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HBV-DNA-PCR: Unterschied zwischen den Versionen

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==Methoden==
 
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Nach [[Amplifikation]] der (eventuell vorhandenen) viralen DNA erfolgt:
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Die HBV-DNA-PCR ist ein sehr [[sensitiv]]er Labornachweis. Mit Hilfe der [[Realtime-PCR]] (RT-PCR) können bereits geringe Mengen DNA im Blut (1 bis 8 Kopien/ml) nachgewiesen werden. Ältere Methoden ([[Kompetitive PCR]]) haben eine Nachweisgrenze von etwa 10<sup>6</sup> Kopien/ml.
* [[Qualitativ]]er Nachweis ([[Virämie]] ja/nein)
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* [[Quantitativ]]er Nachweis (Höhe der Virämie): mittels
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** [[Real-Time Quantitative PCR|Real-Time PCR]]
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*** Vorteil: der Nachweisbereich ist nach oben unbegrenzt
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*** hohe [[Sensitivität]] je nach Probenvolumen → Nachweis geringster Mengen DNA im Blut (1-8 Kopien/m) ist möglich.
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** [[Hybridisierung]]
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*** Nachteil: geringe Sensitivität → Nachweisgrenze >10<sup>6</sup> Kopien/ml
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** [[Kompetitive PCR]]
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*** Nachweisgrenze von ca. 10<sup>6</sup> Kopien/ml  
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* Bestimmung des [[Genotyp]]s
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===Qualitativer Test===
 
===Qualitativer Test===
Der qualitative Nachweis dient u.a. dem Erkennung von HBsAg-negativen HBV-Infektionen:
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Der weniger aufwändige qualitative Nachweis dient u.a. der Erkennung von HBsAg-negativen HBV-Infektionen vor oder unter [[Immunsuppression]] bzw. bei [[Blutspende]]n. Damit können auch HBsAg-negative, infektiöse Spender erfasst werden, die noch kein HBsAg ausgebildet haben. In der Literatur sind Fälle beschrieben, die auch 60 Tage nach der HBV-Infektion noch HBsAg-negativ waren.
* vor oder unter [[Immunsuppression]]
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* bei [[Blutspende]]n: HBsAg-negative, HBV-infektiöse Spender sind beschrieben, die binnen 60 Tagen noch kein HBsAg ausgebildet haben.
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===Quantitativer Nachweis===
 
===Quantitativer Nachweis===
====Viruslast====
 
 
Der quantitative Test dient u.a. der Überprüfung der Viruslast (Aktivität, Infektiosität) bei [[Hepatitis B|chronischen HBV-Erkrankten]]:
 
Der quantitative Test dient u.a. der Überprüfung der Viruslast (Aktivität, Infektiosität) bei [[Hepatitis B|chronischen HBV-Erkrankten]]:
* [[Immuntoleranz]]: >10<sup>9</sup> Kopien/ml
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* [[Immuntoleranz]]: > 10<sup>9</sup> Kopien/ml
 
* [[Pathogenese|Immunpathogenese]]: 10<sup>5</sup> bis 10<sup>9</sup> Kopien/ml
 
* [[Pathogenese|Immunpathogenese]]: 10<sup>5</sup> bis 10<sup>9</sup> Kopien/ml
* Immunkontrolle: <10<sup>6</sup> Kopien/ml
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* Immunkontrolle: < 10<sup>6</sup> Kopien/ml
====Therapiekontrolle====
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Weiterhin dienen quantitative Tests der Kontrolle einer antivirale Therapie:
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Weiterhin dienen quantitative Tests der Kontrolle einer antiviralen Therapie:
 
* Indikation zur Therapie → HBV-DNA quantitativ
 
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* [[Monitoring]] einer Therapie → HBV-DNA quantitativ
 
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<sup>*</sup>: der Genotyp A wird für HBsAg-Impfstoffe und Referenzproben eingesetzt.
 
<sup>*</sup>: der Genotyp A wird für HBsAg-Impfstoffe und Referenzproben eingesetzt.
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==Literatur==
 
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* Laborlexikon.de, abgerufen am 22.03.2021
 
* Laborlexikon.de, abgerufen am 22.03.2021

Aktuelle Version vom 23. März 2021, 16:01 Uhr

1 Definition

Unter der Abkürzung HBV-DNA-PCR versteht man den direkten Nachweis von Virus-DNA des Hepatitis-B-Virus im Blut durch eine Polymerase-Kettenreaktion (PCR).

2 Indikationen

3 Material

Für die Untersuchung werden 4 ml EDTA-Blut benötigt.

Hinweis zur Abnahme: wegen der Verschleppungsmöglichkeit durch Laborgeräte ist eine Monovette zu verwenden, die nur für diese Untersuchung benutzt wird.

4 Methoden

Die HBV-DNA-PCR ist ein sehr sensitiver Labornachweis. Mit Hilfe der Realtime-PCR (RT-PCR) können bereits geringe Mengen DNA im Blut (1 bis 8 Kopien/ml) nachgewiesen werden. Ältere Methoden (Kompetitive PCR) haben eine Nachweisgrenze von etwa 106 Kopien/ml.

4.1 Qualitativer Test

Der weniger aufwändige qualitative Nachweis dient u.a. der Erkennung von HBsAg-negativen HBV-Infektionen vor oder unter Immunsuppression bzw. bei Blutspenden. Damit können auch HBsAg-negative, infektiöse Spender erfasst werden, die noch kein HBsAg ausgebildet haben. In der Literatur sind Fälle beschrieben, die auch 60 Tage nach der HBV-Infektion noch HBsAg-negativ waren.

4.2 Quantitativer Nachweis

Der quantitative Test dient u.a. der Überprüfung der Viruslast (Aktivität, Infektiosität) bei chronischen HBV-Erkrankten:

Weiterhin dienen quantitative Tests der Kontrolle einer antiviralen Therapie:

  • Indikation zur Therapie → HBV-DNA quantitativ
  • Monitoring einer Therapie → HBV-DNA quantitativ
  • Resistenzerkennung → HBV-DNA quantitativ, Pol-Sequenz
  • Therapie-Ende → HBeAg, HBV-DNA qualitativ oder quantitativ (hochsensitive Methode zum Nachweis geringer Kopienzahlen einsetzen!)

4.3 Genotypen

Genotyp Prävalenz Erkrankte
(in Millionen)
Verbreitung
A* 0,5 % 3
  • Nordeuropa
  • Nordamerika
  • Südafrika
B/C 8 % 240
  • Ostasien
  • Australien
  • Japan
D 2 % 40
  • Russland
  • Indien
  • Westafrika
  • Mittlerer Osten
  • Mittelmeerraum
E 8 % 20 Westafrika
F gering fraglich Südamerika

*: der Genotyp A wird für HBsAg-Impfstoffe und Referenzproben eingesetzt.

5 Literatur

  • Laborlexikon.de, abgerufen am 22.03.2021

Fachgebiete: Labormedizin

Diese Seite wurde zuletzt am 22. März 2021 um 16:25 Uhr bearbeitet.

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