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Haloperidol

Version vom 24. Juli 2020, 12:06 Uhr von Dr. Frank Antwerpes (Diskussion | Beiträge)

Handelsnamen: Haldol ®, Serenase®
Latein: Haloperidolum
Englisch: haloperidol

1 Definition

Haloperidol ist ein Arzneistoff, der zu den typischen Neuroleptika aus der Gruppe der Butyrophenone gehört.

2 Chemie

Haloperidol ist chemisch gesehen der Butyrophenonen zuzuordnen. Die chemische Bezeichnung für Haloperidol ist 4-[4-(4-Chlorphenyl)-4-hydroxypiperidino]-4-fluorbutyrophenon. Die Summenformel lautet C21H23ClFNO2.

3 Geschichte

Haloperidol wurde 1958 erstmals vom belgischen Pharmaunternehmer Paul Janssen synthetisiert und 1959 in Belgien als Medikament zugelassen.

4 Wirkmechanismus

Haloperidol ist ein starker zentral wirksamer D2-Rezeptorantagonist mit einer geringeren Affinität zu D1-,D3- und D4-Rezeptoren. In den empfohlenen Dosen übt er nur eine geringe Wirkung auf die alpha-1-Adrenozeptoren aus. Der Wirkstoff hat keine antihistaminerge oder anticholinerge Wirkung.

5 Wirkprofil

Haloperidol unterdrückt Wahnvorstellungen und Halluzinationen, indem es die dopaminerge Signalgebung im mesolimbischen System blockiert. Die Blockade der zentralen Dopaminrezeptoren wirkt sich auf die Basalganglien des nigrostriatalen Systems aus. Haloperidol führt zu einer starken psychomotorischen Dämpfung, was die günstige Wirkung bei Manien und anderen Erregungszuständen erklärt.

Die Wirkung auf die Basalganglien ist wahrscheinlich die Ursache für unerwünschte extrapyramidalmotorische Störungen (Dystonie, Akathisie und Parkinsonismus). Die antidopaminerge Wirkung von Haloperidol auf laktotrope Zellen im Hypophysenvorderlappen erklärt die Hyperprolaktinämie infolge einer Blockierung der Dopamin-vermittelten tonischen Hemmung der Prolaktinsekretion.

6 Indikation

Haloperidol wird zur Behandlung akuter und chronischer Psychosen eingesetzt. Außerdem wird es zur Therapie von Schizophrenie und Manien verschrieben. In manchen Fällen wird es zur Behandlung von Tic-Störungen verwendet.

Haloperidol wirkt auch als Antiemetikum und wird als solches vor allem in der Schmerztherapie gegen Opioid-induzierte Übelkeit bzw. Opioid-induziertes Erbrechen eingesetzt.

Parenterales Haloperidol ist weiterhin ein häufig eingesetztes Medikament in der Notfallpsychiatrie und wird oft zusammen mit einem Benzodiazepin wie Lorazepam i.m. appliziert. Es ist darüber hinaus effektiv gegen die Intoxikation mit psychedelischen Substanzen wie LSD, Mescalin oder Psilocybin.

7 Darreichungsformen

Haloperidol ist in verschiedenen Darreichungsformen verfügbar, u.a. in Form von Tabletten und Tropflösungen zur oralen Einnahme sowie als Injektionslösung zur i.m.-Injektion, auch als Depotform.

8 Nebenwirkungen

Haloperidol hat eine Vielzahl von Nebenwirkungen auf das ZNS und die Motorik, die an das klinische Bild eines Morbus Parkinson erinnern und deshalb als Parkinsonoid bezeichnet werden. Typische Nebenwirkungen sind:

Nach dem Beginn der Therapie kommt es häufig zu Müdigkeit und Krämpfen im Kopf-, Hals- und Rachenbereich. Nach längerer Einnahme treten Muskelsteifheit und Bewegungsarmut auf. Gegen Haloperidol-induzierte Dyskinesien kommt Biperiden zum Einsatz.

In sehr seltenen Fällen kommt es zum lebensbedrohlichen neuroleptischem Syndrom, einem Ileus oder Kreislaufversagen.

9 Wechselwirkungen

10 Kontraindikationen

Zu den Gegenanzeigen von Haloperidol zählen u.a.:

Diese Seite wurde zuletzt am 24. Juli 2020 um 12:13 Uhr bearbeitet.

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