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Hämoglobinkonzentration

Version vom 1. Dezember 2015, 19:41 Uhr von Dr. med. Norbert Ostendorf (Diskussion | Beiträge)

Abkürzung: Hb

1 Definition

Die Hämoglobin-Konzentration (Hb) ist neben der Erythrozytenzahl und dem Hämatokrit ein wichtiger Laborparameter für die Diagnose und Klassifikation von Anämien. Sie ist Teil des Blutbildes. Gemessen wird der Gehalt von Hämoglobin pro Volumeneinheit Blut. Die Angabe erfolgt in mmol/l, g/l oder g/dl. Die Bestimmung erfolgt in der Regel spektralphotometrisch.

2 Probenmaterial

EDTA-Blut, Kapillarblut

3 Sonderformen

Außer im Vollblut kann die Hämoglobinkonzentration auch nach Zentrifugation im Blutplasma gemessen werden, wenn der Verdacht auf eine intravasale Hämolyse besteht ("Hb im Plasma").

Blutgasanalysegeräte messen bei der Bestimmung der Sauerstoffsättigung teilweise ebenfalls die Hämoglobin-Konzentration (Oxymetrie). Bei einfacheren Geräten wird die Hämoglobin-Konzentration geschätzt.

Eine nichtinvasive, transkutane Messung der Hämoglobinkonzentration ist seit einiger Zeit ebenfalls möglich.

Die Hämoglobin-Konzentration kann außerdem in verschiedenen anderen Körperflüssigkeiten quantitativ oder semiquantitativ gemessen werden:

4 Referenzbereich

Der Hämoglobinwert ist stark alters- und geschlechtsabhängig. Von der WHO werden folgende Grenzwerte angegeben:

Männer: 13-18 g/dl
Frauen: 12-16 g/dl
Schwangere: 11 g/dl
Kinder (0,5 bis 6 Jahre): 11 g/dl
Kinder (6 bis 14 Jahre): 12 g/dl

Im Zweifelsfall sind die vom Labor angegebenen Referenzbereiche ausschlaggebend.

5 Interpretation

Erhöhung bei:

Erniedrigung bei:

siehe auch: Anämiediagnostik

Bei raschem, akutem Blutverlust ist die Hämoglobin-Konzentration anfangs nicht vermindert, da der Körper keine Zeit hat, das verlorene Volumen zu ersetzen. Dann besteht nur eine Hypovolämie.

Eine normale Hämoglobin-Konzentration schließt einen chronischen Blutverlust nicht aus, solange der Verlust durch die Erythropoese kompensiert werden kann. Dies ist leicht zu erkennen, wenn die Retikulozytenzahl bestimmt wird.

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