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Haarzelle: Unterschied zwischen den Versionen

(Äußere Haarzellen)
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==Einteilung==
 
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Man unterscheidet die ''inneren Haarzellen'' von den ''äußeren Haarzellen''. Beide befinden sich im [[Corti-Organ|Corti'schen Organ]] und tragen die so genannten Haarbündel, welche die eigentliche Reizaufnahme besorgen. Diese Bündel bestehen aus einzelnen [[Stereozilie]]n.  
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Man unterscheidet die [[cochleär]]en Haarzellen der Hörschnecke und die [[vestibulär]]en Haarzellen des [[Gleichgewichtsorgan]]s. Die cochleären Haarzellen lassen sich weiter in ''innere Haarzellen'' von den ''äußere Haarzellen'' differenzieren. Beide befinden sich im [[Corti-Organ|Corti'schen Organ]] und tragen die so genannten Haarbündel, welche die eigentliche Reizaufnahme besorgen. Diese Bündel bestehen aus einzelnen [[Stereozilie]]n bzw. Stereovilli. Dabei handelt es sich um sehr lange [[Mikrovilli]], die aus [[Aktinfilament]]en bestehen. Die Transduktion der Reize an allen Haarzellen erfolgt mit Hilfe von [[Tip-Links]].  
  
===Innere Haarzellen===
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''siehe auch:'' [[elektro-mechanische Transduktion]]
Die '''inneren Haarzellen''', englisch "Inner Hair Cells" (IHC), befinden sich in einer  Zellreihe an der Innenseite des Corti-Organs, d.h. näher am [[Modiolus]]. Sie sind die eigentlichen "Tonaufnehmer" im Innenohr. Im Innenohr gibt es ungefähr 3.000 innere Haarzellen.
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===Äußere Haarzellen===
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===Cochleäre Haarzellen===
Die '''äußeren Haarzellen''', englisch "Outer Hair Cells" (OHC), stehen in bis zu drei Zellreihen auf der Außenseite des Corti-Organs. Auf ihrem apikalen Zellpol finden sich 3 Reihen W-förmig angeordneter Stereozilien. Die Stereozilien der äußeren Haarzellen sind in der [[Tektorialmembran]] verankert.  
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====Innere Haarzellen====
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Die inneren Haarzellen, englisch "Inner Hair Cells" (IHC), befinden sich in einer  Zellreihe an der Innenseite des Corti-Organs, d.h. näher am [[Modiolus]]. Sie sind die eigentlichen "Tonaufnehmer" im Innenohr. Im Innenohr gibt es ungefähr 3.000 innere Haarzellen.
  
Die äußeren Haarzellen sind die aktiven Verstärker im Innenohr. Sie beeinflussen durch eine Längenänderung die Schwingungen des Corti-Organs (''siehe [[elektro-mechanische Transduktion]]''). Bei Depolarisation kommt es zu einer Verkürzung der Zelle bzw. zu einer Längenzunahme bei Hyperpolarisation (''Elektromotilität''). Sie können auch [[anaerob]] arbeiten und sind die Verursacher der [[otoakustische Emission|otoakustischen Emission]]en (OAE). Im Innenohr befinden sich etwa 12.000 äußere Haarzellen.
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Die äußeren Haarzellen, englisch "Outer Hair Cells" (OHC), stehen in bis zu drei Zellreihen auf der Außenseite des Corti-Organs. Auf ihrem apikalen Zellpol finden sich 3 Reihen W-förmig angeordneter Stereozilien. Die Stereozilien der äußeren Haarzellen sind in der [[Tektorialmembran]] verankert.  
  
Ausgehend vom [[Nucleus olivaris superior]] erhalten sie eine umfangreiche [[efferent]]e [[Innervation]], die wahrscheinlich zur selektiven Verstärkung von Frequenzen dient. Dies soll die Wahrnehmung gewisser Töne und Geräusche zusätzlich verstärken, wenn man sich darauf konzentriert.
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Die äußeren Haarzellen sind die aktiven Verstärker im Innenohr. Sie beeinflussen durch eine Längenänderung die Schwingungen des Corti-Organs ("[[elektro-mechanische Transduktion]]"). Bei einer [[Depolarisation]] kommt es zu einer Verkürzung der Zelle, bei einer [[Hyperpolarisation]] zu einer Längenzunahme. Die äußeren Haarzellen können auch [[anaerob]] arbeiten und sind die Verursacher der [[otoakustische Emission|otoakustischen Emission]]en (OAE). Im Innenohr befinden sich etwa 12.000 äußere Haarzellen.
  
