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Habituelle Aphthen: Unterschied zwischen den Versionen

(Antiseptisch bzw. anästhesierend)
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Aphthen befallen typischerweise die beweglichen Partien der Mundschleimhaut, vor allem die Innenseite der [[Wange]]n und [[Lippe]]n, sowie den [[Mundboden]] und die [[Zunge]]nunterseite.
 
Aphthen befallen typischerweise die beweglichen Partien der Mundschleimhaut, vor allem die Innenseite der [[Wange]]n und [[Lippe]]n, sowie den [[Mundboden]] und die [[Zunge]]nunterseite.
  
Sie beginnen meist unbemerkt als schmale, ovale rötliche Schwellung, die binnen kurzer Frist ulzeriert. Die Geschwüre grenzen sich scharf gegen die gesunde Mundschleimhaut ab und sind meist von einem schmalen rötlichen Entzündungssaum (Halo) umgeben. Der Grund des Ulkus ist von [[Fibrinbelag|Fibrinbelägen]] bedeckt und erscheint weißlich bis gelblich. Die Größe der Apthen kann von wenigen Millimetern bis zu - in schweren Fällen - mehr als 2 Zentimetern reichen (Major-Form).  
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Sie beginnen meist unbemerkt als schmale, ovale rötliche Schwellung, die binnen kurzer Frist [[ulzeriert]]. Die Geschwüre grenzen sich scharf gegen die gesunde Mundschleimhaut ab und sind meist von einem schmalen rötlichen Entzündungssaum ([[Halo]]) umgeben. Der Grund des [[Ulkus]] ist von [[Fibrinbelag|Fibrinbelägen]] bedeckt und erscheint weißlich bis gelblich. Die Größe der Apthen kann von wenigen Millimetern bis zu - in schweren Fällen - mehr als 2 Zentimetern reichen (Major-Form).  
  
Normalerweise kommen Aphthen [[solitär]] oder in geringer Anzahl vor. Einzelstehende Aphthen können [[konfluieren]].   
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In der Regel heilen Aphthen innerhalb von 1-2 Wochen ohne Narbenbildung ab. Bei schweren Verläufen mit tiefen und ausgedehnten Ulzera kann eine Narbe zurückbleiben. Schwere Verläufe mit [[Fieber]] sollten [[internist]]isch abgeklärt werden.
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In der Regel heilen Aphthen innerhalb von 1-2 Wochen ohne [[Narbenbildung]] ab. Bei schweren Verläufen mit tiefen und ausgedehnten Ulzera kann eine Narbe zurückbleiben. Schwere Verläufe mit [[Fieber]] sollten [[internist]]isch abgeklärt werden.
  
 
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Man kann mehrere Formen von habituellen Aphthen unterscheiden:
 
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Sie ist mit ca. 80-90% der Fälle die häufigste Form und entspricht der oben geschilderten Symptomatik. Es imponieren einzelne, flache [[Erosion]]en (< 0,5 cm), die nach einer Dauer von 1-2 Wochen narbenfrei abheilen.
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Bei der seltenen Major-Form kommt es zu einzelstehenden, großen Erosionen (> 1 cm), die eine wochenlange [[Persistenz]] aufweisen und nur sehr langsam, ggf. unter [[Narbenbildung]] abheilen.
 
Bei der seltenen Major-Form kommt es zu einzelstehenden, großen Erosionen (> 1 cm), die eine wochenlange [[Persistenz]] aufweisen und nur sehr langsam, ggf. unter [[Narbenbildung]] abheilen.
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===Herpetifomer Typ===
 
===Herpetifomer Typ===
 
Bei dieser noch selteneren Form kommt es zu multiplen, kleinen Erosionen verteilt über die ganze [[Mundhöhle]]. Der herpetiforme Typ tritt meist erst in höheren Lebensjahren auf.
 
Bei dieser noch selteneren Form kommt es zu multiplen, kleinen Erosionen verteilt über die ganze [[Mundhöhle]]. Der herpetiforme Typ tritt meist erst in höheren Lebensjahren auf.
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* [[Morbus Behçet]]
 
* [[Morbus Behçet]]
 
* [[Sweet-Syndrom]]
 
* [[Sweet-Syndrom]]
* Mundschleimhautläsionen bei entzündlichen Darmerkrankungen (z.B. [[Zöliakie]])
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* Mundschleimhautläsionen bei [[entzündliche Darmerkrankung|entzündlichen Darmerkrankungen]] (z.B. [[Zöliakie]])
 
* Mundschleimhautläsionen bei [[AIDS]]
 
* Mundschleimhautläsionen bei [[AIDS]]
  

Version vom 30. Dezember 2013, 17:04 Uhr

Synonyme: Schleimhautaphthen, Mundfäule, chronisch rezidivierende Aphthose, Aften
Englisch: RAS - Recurrent Aphthous Stomatitis, canker sores

1 Definition

Als Habituelle Aphthen bezeichnet man eine äußerst schmerzhafte, nicht-infektiöse, entzündliche Erkrankung der Mundschleimhaut, die häufig rezidiviert.

