Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Gestagentest: Unterschied zwischen den Versionen

 
(2 dazwischenliegende Versionen von einem anderen Benutzer werden nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
'''''Englisch''': progestin challenge test''
+
'''''Englisch''': progestogen challenge test, progesterone withdrawal test, progestin challenge test''
  
 
==Definition==
 
==Definition==
Der [[Gestagentest]] wird in der [[Gynäkologie]] bei [[Oligomenorrhö|Oligo-]] bzw. [[Amenorrhö]] durchgeführt. Durch diesen Test wird die [[Ovar]]funktion untersucht.  
+
Der [[Gestagentest]] wird in der [[Gynäkologie]] bei [[Oligomenorrhö|Oligo-]] bzw. [[Amenorrhö]] durchgeführt. Er dient der Beurteilung der endogenen [[Östrogen]]aktivität und wird inzwischen (2020) aufgrund der Möglichkeit von gezielten [[Hormon]]analysen nur noch selten durchgeführt.  
 +
 
 +
==Indikationen==
 +
* Amenorrhö: nach Ausschluss einer [[Schwangerschaft]] und frühestens nach einer Amenorrhö von 8 Wochen
 +
* [[Endometriumhyperplasie]]
  
 
==Durchführung==  
 
==Durchführung==  
Beim Gestagentest wird der Patientin für 10 Tage eine ausreichende [[Gestagen]]dosis (z.B. Dydrogesteron 10-20 mg/d, Norethisteron 5mg/d) verabreicht. Das Absetzen von Gestagen nach dem 10. Tag soll im Normalfall binnen 3 bis 5 Tagen zu einer [[uterin]]en Abbruchblutung führen.
+
Beim Gestagentest erfolgt eine zehntätige [[oral]]e Einnahme eines [[Gestagen]]präparats (z.B. [[Dydrogesteron]] 10 mg/d, [[Medroxyprogesteronacetat]] 10 mg/d). Vor dem Test sind anatomische Ursachen der Amenorrhö (z.B. [[Hymenalatresie]], [[Uterusaplasie]]) auszuschließen.  
 
+
Während die Östrogene eine [[Uterus]]vergrößerung und eine [[Proliferation]] der [[Endometrium]]s bewirken, führen die Gestagen zur sekretorischen Transformation des Endometriums und bewirken [[schwangerschaft]]serhaltende Wirkungen. Eine Abbruchblutung nach dem Gestagenentzug in diesem Test setzt eine normale und regelrechte Proliferation des Endometriums durch Östrogene voraus.
+
  
 
==Interpretation==
 
==Interpretation==
Kommt es nach dem Absetzen der Gestagene binnen 3 bis 5 Tage zu einer uterinen Blutung, deutet dies auf eine normale Proliferation des Endometriums durch Östrogene und somit auf regelrecht funktionierende Ovarien hin. In diesem Fall gilt der Gestagentest als '''positiv'''. Die Ursache einer Amenorrhö liegt in der fehlenden Gestagenbildung, meist aufgrund von Störungen der Hypothalamus-Hypophysen-Achse. Anschließend kann ein Clomifentest durchgeführt werden. Ist gleichzeitig der LH-Serumspiegel erhöht, erschein ein polyzystisches Ovarsyndrom wahrscheinlich.
+
* positiver Gestagentest: 2-7 Tage nach Absetzen des Gestagens tritt eine [[Entzugsblutung]] auf.
 +
* negativer Gestangetest: keine Entzugsblutung
  
Tritt nach dem Absetzen von Gestagen keine uterine Blutung auf, liegt eine gestörte Entwicklung des Endometriums vor. Hier gilt der Gestagentest als '''negativ'''. Ursächlich für die Amenorrhö sind Funktionsstörungen der Ovarien (z.B. eine Ovarialinsuffizenz) oder uterine Störungen (z.B. Uterushypoplasie). Anschließend kann ein Östrogen-Gestagen-Test zur Differenzierung beitragen.  
+
Bei positivem Gestagentest besteht eine endogene Östrogenproduktion, die zur [[Proliferation]] des [[Endometrium]]s geführt hat. Jedoch ist die Östrogenproduktion nicht ausreichend, um einen suffizienten [[Follikel]] sowie ein [[Corpus luteum]] zu bilden, welches über seine [[Progesteron]]produktion das Endometrium sekretorisch [[Sekretionsphase|transformiert]] und eine regelrechte Abbruchblutung ermöglicht. Anschließend kann die [[hypothalamisch]]-[[hypophysär]]e Funktion z.B. mittels [[Clomifentest]] untersucht werden. Eine organische Obstruktion ist bei positivem Gestagentest ausgeschlossen.
  
