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Händedesinfektion

Version vom 8. März 2008, 23:57 Uhr von Sebastian Bickelhaupt (Diskussion | Beiträge)

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1 Definition

Bei der Händedesinfektion handelt es sich um ein Verfahren, bei der mithilfe von Desinfektionsmitteln eine Verminderung der Anzahl der Mikroorganismen auf den Händen erreicht werden soll und damit eine Übertragung von Hospitalismuskeimen im Umgang mit Patienten oder bei Operationen verhindert werden soll.

2 Grundlagen

Ziel der Händedesinfektion ist es eine Übertragung von Mikroorganismen zwischen Patienten durch Händekontakt oder bei Operationen durch den Operateur zu verhindern.

Da gerade die Hospitalismuskeime ein immer stärker zu Tage tretendes Problem im Krankenhausalltag darstellen, ist die Händedesinfektion das wichtigste Mittel zu Verhinderung einer möglichen Übertragung von Mikroorganismen.

Durch die Desinfektion soll hierbei eine Reduzierung von Mikroorganismen auf eine so geringe Zahl sein, dass diese keine Infektion mehr verursachen können. Die meisten Bakterien sind hierbei mit gängigen Desinfektionsmitteln sicher und zuverlässig abzutöten oder zu inaktivieren wobei die Wirksamkeit des Desinfektionsmittels von Art, Konzentration und Einwirkzeit abhängt und natürlich die Anzahl der vorhandenen Keime eine bedeutende Rolle spielt.

3 Händehygiene

Da die Hände mit das wichtigste "Instrument" des Arztes darstellen und gerade im Krankenhaus ein ständiger Kontakt mit verschiedenen Patienten stattfindet, ist die Händehygiene enorm wichtig.

Beim Händewaschen kommt es zur Ablösung der obersten Epithelschichten, die so zu einer Entfernung von groben Schmutz führt, jedoch die transiente Hautflora und residente Hautflora nicht sonderlich beeinflusst.

Während die transiente Hautflora Keime und Mikroorganismen enthält die sich nur temporär und immer wieder in wechselnder Besetzung auf den oberen Hautschichten aufhalten, finden sich in der residenten Hautflora Keime und Mikroorganismen, die dort in der Regel fester Bestandteil der physiologischen Flora sind, aber gerade bei Operationen ein großes Kontaminationsrisiko bergen.

Bei der Händehygiene sollte daher immer auf eine Händedesinfektion mit einem geeigneten Desinfektionsmittel geachtet werden.

Es werden zwei Arten der Desinfektion unterschieden:

  • hygienische Händedesinfektion
  • chirurgische Händedesinfektion

Die hygienische Händedesinfektion hat das Ziel maßgeblich die transiente Hautflora zu eliminieren und somit eine Kontamination von Patienten durch das Übertragen von Mikroorganismen von einem auf den anderen Patienten zu verhindern. Wie oben angeführt sollte hierbei beachtet werden, dass das Händewaschen keine adäquate Händedesinfektion darstellt, da hierbei zwar grober Schmutz entfernt wird, es jedoch zu keiner Abtötung der potentiell infektiösen Mikroorganismen kommt.

Bei der hygienischen Händedesinfektion sollten 3-5ml eines geeigneten alkoholischen Desinfektionsmittels aufgetragen und mindestens 30 Sekunden verrieben werden.

Bei der chirurgischen Händedesinfektion soll nicht nur die transiente, sondern auch die residente Hautflora zerstört werden um somit jede Übertragung von Keimen zu verhindern.

Nach vorangegangenem Waschen der Hände soll hierbei auf die mit sterilen Handtüchern getrockneten Hände Desinfektionsmittel aufgetragen werden, mehrere Minuten (3-5) eingerieben wird und hierbei immer wieder neues Desinfektionsmittel aufgebracht wird. (näheres auch unter: chirurgische Händedesinfektion)

Fachgebiete: Hygiene

Diese Seite wurde zuletzt am 21. Juli 2015 um 16:51 Uhr bearbeitet.

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