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Glykopeptid-Antibiotikum: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Glykopeptid-Antibiotika''' sind  eine Gruppe von [[Antibiotika]], die mit dem Aufbau der [[bakteriell]]en Zellwand interferieren. Sie gelten als so genannte [[Reserveantibiotikum|Reserveantibiotika]], die gegen multiresistente Staphlyococcus aureus-Stämme ([[MRSA]]) sowie [[Antibiotikaresistenz|resistente]] [[Enterokokken]]-Stämme eingesetzt werden und haben daher eine große klinische Bedeutung.
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'''Glykopeptid-Antibiotika''' sind  eine Gruppe von [[Antibiotika]], die mit dem Aufbau der Zellwand [[grampositiv]]er [[Bakterien]] interferieren. Sie gelten als so genannte [[Reserveantibiotikum|Reserveantibiotika]], die gegen multiresistente Staphlyococcus aureus-Stämme ([[MRSA]]) sowie [[Antibiotikaresistenz|resistente]] [[Enterokokken]]-Stämme eingesetzt werden und haben daher eine große klinische Bedeutung.
  
 
==Substanzen==
 
==Substanzen==
Derzeit sind als Glykopeptid-Antibiotika die Wirkstoffe [[Vancomycin]], [[Teicoplanin]] und [[Telavancin]] im Gebrauch. In der klinischen Prüfung befinden sich zur Zeit (2015) folgende Substanzen:
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Derzeit sind als Glykopeptid-Antibiotika die Wirkstoffe [[Vancomycin]], [[Teicoplanin]], [[Telavancin]] und [[Dalbavancin]] im Gebrauch. In der klinischen Prüfung befinden sich zur Zeit (2018) folgende Substanzen:
 
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Vancomycin und Teicoplanin binden Bausteine des [[Murein]]s der bakteriellen [[Zellwand]] (D-Alanyl-D-Alanin-Gruppen). Sie bilden [[Wasserstoffbrückenbindung]]en mit D-[[Alanyl]]-D-[[Alanin]] und blockieren durch sterische Behinderung die [[Transglykolase]] und die [[Transpeptidase]], zwei Enzyme, die für die Zellwandsynthese essentiell sind. Dadurch wird die [[Elongation]] und die Quervernetzung der [[Peptidoglykan | Peptidoglykanketten]] während des [[Zellwand]]aufbaus verhindert. Televancin [[Depolarisation | depolarisiert]] zusätzlich die [[Bakterien | Bakterienmembran]] und stört damit die Membranfunktion.
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Vancomycin und Teicoplanin binden Bausteine des [[Murein]]s der bakteriellen [[Zellwand]]. Sie bilden [[Wasserstoffbrückenbindung]]en mit [[D-Alanyl-D-Alanin]] und blockieren durch sterische Behinderung die [[Transglykolase]] und die [[Transpeptidase]], zwei [[Enzyme]], die für die [[Zellwandsynthese]] essentiell sind. Dadurch wird die [[Elongation]] und die Quervernetzung der [[Peptidoglykan|Peptidoglykanketten]] während des [[Zellwand]]aufbaus verhindert. Televancin [[Depolarisation|depolarisiert]] zusätzlich die [[Bakterien | Bakterienmembran]] und stört damit die Membranfunktion.
  
 
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Die Anwendung von Glykopeptid-Antibiotika sollte zur Vermeidung einer Resistenzentwicklung und aus Kostengründen möglichst auf die [[Problemkeim]]e beschränkt bleiben.  
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Da die Glykopeptid-Antibiotika nach [[oral]]er Gabe im [[Gastrointestinaltrakt]] nicht resorbiert werden, müssen sie bei systemischer Anwendung, zum Beispiel gegen MRSA, [[parenteral]] gegeben werden. Der Umstand der fehlenden [[enteral]]en Resorption kann jedoch bei der Behandlung der [[Pseudomembranöse Colitis|pseudomembranösen Colitis]] mit Vancomycin therapeutisch vorteilhaft ausgenutzt werden.
 
