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Glykosaminoglykan: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Glykosaminoglykane''' sind aus [[repetitiv]]en [[Disaccharid]]-Einheiten bestehende, linear aufgebaute, saure [[Polysaccharid]]e, die ein wichtiger Bestandteil des [[Bindegewebe]]s sind.
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'''Glykosaminoglykane''' sind aus [[repetitiv]]en [[Disaccharid]]-Einheiten bestehende, linear aufgebaute, saure [[Polysaccharid]]e, die ein wichtiger Bestandteil der [[extrazelluläre Matrix|extrazellulären Matrix]] des [[Bindegewebe]]s sind.
  
==Chemie==
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==Biochemie==
Die Disaccharid-Einheiten der Glykosaminoglykane bestehen aus [[Ester]]n einer [[Uronsäure]]. Meist handelt es sich um [[Glucuronsäure]], seltener um [[Iduronsäure]]. Die Disaccharid-Einheiten sind 1-3-[[glykosidisch]] mit einem [[Aminozucker]] (z.B. [[N-Acetylglucosamin]]) verbunden. Die Kettenbildung der Disaccharid-Einheiten erfolgt durch 1-4-glykosidische Bindungen.
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Die Disaccharid-Einheiten der Glykosaminoglykane bestehen aus [[Ester]]n einer [[Uronsäure]]. Meist handelt es sich um [[Glucuronsäure]], seltener um [[Iduronsäure]]. Die Disaccharid-Einheiten sind 1-3-[[glykosidisch]] mit einem [[Aminozucker]] (z.B. [[N-Acetylglucosamin]]) verbunden. Die Kettenbildung der Disaccharid-Einheiten erfolgt durch 1-4-glykosidische Bindungen.  
  
==Eigenschaften==
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Durch entsprechende Seitengruppen ([[Hydroxyl]]-, [[Carboxygruppe|Carboxy]]- oder [[Sulfat]]gruppen) sind die Moleküle negativ geladen. Glykosaminoglykane können in sulfatierte und nicht-sulfatierte Glykosaminoglykane eingeteilt werden. [[Hyaluronsäure]] (Hyaluronan) ist das einzige nicht-sulfatierte Glykosaminoglykan.
Glykosaminoglykane haben die Eigenschaft, Wasser zu binden und erhöhen dadurch die Elastizität der Gewebe oder dienen als biologisches "Schmiermittel".
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==Beispielsubstanzen==
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==Überblick==
Zu den wichtigsten Glykosaminoglykanen zählen unter anderem:
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* [[Hyaluronsäure]]
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* [[Chondroitinsulfat]]
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* [[Keratansulfat]]
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|[[Hyaluronan]] (HA) || [[Glucuronsäure]], [[N-Acetylglucosamin]] || [[Synovia]]lflüssigkeit, [[Glaskörper]], [[Nabelschnur]]
* [[Heparin]]
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Hyaluronsäure ist ein Bestandteil der Grundsubstanz der [[extrazelluläre Matrix|extrazellulären Matrix]]. In besonders hoher Konzentration findet man sie im [[Knorpelgewebe]]s, in der [[Gelenkflüssigkeit]] und im [[Glaskörper]] des Auges vor.
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|[[Chondroitin-4-sulfat]] <br>([[Chondroitinsulfat]] A) || Glucuronsäure, [[N-Acetylgalactosamin]] mit einer Sulfatgruppe an C4 || [[Knorpel]], [[Aorta]]
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|[[Chondroitin-6-sulfat]] <br>(Chondroitinsulfat C) || Glucuronsäure, N-Acetylgalactosamin mit einer Sulfatgruppe an C6 || [[Herzklappe]]n
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|[[Dermatansulfat]] <br>(Chondroitinsulfat B) || Glucuronsäure oder [[Iduronsäure]], N-Acetylgalactosamin mit einer Sulfatgruppe an C4 || [[Haut]], [[Blutgefäß]]e, Herzklappen
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==Funktion==
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Glykosaminoglykane haben aufgrund ihrer negativen Ladung die Eigenschaft, Wasser zu binden. Dadurch erhöhen sie den [[Turgor]] und die Elastizität der Gewebe oder dienen als biologisches "Schmiermittel". Sie ermöglichen die schnelle Passage von hydrophilen Substanzen, schränken aber gleichzeitig die Fortbewegung von größeren Partikeln ([[Bakterien]]) ein.
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* Heparin kommt in den [[sekretorisch]]en [[Granula]] von [[Mastzelle]]n vor und dient hier wahrscheinlich der Stabilisierung und Speicherung von [[Histamin]].
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* Heparansulfat ist u.a. in die [[Zelladhäsion]], die Regulation des Zellwachstums sowie in die [[Angiogenese]] involviert.
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* Keratansulfat spielt eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung des Gewebeturgors.
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* Hyaluronsäure ist ein Bestandteil der Grundsubstanz der [[extrazelluläre Matrix|extrazellulären Matrix]]. In besonders hoher Konzentration findet man sie im [[Knorpelgewebe]], in der [[Gelenkflüssigkeit]] und im [[Glaskörper]] des Auges. Sie ist für die hohe [[Viskoelastizität]] dieser Gewebe bzw. Komponenten verantwortlich.
 
