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Hämaturie

Version vom 21. April 2021, 09:33 Uhr von Justus Dög (Diskussion | Beiträge)

von griechisch: häm - Blut; ouron - Harn

1 Definition

Unter einer Hämaturie versteht man das Vorkommen von Erythrozyten bzw. Blut im Urin. Sie ist abzugrenzen von der Hämoglobinurie, bei der keine Erythrozyten, sondern Hämoglobin im Urin auftritt.

2 Einteilung

Je nachdem, ob man die Hämaturie bereits makroskopisch erkennen kann, oder diese erst unter dem Mikroskop sichtbar wird, teilt man sie weiter ein:

  • Mikrohämaturie: Makroskopisch sieht der Urin unauffällig bzw. normal gefärbt aus. Im Urinsediment lässt sich aber eine erhöhte Zahl von Erythrozyten nachweisen. Die Erythrozytenanzahl liegt dabei zwischen 10 bis 1.000/µl Urin bzw. bei mehr als 3 Erythrozyten pro Gesichtsfeld im Mikroskop in zwei von drei Urinproben. Bei der Diagnose mittels Urinteststreifen (z.B. Sangur®-Test), gilt zu beachten, dass das Feld auch bei Hämoglobinurie und Myoglobinurie positiv wird.
  • Makrohämaturie: Es besteht zu einer sichtbare Blutbeimengung (Rotfärbung des Urins). Dabei befinden sich über 1.000 Erythrozyten/µl im Urin.

3 Ursachen

Eine Hämaturie gilt als ein Warnsignal, das immer diagnostisch abgeklärt werden sollte. Zu den möglichen Ursachen gehören:

3.1 ... im Bereich der Niere

3.2 ... im Bereich des Ureters

3.3 ... im Bereich der Harnblase

3.4 ... im Bereich der Urethra

3.5 ...generell

Eine asymptomatische Mikrohämaturie kann auch idiopathisch im Rahmen der idiopathischen konstitutionellen Mikrohämaturie ohne Krankheitswert auftreten.

4 Diagnostik

Häufig steht an erster Stelle die Diagnostik mittels Urinteststreifen. Da der Test jedoch bereits bei physiologischen Werten, Hämoglobinurie oder Myoglobinurie positiv ausfallen kann, sollte bei einem schwach positiven Ergebnis ein quantitativer und qualitativer Nachweis der Erythrozyten im Urinsediment folgen. Im Zuge dieser Untersuchung kann zusätzlich die Erythrozytenmorphologie beurteilt werden, die einen weiteren Hinweis auf die Ätiologie liefern kann. Liegen der Blutung glomeruläre Ursachen zugrunde, finden sich in der Regel dysmorphe Erythrozyten, die Ausdruck einer Zelldeformierung in der Niere sind, z.B. Anulozyten oder Akanthozyten.

Bei jungen Frauen sollte stets erfragt werden, ob die Urinprobe während der Menstruation gewonnen wurde (Präanalytik). Falsch negative Ergebnisse können bei Einnahme zu hoher Dosen an Vitamin C auftreten.

4.1 Weiterführende Diagnostik

In Abhängigkeit vom Alter und den Risikofaktoren des Patienten sind zur Abklärung einer asymptomatischen Mikrohämaturie weitere Untersuchungen notwendig:

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Fachgebiete: Nephrologie, Urologie

Diese Seite wurde zuletzt am 21. April 2021 um 10:34 Uhr bearbeitet.

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