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Gleithoden

Version vom 20. Januar 2019, 12:43 Uhr von Eric Kropf (Diskussion | Beiträge)

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1 Definition

Der Begriff Gleithoden entstammt dem Fachbereich der Urologie und bezeichnet eine Form des Maldescensus testis. Bei dieser Form kommt der Hoden im Leistenkanal zu liegen kann aber, abgrenzend zum Leistenhoden, manuell in das Skrotum verlagert werden. In der Regel rutscht der Hoden dann aber direkt wieder in den Leistenkanal zurück.

2 Hintergrund

Physiologisch kommt es intrauterin bei der Entwicklung des männlichen Fetus zu einem Abstieg des Hodens bis in das Skrotum hinein. Als Führungsstruktur dient hierbei das Gubernaculum testis. Bei der Mehrzahl der Feten sind die Hoden zum Zeitpunkt der Geburt im Skrotum angekommen. Eine Störung dieses Abstiegs kann in einer Fehllage des Hodens, wie z.B. einem Kryptorchismus oder eben einem Gleithoden münden.

Die Ursachen für Störungen im Deszensus des Hodens können vielfältig sein. Mögliche Auslöser sind neben mechanisch-anatomischer Hindernisse, einem gestörten Hormonhaushalt (z.B. Androgenresistenz) oder neurologischer Ursachen auch zum Beispiel der Lebensstil der werdenden Mutter während der Schwangerschaft. So gelten Rauchen, der Genuss von Alkohol oder auch Diabetes mellitus als Risikofaktoren für einen Maldeszensus des Hodens.

3 Klinik

In der Regel sind betroffene Jungen klinisch frei von Symptomen. Bei der körperlichen Untersuchung kann kein Hoden im Skrotum getastet werden. Dieser kann jedoch durch Druck auf den Leistenkanal von cranial-ventral unter Umständen in das Skrotum zurück reponiert werden, rutscht jedoch unmittelbar wieder in den Leistenkanal zurück. Ergänzend kann eine Sonographie und in seltenen Fällen auch eine Laparoskopie diagnostische Sicherheit bringen.

4 Komplikationen

Wie nahezu alle Formen des Maldeszensus testis birgt auch das Vorliegen eines Gleithodens das Risiko einer späteren Infertilität der betroffenen Person. Grund dafür sind die erhöhten Temperaturen im Bauchraum, welche die Spermiogenese behindern. Weiterhin steigt auch das Risiko für das Entstehen eines Hodenkarzinoms erheblich an.

5 Therapie

Zunächst kann versucht werden über Hormontherapien mit GnRH oder hCG ein nachträglicher Descensus erreicht zu werden. Bleibt dies erfolglos, wird in aller Regel eine Orchidopexie durchgeführt. Hierbei wird nach Ablösen der Fasern des Musculus cremaster der Hoden durch eine Naht im Skrotum fixiert.

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