2 Epidemiologie

Aphthen sind die in Industrieländern am meisten verbreitete Mundschleimhauterkrankung. Schätzungen gehen davon aus, dass mehr als 25% der Bevölkerung an Aphthen leidet.

3 Ätiologie

Die genaue Ursache von habituellen Aphthen ist unklar. Als Auslöser kommen unter anderem Traumen (z.B. versehentliches Beißen in die Mundschleimhaut), Lebensmittelunverträglichkeiten (z.B. auf Nüsse, Zitrusfrüchte), Bestandteile von Zahnpasten (Natriumlaurylsulfat), immunologische Erkrankungen (z.B. Behcet-Syndrom) oder Virusinfektionen in Betracht. Mittels PCR konnten molekularbiologisch in Aphthen Genomfragmente von Viren der Herpesgruppe (z.B. Zytomegalieviren) nachgewiesen werden.

Auch Allergien und Stress werden mit habituellen Aphthen in Verbindung gebracht. Andere Autoren machen einen Eisen-, Folsäure- oder Vitamin B12-Mangel für Aphthen verantwortlich.

Vor dem Hintergrund der vielen verschiedenen Erklärungsmodelle ist es durchaus denkbar, dass habituelle Aphthen nur der gemeinsame Ausdruck ätiologisch sehr unterschiedlicher Störungen der Mundschleimhaut sind.

4 Symptome

Aphthen befallen typischerweise die beweglichen Partien der Mundschleimhaut, vor allem die Innenseite der Wangen und Lippen, sowie den Mundboden und die Zungenunterseite.

Sie beginnen meist unbemerkt als schmale, ovale rötliche Schwellung, die binnen kurzer Frist ulzeriert. Die Geschwüre grenzen sich scharf gegen die gesunde Mundschleimhaut ab und sind meist von einem schmalen rötlichen Entzündungssaum (Halo) umgeben. Der Grund des Ulkus ist von Fibrinbelägen bedeckt und erscheint weißlich bis gelblich. Die Größe der Apthen kann von wenigen Millimetern bis zu - in schweren Fällen - mehr als 2 Zentimetern reichen (Major-Form).

Normalerweise kommen Aphthen solitär oder in geringer Anzahl vor. Einzeln stehende Aphthen können konfluieren.

In der Regel heilen Aphthen innerhalb von 1-2 Wochen ohne Narbenbildung ab. Bei schweren Verläufen mit tiefen und ausgedehnten Ulzera kann eine Narbe zurückbleiben. Schwere Verläufe mit Fieber sollten internistisch abgeklärt werden.

5 Einteilung

Man kann mehrere Formen von habituellen Aphthen unterscheiden:

5.1 Minor-Form

Sie ist mit ca. 80-90% der Fälle die häufigste Form und entspricht der oben geschilderten Symptomatik. Es imponieren einzelne, flache Erosionen (< 0,5 cm), die nach einer Dauer von 1-2 Wochen narbenfrei abheilen.

5.2 Major-Form

Bei der seltenen Major-Form kommt es zu einzelstehenden, großen Erosionen (> 1 cm), die eine wochenlange Persistenz aufweisen und nur sehr langsam, ggf. unter Narbenbildung abheilen.

5.3 Herpetifomer Typ

Bei dieser noch selteneren Form kommt es zu multiplen, kleinen Erosionen verteilt über die ganze Mundhöhle. Der herpetiforme Typ tritt meist erst in höheren Lebensjahren auf.

6 Differentialdiagnosen

7 Therapie

Die Therapie von habituelle Aphthen ist in der Regel unbefriedigend, was sich in der Vielzahl der vorgeschlagenen Behandlungsmaßnahmen äußert.

