa). Bei einem Harnstau (beispielsweise aufgrund einer Prostatahyperplasie) kann es zu einer zunehmenden Dehnung der Blase (bis hin zur Vesica gigantea) und zu inkompletter Entleerung kommen (Restharn).
Bei fortgeleiteten Harnwegsinfekten kann auch die Blase im Rahmen einer Zystitis mit einbezogen werden.

Diese Seite wurde zuletzt am 19. Januar 2018 um 01:33 Uhr bearbeitet.

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