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Gram-Färbung

Version vom 18. September 2005, 10:32 Uhr von 80.226.250.247 (Diskussion)

nach Hans Christian Gram, dänischer Bakteriologe (1853-1928)
Englisch: Gram's stain, Gram stain, Gram staining procedure

1 Definition

Die Gram-Färbung dient zur Darstellung von Bakterien in der Lichtmikroskopie. Nach ihrem Färbeverhalten in der Gram-Färbung werden Bakterien in grampositiv und gramnegativ klassifiziert. Die Gram-Färbung ist eine der wichtigsten Färbungen in der medizinischen Mikrobiologie.

2 Prinzip & Durchführung

Anilin-Farbstoffe bilden mit Jod Komplexe. Diese Farbstoffkomplexe können mit Alkohol aus bakteriellen Zellwänden mit einer Schicht Peptidoglykan (Murein) herausgelöst werden. Enthält die Zellwand eines Bakteriums hingegen mehrere Schichten Peptidoglykan, so kann der Farbstoffkomplex nicht mehr aus der Zellwand gelöst werden.

Die Durchführung an einem hitzefixierten Präparat umfasst vier Einzelschritte:

  1. Färbung: Gentanaviolett (ein Anilin-Farbstoff) wird auf das Präparat gegeben und nach Einwirkung mit Wasser abgespült.
  2. Komplexierung: Lugolsche Lösung (jodhaltig) wird auf das Präparat gegeben und nach Einwirkung ebenfalls abgewaschen.
  3. Entfärbung: In diesem entscheidenden Schritt versucht man eine Entfärbung durchzuführen. Das Präparat wird mit 96%igem Alkohol abgespült, bis keine Farbe mehr abgeht. Bei Bakterien mit mehreren Schichten Peptidoglykan in ihrer Zellwand ist diese Entfärbung erfolglos. Der blaue Farbstoff aus den ersten beiden Schritten sitzt zwischen den Peptidoglykan-Schichten fest. Diese Bakterien sind grampositiv.
  4. Gegenfärbung: Das Präparat wird kurz mit Fuchsin behandelt und noch einmal mit Wasser abgespült. Bakterien mit einer Schicht Peptidoglykan in ihrer Zellwand, die im zuvor durchgeführten Arbeitsschritt entfärbt wurden, werden durch die Behandlung mit Fuchsin erneut gefärbt und erscheinen rot. Es handelt sich also um gramnegative Bakterien.

3 Interpretation

Die Gram-Färbung ist sehr einfach und kostengünstig durchzuführen. Die Interpretation ist einfach:

Durch das Lichtmikroskop kann ebenfalls eine Aussage über die Morphologie (Kokken? Stäbchen?) der vorliegenden Bakterien gemacht werden. So kann in vielen Fällen bereits eine Verdachtsdiagnose erstellt werden, die wegweisend für eine antibiotische Therapie sein kann.

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