Die Transduktion der Reize an der Haarzelle erfolgt mit Hilfe der [[Tip-Links]]. (''Transduktionsmechanismen, siehe: [[elektro-mechanische Transduktion]]'')
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Ausgehend vom [[Nucleus olivaris superior]] und vom [[Corpus trapezoideum]] erhalten sie eine umfangreiche [[efferent]]e [[Innervation]], die wahrscheinlich zur selektiven Verstärkung von Frequenzen dient. Dies soll die Wahrnehmung gewisser Töne und Geräusche zusätzlich verstärken, wenn man sich darauf konzentriert.
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===Vestibuläre Haarzellen===
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Die vestibulären Haarzellen des Gleichgewichtsorgans sind sekundäre [[Sinneszelle]]n, die in [[Stützzelle]]n eingebettet sind. Sie weisen am apikalen Zellpol ca. 50-80 Stereozilien auf. Im Unterschied zu den Haarzellen des cochleären Organs besitzen die vestibulären Haarzellen zusätzlich  ein langes, nur passiv bewegliches [[Kinozilium]], zu dem hin die Stereozilien treppenförmig ansteigen. Beide Zilienarten ragen in eine galertige Masse hinein. Man unterscheidet bei vestibulären Haarzellen Typ I- von Typ II-Zellen, wobei diese Unterscheidung lediglich [[morphologisch]] ist.
  
 
==Klinik==
 
==Klinik==

Aktuelle Version vom 22. Januar 2021, 18:08 Uhr

Englisch: hair cell

1 Definition

Haarzellen sind Rezeptoren (Sinneszellen) des Innenohrs, die mechanische Reize in elektrische Aktivität umwandeln. Sie gehören zur Klasse der Mechanorezeptoren und können - je nach Typ - durch Schall oder Rotations- bzw. Linearbeschleunigung erregt werden.

Hinweis: Als Haarzellen bezeichnet man auch pathologisch veränderte Blutzellen im Rahmen einer Haarzellenleukämie.

2 Einteilung

Man unterscheidet die cochleären Haarzellen der Hörschnecke und die vestibulären Haarzellen des Gleichgewichtsorgans. Die cochleären Haarzellen lassen sich weiter in innere Haarzellen von den äußere Haarzellen differenzieren. Beide befinden sich im Corti'schen Organ und tragen die so genannten Haarbündel, welche die eigentliche Reizaufnahme besorgen. Diese Bündel bestehen aus einzelnen Stereozilien bzw. Stereovilli. Dabei handelt es sich um sehr lange Mikrovilli, die aus Aktinfilamenten bestehen. Die Transduktion der Reize an allen Haarzellen erfolgt mit Hilfe von Tip-Links.

siehe auch: elektro-mechanische Transduktion

2.1 Cochleäre Haarzellen

2.1.1 Innere Haarzellen

Die inneren Haarzellen, englisch "Inner Hair Cells" (IHC), befinden sich in einer Zellreihe an der Innenseite des Corti-Organs, d.h. näher am Modiolus. Sie sind die eigentlichen "Tonaufnehmer" im Innenohr. Im Innenohr gibt es ungefähr 3.000 innere Haarzellen.

2.1.2 Äußere Haarzellen

Die äußeren Haarzellen, englisch "Outer Hair Cells" (OHC), stehen in bis zu drei Zellreihen auf der Außenseite des Corti-Organs. Auf ihrem apikalen Zellpol finden sich 3 Reihen W-förmig angeordneter Stereozilien. Die Stereozilien der äußeren Haarzellen sind in der Tektorialmembran verankert.

Die äußeren Haarzellen sind die aktiven Verstärker im Innenohr. Sie beeinflussen durch eine Längenänderung die Schwingungen des Corti-Organs ("elektro-mechanische Transduktion"). Bei einer Depolarisation kommt es zu einer Verkürzung der Zelle, bei einer Hyperpolarisation zu einer Längenzunahme. Die äußeren Haarzellen können auch anaerob arbeiten und sind die Verursacher der otoakustischen Emissionen (OAE). Im Innenohr befinden sich etwa 12.000 äußere Haarzellen.

Ausgehend vom Nucleus olivaris superior und vom Corpus trapezoideum erhalten sie eine umfangreiche efferente Innervation, die wahrscheinlich zur selektiven Verstärkung von Frequenzen dient. Dies soll die Wahrnehmung gewisser Töne und Geräusche zusätzlich verstärken, wenn man sich darauf konzentriert.

2.2 Vestibuläre Haarzellen

Die vestibulären Haarzellen des Gleichgewichtsorgans sind sekundäre Sinneszellen, die in Stützzellen eingebettet sind. Sie weisen am apikalen Zellpol ca. 50-80 Stereozilien auf. Im Unterschied zu den Haarzellen des cochleären Organs besitzen die vestibulären Haarzellen zusätzlich ein langes, nur passiv bewegliches Kinozilium, zu dem hin die Stereozilien treppenförmig ansteigen. Beide Zilienarten ragen in eine galertige Masse hinein. Man unterscheidet bei vestibulären Haarzellen Typ I- von Typ II-Zellen, wobei diese Unterscheidung lediglich morphologisch ist.

3 Klinik

Durch verschiedene Noxen können die Haarzellen in ihrer Funktion beeinträchtigt werden. Dazu gehören:

Diese Seite wurde zuletzt am 8. Dezember 2020 um 18:28 Uhr bearbeitet.

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