Da die Glykopeptid-Antibiotika nach [[oral]]er Gabe im [[Gastrointestinaltrakt]] nicht resorbiert werden, müssen sie bei systemischer Anwendung, zum Beispiel gegen MRSA, [[parenteral]] gegeben werden. Der Umstand der fehlenden [[enteral]]en Resorption kann jedoch bei der Behandlung der [[Pseudomembranöse Colitis|pseudomembranösen Colitis]] mit Vancomycin therapeutisch vorteilhaft ausgenutzt werden.
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* lokale Reaktionen bei zu schneller i.v.-Gabe: [[Schmerz]], [[Phlebitis]]
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==Quellen==
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* Daene J, Rea MC et al.: [https://www.sciencedirect.com/science/book/9780128023044  The Gut-Brain Axis. Dietary, Probiotic, and Prebiotic Interventions on the Microbiota. Chapter 11 – Long-Term Implications of Antibiotic Use on Gut Health and Microbiota in Populations Including Patients With Cystic Fibrosis.] Edition 2016. Elsevier
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* Reynolds PE: [https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2532132 Structure, biochemistry and mechanism of action of glycopeptide antibiotics.] Eur J Clin Microbiol Infect Dis. 1989 Nov;8(11):943-50.
 +
* Petrosillo N, Granata G, Cataldo MA: [https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29713630 Novel Antimicrobials for the Treatment of Clostridium difficile Infection.] Front Med (Lausanne). 2018 Apr 16;5:96. doi: 10.3389/fmed.2018.00096.
 
[[Fachgebiet:Infektiologie]]
 
[[Fachgebiet:Infektiologie]]
 
[[Fachgebiet:Pharmakologie]]
 
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Aktuelle Version vom 1. Juni 2019, 13:57 Uhr

Synonym: Glykopeptide
Englisch: glycopeptide antibiotic

1 Definition

Glykopeptid-Antibiotika sind eine Gruppe von Antibiotika, die mit dem Aufbau der Zellwand grampositiver Bakterien interferieren. Sie gelten als so genannte Reserveantibiotika, die gegen multiresistente Staphlyococcus aureus-Stämme (MRSA) sowie resistente Enterokokken-Stämme eingesetzt werden und haben daher eine große klinische Bedeutung.

2 Substanzen

Derzeit sind als Glykopeptid-Antibiotika die Wirkstoffe Vancomycin, Teicoplanin, Telavancin und Dalbavancin im Gebrauch. In der klinischen Prüfung befinden sich zur Zeit (2018) folgende Substanzen:

3 Wirkmechanismus

Vancomycin und Teicoplanin binden Bausteine des Mureins der bakteriellen Zellwand. Sie bilden Wasserstoffbrückenbindungen mit D-Alanyl-D-Alanin und blockieren durch sterische Behinderung die Transglykolase und die Transpeptidase, zwei Enzyme, die für die Zellwandsynthese essentiell sind. Dadurch wird die Elongation und die Quervernetzung der Peptidoglykanketten während des Zellwandaufbaus verhindert. Televancin depolarisiert zusätzlich die Bakterienmembran und stört damit die Membranfunktion.

4 Anwendung

Die Anwendung von Glykopeptid-Antibiotika sollte zur Vermeidung einer Resistenzentwicklung und aus Kostengründen möglichst auf die Problemkeime beschränkt bleiben.

Da die Glykopeptid-Antibiotika nach oraler Gabe im Gastrointestinaltrakt nicht resorbiert werden, müssen sie bei systemischer Anwendung, zum Beispiel gegen MRSA, parenteral gegeben werden. Der Umstand der fehlenden enteralen Resorption kann jedoch bei der Behandlung der pseudomembranösen Colitis mit Vancomycin therapeutisch vorteilhaft ausgenutzt werden.

5 Resistenzen

Auch gegen Glykopeptid-Antibiotika entwickeln sich zunehmend Resistenzen. Das ist auf ihren teilweise unkritischen Einsatz (z.B. in Tiernahrung) zurückzuführen. Vor allem Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE) nehmen in Deutschland in letzter Zeit zu. Hier kann als Ausweichmöglichkeit eine Therapie mit Linezolid oder Tigecyclin erfolgen. Quinupristin/Dalfopristin ist ebenfalls möglich, hat aber eine beschränkte Zulassung und wird selten eingesetzt.

6 Gruppenspezifische Nebenwirkungen

7 Quellen

Diese Seite wurde zuletzt am 1. Juni 2019 um 13:57 Uhr bearbeitet.

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