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Haarzelle

Version vom 8. Dezember 2020, 18:28 Uhr von Dr. Frank Antwerpes (Diskussion | Beiträge)

Englisch: hair cell

1 Definition

Haarzellen sind Rezeptoren (Sinneszellen) des Innenohrs, die mechanische Reize in elektrische Aktivität umwandeln. Sie gehören zur Klasse der Mechanorezeptoren und können - je nach Typ - durch Schall oder Rotations- bzw. Linearbeschleunigung erregt werden.

Hinweis: Als Haarzellen bezeichnet man auch pathologisch veränderte Blutzellen im Rahmen einer Haarzellenleukämie.

2 Einteilung

Man unterscheidet die cochleären Haarzellen der Hörschnecke und die vestibulären Haarzellen des Gleichgewichtsorgans. Die cochleären Haarzellen lassen sich weiter in innere Haarzellen von den äußere Haarzellen differenzieren. Beide befinden sich im Corti'schen Organ und tragen die so genannten Haarbündel, welche die eigentliche Reizaufnahme besorgen. Diese Bündel bestehen aus einzelnen Stereozilien. Die Transduktion der Reize an allen Haarzellen erfolgt mit Hilfe von Tip-Links.

siehe auch: elektro-mechanische Transduktion

2.1 Cochleäre Haarzellen

2.1.1 Innere Haarzellen

Die inneren Haarzellen, englisch "Inner Hair Cells" (IHC), befinden sich in einer Zellreihe an der Innenseite des Corti-Organs, d.h. näher am Modiolus. Sie sind die eigentlichen "Tonaufnehmer" im Innenohr. Im Innenohr gibt es ungefähr 3.000 innere Haarzellen.

2.1.2 Äußere Haarzellen

Die äußeren Haarzellen, englisch "Outer Hair Cells" (OHC), stehen in bis zu drei Zellreihen auf der Außenseite des Corti-Organs. Auf ihrem apikalen Zellpol finden sich 3 Reihen W-förmig angeordneter Stereozilien. Die Stereozilien der äußeren Haarzellen sind in der Tektorialmembran verankert.

Die äußeren Haarzellen sind die aktiven Verstärker im Innenohr. Sie beeinflussen durch eine Längenänderung die Schwingungen des Corti-Organs ("elektro-mechanische Transduktion"). Bei einer Depolarisation kommt es zu einer Verkürzung der Zelle, bei einer Hyperpolarisation zu einer Längenzunahme. Die äußeren Haarzellen können auch anaerob arbeiten und sind die Verursacher der otoakustischen Emissionen (OAE). Im Innenohr befinden sich etwa 12.000 äußere Haarzellen.

Ausgehend vom Nucleus olivaris superior erhalten sie eine umfangreiche efferente Innervation, die wahrscheinlich zur selektiven Verstärkung von Frequenzen dient. Dies soll die Wahrnehmung gewisser Töne und Geräusche zusätzlich verstärken, wenn man sich darauf konzentriert.

2.2 Vestibuläre Haarzellen

Die vestibulären Haarzellen des Gleichgewichtsorgans sind sekundäre Sinneszellen, die in Stützzellen eingebettet sind. Sie besitzen wie die Haarzellen des cochleären Organs ca. 80 Stereozilien, jedoch im Unterschied zu diesen noch ein langes, nur passiv bewegliches Kinozilium. Man unterscheidet hier Typ I- von Typ II-Zellen, wobei diese Unterscheidung lediglich morphologisch ist. Beide Zilienarten ragen in eine galertige Masse hinein.

3 Klinik

Durch verschiedene Noxen können die Haarzellen in ihrer Funktion beeinträchtigt werden. Dazu gehören:

Diese Seite wurde zuletzt am 22. Januar 2021 um 18:08 Uhr bearbeitet.

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