Wenn ein Zusammenhang mit Ernährungsgewohnheiten besteht, kommt als prohylaktische Maßnahme die Vermeidung der auslösenden Lebensmittel ("Karenz") in Frage. Auch eine Reduzierung des Schleimhautkontakts durch Verwendung von Strohhalmen kann - zumindest bei Säften - Erleichterung bringen.

7.1 Lokaltherapie

7.1.1 Antiseptisch bzw. anästhesierend

Die Lokaltherapie ist symptomatisch ausgerichtet und besteht in der Applikation von schmerzlindernden, anästhesierenden und wundheilungsfördernden Gelen, Haftsalben und Mundspülungen (z.B. Adstrigenzien, Chlorhexidin oder Polihexanid). Der durchschnittlich einwöchige Verlauf wird dadurch in der Regel nicht verkürzt. Rezepturen für Haftpasten und Mundspülungen sind:

7.1.2 Antiphlogistisch

In ausgeprägteren Fällen werden auch kortikoidhaltige Gele, Pasten (z.B. Volon® A Haftsalbe oder Dontisolon® D Mundheilpaste) oder Spülungen verordnet - gegebenfalls in Kombination mit Tretinoin oder Dexpanthenol. Rezepturen für kortikoidhaltige und wundheilungsfördernde Haftpasten und Mundspülungen sind:

Als Off-Label-Use ist eine Therapie mit einem diclofenachaltigen Gel (z.B. Solaraze® 3% Gel) möglich. Außerdem kann eine Therapie mit benzydaminhaltigen Sprays, Lösungen oder Lutschtabletten (z.B. Tantum Verde®) hilfreich sein.

7.1.3 Antibiotisch

Die Therapie mit einer tetracyclin- oder chlortetracyclinhaltigen Mundspülung bzw. Paste kann die Erkrankungsdauer ebenfalls verkürzen. Hierfür kommen folgende Rezepturen zum Einsatz:

S: Bis 5 x tgl. mit 5 - 10 ml unverdünnter Lösung den Mund spülen. Vor Gebrauch schütteln.

S: 3 x tgl. auf die Aphthen applizieren

7.2 Systemische Therapie

Bei schweren Verläufen, bei denen eine Lokaltherapie keine Besserung bringt, kann eine systemische Therapie mit folgenden Wirkstoffen versucht werden:

  • Col­chicin (0,5 - 2 mg/Tag, über 6 Wochen und länger)
  • Pentoxifyllin (2 x 600 mg/Tag, auf Dauer)
  • Dapson (50 mg/Tag, auf Dauer über Monate)
  • Doxycyclin (50 - 100 mg/Tag, für 3 - 6 Monate oder länger)

Als Ultima ratio kommt eine Therapie mit Thalidomid (100 - 300 mg/Tag, über Monate) in Frage - bei Frauen nur unter strenger Antikonzeption.

Eine bisher wenig bekannte Behandlung besteht in der systemischen Einnahme von Folsäure in der Dosierung von 5 mg tgl. für eine Woche. Frühzeitig bei Beginn der Aphthe eingenommen, kann der Verlauf verkürzt werden. Bei regelmäßiger Einnahme von Folsäure (z.B. 2,5 mg tgl.) soll auch die Rezidivhäufigkeit sinken. Bei starken Schmerzen können auch Analgetika (z.B. Ibuprofen 400 mg, S: 4x1/Tag p.o., oder Paracetamol 500 mg, S: 4x1/Tag) eingesetzt werden.

7.3 Weitere therapeutische Maßnahmen

Darüber hinaus werden neben unzähligen Hausmitteln unter anderem Glycyrrhizin, Orangenöl oder Myrrhentinktur angewendet. Wissenschaftler der Universitätszahnklinik Göteborg haben eine Zahncreme entwickelt, welche in einer doppelblinden, placebokontrollierten Studie die Anzahl der Tage mit Aphthen vermindern konnte.[1] Folgende Rezepturen können ebenfalls zur Anwendung kommen:

  • Tormentill-Myrrhe-Adstringens (NRF 7.1.) ad 20,0 g
  • Ratanhia-Myrrhe-Adstringens (NRF 7.1.) ad 20,0 g
  • Tinct. Ratanhiae 10,0, Tinct. Chamomillae 20,0 in Tinct. Salviae ad 50,0 g

8 Weblinks

9 Quellen

  1. Coli et al.: The effect of a dentifrice in the prevention of recurrent aphthous stomatitis. Oral Health Prev Dent. 2004;2(2):133-41.

Diese Seite wurde zuletzt am 16. März 2018 um 11:37 Uhr bearbeitet.

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