==Indikationen==
+
Bei negativem Gestagentest ist die endogene Östrogenproduktion nicht ausreichend, um eine Proliferation des Endometriums zu bewirken. Grundsätzlich ist auch eine nicht entdeckte anatomische Obstruktion möglich. In diesem Fall kann ein [[Östrogen-Gestagen-Test]] notwendig sein. In anderen Fällen ist an eine hypothalamisch-hypophysäre oder [[ovariell]]e Dysfunktion zu denken. 
* Amenorrhö
+
* [[Endometriumhyperplasie]]
+
  
 
==Kontraindikation==
 
==Kontraindikation==
* Schwangerschaft  
+
* [[Schwangerschaft]]
* Kindesalter (< 14 Jahre)
+
* Alter < 14 Jahre
 
* [[Lebererkrankung]]en
 
* [[Lebererkrankung]]en
 
* erhöhtes [[Thromboserisiko]]
 
* erhöhtes [[Thromboserisiko]]
Zeile 29: Zeile 30:
 
* Nancy A. Curosh, Secondary Amenorrhea, Editor(s): Stuart B. Mushlin, Harry L. Greene, Decision Making in Medicine (Third Edition), Mosby, 2010, Pages 582-583, ISBN 9780323041072
 
* Nancy A. Curosh, Secondary Amenorrhea, Editor(s): Stuart B. Mushlin, Harry L. Greene, Decision Making in Medicine (Third Edition), Mosby, 2010, Pages 582-583, ISBN 9780323041072
 
[[Fachgebiet:Gynäkologie]]
 
[[Fachgebiet:Gynäkologie]]
 +
[[Tag:Amenorrhö]]
 +
[[Tag:Gestagen]]
 +
[[Tag:Hormon]]
 +
[[Tag:Progesteron]]
 
[[Tag:Testdiagnostik]]
 
[[Tag:Testdiagnostik]]
 +
[[Tag:Östrogen]]

Aktuelle Version vom 28. April 2020, 23:40 Uhr

Englisch: progestogen challenge test, progesterone withdrawal test, progestin challenge test

1 Definition

Der Gestagentest wird in der Gynäkologie bei Oligo- bzw. Amenorrhö durchgeführt. Er dient der Beurteilung der endogenen Östrogenaktivität und wird inzwischen (2020) aufgrund der Möglichkeit von gezielten Hormonanalysen nur noch selten durchgeführt.

2 Indikationen

3 Durchführung

Beim Gestagentest erfolgt eine zehntätige orale Einnahme eines Gestagenpräparats (z.B. Dydrogesteron 10 mg/d, Medroxyprogesteronacetat 10 mg/d). Vor dem Test sind anatomische Ursachen der Amenorrhö (z.B. Hymenalatresie, Uterusaplasie) auszuschließen.

4 Interpretation

  • positiver Gestagentest: 2-7 Tage nach Absetzen des Gestagens tritt eine Entzugsblutung auf.
  • negativer Gestangetest: keine Entzugsblutung

Bei positivem Gestagentest besteht eine endogene Östrogenproduktion, die zur Proliferation des Endometriums geführt hat. Jedoch ist die Östrogenproduktion nicht ausreichend, um einen suffizienten Follikel sowie ein Corpus luteum zu bilden, welches über seine Progesteronproduktion das Endometrium sekretorisch transformiert und eine regelrechte Abbruchblutung ermöglicht. Anschließend kann die hypothalamisch-hypophysäre Funktion z.B. mittels Clomifentest untersucht werden. Eine organische Obstruktion ist bei positivem Gestagentest ausgeschlossen.

Bei negativem Gestagentest ist die endogene Östrogenproduktion nicht ausreichend, um eine Proliferation des Endometriums zu bewirken. Grundsätzlich ist auch eine nicht entdeckte anatomische Obstruktion möglich. In diesem Fall kann ein Östrogen-Gestagen-Test notwendig sein. In anderen Fällen ist an eine hypothalamisch-hypophysäre oder ovarielle Dysfunktion zu denken.

5 Kontraindikation

6 Literatur

  • Lord M, Sahni M. Amenorrhea, Secondary, StatPearls [Internet]. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing; 2020 Jan, abgerufen am 22.04.2020
  • Nancy A. Curosh, Secondary Amenorrhea, Editor(s): Stuart B. Mushlin, Harry L. Greene, Decision Making in Medicine (Third Edition), Mosby, 2010, Pages 582-583, ISBN 9780323041072

Diese Seite wurde zuletzt am 28. April 2020 um 23:40 Uhr bearbeitet.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Letzte Autoren des Artikels:

1 Wertungen (4 ø)

4.330 Aufrufe

Copyright ©2022 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: