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Gewöhnliche Mamba

Version vom 31. Juli 2014, 00:04 Uhr von Danny Siwek (Diskussion | Beiträge)

Synonym: Östliche Grüne Mamba
Zoologische Bezeichnung: Dendroaspis angusticeps
Englisch: Common Green Mamba, Eastern Green Mamba

1 Definition

Die Gewöhnliche Mamba ist eine Giftschlange aus der Familie der Giftnattern (Elapidae) und zählt zur Gattung der Mambas (Dendroaspis). Sie kommt im östlichen Afrika südlich des Horns von Afrika vor.

2 Merkmale

Es handelt sich um eine schlank gebaute und dabei dennoch kräftige Schlange von 200 bis 270 cm Gesamtlänge. Der Körper ist einfarbig grün gefärbt, unterseits etwas heller (gelblich). Die Körperschuppen sind glatt. Der Kopf ist relativ schmal und setzt sich nur geringfügig vom Hals ab. Es sind 7-10 Oberlippenschilde, 17-21 Reihen Körperschuppen (Rücken), 201-232 Bauchschilde und 96-126 Schwanzschilde vorhanden.

3 Lebensweise

Der Paarung gehen sogenannte Kommentkämpfe unter den Männchen voraus, bei denen die Tiere sich gegenseitig zu Boden bzw. zur Seite drücken, um ihre Kräfte zu messen; das schwächere Männchen flieht dann in der Regel. Die Gewöhnliche Mamba pflanzt sich durch Oviparie fort, legt also Eier. Die Eiablage erfolgt zwischen Oktober und November (teilweise Dezember). Beim Schlupf messen die Tiere etwa 40 cm. Dendroaspis angusticeps führt eine kletternde Lebensweise in Gebieten mit dichtem Gebüsch (Küstenwald, Wlder, Savannen), bevorzugt in Gewässernähe. Teilweise dringt die Schlange in menschliche Behausungen ein und versteckt sich etwa unter Strohdechern oder in Hütten. Gegenüber dem Menschen ist sie nicht aggressiv, aber sehr scheu. Bei Gefahr ergreift sie stets die Flucht und beißt nur zu, wenn sie in die Enge getrieben wird oder man nach ihr greift. Zum Beutespektrum zählen in erster Linie Vögel und deren Eier sowie kletternde Eidechsen, aber auch Kleinsäuger. Die Beute wird durch einen Giftbiss getötet.

3.1 Giftapparat

Der Giftapparat im Allgemeinen ist typisch für alle Vertreter der Giftnattern, die Ausrichtung der Endigung des Giftkanals in den Fangzähnen ist jedoch ein Charakteristikum der Speikobras:

  • Giftdrüse: evolutionsbiologisch betrachtet eine umgebildete Speicheldrüse, seitlich beiderseits des Schädels, von Muskeln umgeben.
  • Giftkanal, welcher Giftdrüse und Giftzähne verbindet.
  • Giftzähne (Fangzähne): beiderseits im vorderen Oberkiefer befindlich. Sie sitzen fest und sind nicht beweglich. Sie besitzen einen Giftkanal, über welchen das Gift im Falle eines Bisses injiziert wird.

4 Toxikologie

Das Toxingemisch von Dendroaspis angusticeps weist neurotoxische und kardiotoxische Eigenschaften auf. AntikoagulativeEffekte sind vorhanden, treten im Vergiftungsbild jedoch in den Hintergrund. Folgende Substanzen wurden unter anderem nachgewiesen:

Die Giftmenge eines Bisses liegt zwischen 60 und 95 mg (Trockengewicht). Zur mittleren Letaldosis des Giftsekretes liegen unterschiedliche Angaben vor, Spawls et al. (1995) geben 1,3 mg/kg an.

4.1 Symptome

Nach einem Giftbiss treten lokale Symptome wie Schmerzen, Schwellung, Erythem oder Juckreiz auf. Unter Umständen entfallen lokale Symptome, was jedoch nicht bedeuten muss, dass kein Gift appliziert wurde! Es kommt im weiteren Verlauf zu unspezifischen Beschwerden wie Schwitzen, Salivation, Übelkeit, Emesis, Kopfschmerzen, Diarrhoe, Vertigo, Abdominalschmerze, Krämpfe, Tachykardie und Hypotonie bis hin zum Schock. Die neurotoxische Komponente bewirkt eine fortschreitende Paralyse, die zu einer peripheren Atemlähmung mit letalem Ausgang führen kann. Der Tod kann unbehandelt innerhalb weniger Stunden eintreten, in Ausnahmefällen binnen einer halben Stunde.

4.2 Komplikationen

4.3 Therapie des Giftbisses

  • Das Bissopfer muss Ruhe bewahren und die Bissstelle ist ruhig zu halten. Nach sofortiger Alarmierung des Notarztes sollte der Patient liegend in das nächstgelegene Krankenhaus transportiert werden.
  • Kompressionsmethode ist anzuwenden, um die Distribution der Toxine zu verzögern!
  • Die Möglichkeit der künstlichen Beatmung ist sicherzustellen.
  • Maßnahmen zur Vermeidung einer Sepsis treffen (ggf. Antibiotika). Tetanusprophylaxe
  • Weitere Maßnahmen dienen der symptomatischen Therapie. Ggf. Infusion mit 0,9%iger Kochsalzlösung.
  • Antivenine: Allgemein gilt, dass der Einsatz von Antiveninen nur in Rücksprache mit einer Giftnotruf-Zentrale und nach gründlicher Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen sollte. Allerdings ist das Gift von Dendroaspis angusticeps schnell wirksam und die Letalität ohne Gegenmaßnahmen hoch. Demnach fällt die Nutzen-Risiko-Bewertung in Anbetracht des potentiellen Risikos zugunsten des Nutzens aus und die Anwendung des Antiserums sollte rasch erfolgen. Folgende Präparate stehen beispielsweise zur Verfügung:
    • SAIMR Polyvalent Antivenom (South African Vaccine Producers)
    • Antivipmyn Africa (Instituto Bioclon)

5 Medizinische Nutzung

  • Dendrotoxine wurden zur Erforschung von Ionenkanälen und mit ihnen in Verbindung stehenden Proteinen eingesetzt.
  • Mambalgine stehen im Mittelpunkt einiger Forschungsarbeiten zur Entwicklung stark wirksamer Analgetika. Mambalgine treten nicht mit Opioidrezeptoren in Wechselwirkung. Somit sind Abhängigkeits- und Missbrauchspotential geringer als bei Opioiden. Auch Nebenwirkungen wie Atemdepressionen fallen bei Mambalginen weg.
  • Fasciculine könnten zur Entwicklung neuer Antidementiva führen.

6 Literatur

  • O'Shea: Giftschlangen - Alle Arten der Welt in ihren Lebensräumen, Kosmos Verlag, 2006.

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