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Glykosaminoglykan

Version vom 4. November 2014, 19:23 Uhr von Dr. Frank Antwerpes (Diskussion | Beiträge)

Synonyme: GAG, Saures Mukopolysaccharid
Englisch: glycosaminoglycan

1 Definition

Glykosaminoglykane sind aus repetitiven Disaccharid-Einheiten bestehende, linear aufgebaute, saure Polysaccharide, die ein wichtiger Bestandteil des Bindegewebes sind.

2 Chemie

Die Disaccharid-Einheiten der Glykosaminoglykane bestehen aus Estern einer Uronsäure. Meist handelt es sich um Glucuronsäure, seltener um Iduronsäure. Die Disaccharid-Einheiten sind 1-3-glykosidisch mit einem Aminozucker (z.B. N-Acetylglucosamin) verbunden. Die Kettenbildung der Disaccharid-Einheiten erfolgt durch 1-4-glykosidische Bindungen.

3 Eigenschaften

Glykosaminoglykane haben aufgrund ihrer negativen Ladung die Eigenschaft, Wasser zu binden. Dadurch erhöhen sie die Elastizität der Gewebe oder dienen als biologisches "Schmiermittel". Sie ermöglichen die schnelle Passage von hydrophilen Substanzen und schränken gleichzeitig die Fortbewegung von Fremderreger (Bakterien) ein.

4 Überblick

Glykosaminglykan Bestandteile der Disaccharideinheit Vorkommen
Hyaluronan Glucuronsäure, N-Acetylglucosamin Synovialflüssigkeit, Glaskörper, Nabelschnur
Chondroitin-4-sulfat
(Chondroitinsulfat A)
Glucuronsäure, N-Acetylgalactosamin mit einer Sulfatgruppe an C4 Knorpel, Aorta
Chondroitin-6-sulfat
(Chondroitinsulfat C)
Glucuronsäure, N-Acetylgalactosamin mit einer Sulfatgruppe an C6 Herzklappen
Dermatansulfat
(Chondroitinsulfat B)
Glucuronsäure oder Iduronsäure, N-Acetylgalactosamin mit einer Sulfatgruppe an C4 Haut, Blutgefäße, Herzklappen
Heparin Glucuronsäure oder Iduronsäure, Glucosamin, Uronsäure u. Aminozucker (mit Sulfatgruppen) Lunge, Mastzellen
Heparansulfat Glucoronsäure oder Iduronsäure, Glucosamin oder N-Acetylglucosamin, Uronsäuren u. Aminozuckern (mit Sulfatgruppen) Basallamina, Epithelienoberfläche
Keratansulfat Galaktose, N-Acetylglucosamin mit Sulfatgruppen an Galaktose und N-Acetylglucosamin Kornea, Nucleus pulposus, Knorpel

Hyaluronsäure ist ein Bestandteil der Grundsubstanz der extrazellulären Matrix. In besonders hoher Konzentration findet man sie im Knorpelgewebe, in der Gelenkflüssigkeit und im Glaskörper des Auges vor.

Tags:

Fachgebiete: Biochemie

Diese Seite wurde zuletzt am 5. Januar 2021 um 09:00 Uhr bearbeitet.

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