[[Fachgebiet:Biochemie]]
 
[[Fachgebiet:Biochemie]]
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[[Tag:Bindegewebe]]

Aktuelle Version vom 5. Januar 2021, 09:00 Uhr

Synonyme: GAG, Saures Mukopolysaccharid, Saures Polysaccharid
Englisch: glycosaminoglycan

1 Definition

Glykosaminoglykane sind aus repetitiven Disaccharid-Einheiten bestehende, linear aufgebaute, saure Polysaccharide, die ein wichtiger Bestandteil der extrazellulären Matrix des Bindegewebes sind.

2 Biochemie

Die Disaccharid-Einheiten der Glykosaminoglykane bestehen aus Estern einer Uronsäure. Meist handelt es sich um Glucuronsäure, seltener um Iduronsäure. Die Disaccharid-Einheiten sind 1-3-glykosidisch mit einem Aminozucker (z.B. N-Acetylglucosamin) verbunden. Die Kettenbildung der Disaccharid-Einheiten erfolgt durch 1-4-glykosidische Bindungen.

Durch entsprechende Seitengruppen (Hydroxyl-, Carboxy- oder Sulfatgruppen) sind die Moleküle negativ geladen. Glykosaminoglykane können in sulfatierte und nicht-sulfatierte Glykosaminoglykane eingeteilt werden. Hyaluronsäure (Hyaluronan) ist das einzige nicht-sulfatierte Glykosaminoglykan.

3 Überblick

Glykosaminglykan Bestandteile der Disaccharideinheit Vorkommen
Hyaluronan (HA) Glucuronsäure, N-Acetylglucosamin Synovialflüssigkeit, Glaskörper, Nabelschnur
Chondroitin-4-sulfat
(Chondroitinsulfat A)
Glucuronsäure, N-Acetylgalactosamin mit einer Sulfatgruppe an C4 Knorpel, Aorta
Chondroitin-6-sulfat
(Chondroitinsulfat C)
Glucuronsäure, N-Acetylgalactosamin mit einer Sulfatgruppe an C6 Herzklappen
Dermatansulfat
(Chondroitinsulfat B)
Glucuronsäure oder Iduronsäure, N-Acetylgalactosamin mit einer Sulfatgruppe an C4 Haut, Blutgefäße, Herzklappen
Heparin Glucuronsäure oder Iduronsäure, Glucosamin, Uronsäure u. Aminozucker (mit Sulfatgruppen) Lunge, Mastzellen
Heparansulfat (HS) Glucuronsäure oder Iduronsäure, Glucosamin oder N-Acetylglucosamin, Uronsäuren u. Aminozuckern (mit Sulfatgruppen) Basallamina, Epithelienoberfläche
Keratansulfat (KS) Galaktose, N-Acetylglucosamin mit Sulfatgruppen an Galaktose und N-Acetylglucosamin Kornea, Nucleus pulposus, Knorpel

4 Funktion

Glykosaminoglykane haben aufgrund ihrer negativen Ladung die Eigenschaft, Wasser zu binden. Dadurch erhöhen sie den Turgor und die Elastizität der Gewebe oder dienen als biologisches "Schmiermittel". Sie ermöglichen die schnelle Passage von hydrophilen Substanzen, schränken aber gleichzeitig die Fortbewegung von größeren Partikeln (Bakterien) ein.

Tags:

Fachgebiete: Biochemie

Diese Seite wurde zuletzt am 5. Januar 2021 um 09:00 Uhr bearbeitet.

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