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Gelenkknorpel

Version vom 25. April 2017, 13:49 Uhr von Daniel Wessling (Diskussion | Beiträge)

Synonym: Cartilago articularis
Englisch: articular cartilage

1 Definition

Der Gelenkknorpel ist das Knorpelgewebe, das die Gelenkflächen aller echten Gelenke (Diarthrosen) überzieht. Er verbindet zwei Knochenstücke

2 Histologie

Der Gelenkknorpel ist hyaliner Knorpel, der fest mit dem darunter liegenden Knochen verbunden ist. Die mittlere Dicke der Knorpelschicht variiert in den verschiedenen Gelenken je nach Größe und Belastungsintensität zwischen 0,5 (Interphalangealgelenk) und 5 mm (Kniegelenk). Die Oberfläche des Gelenkknorpels wird von der Gelenkflüssigkeit (Synovia) bedeckt.

2.1 Schichtung

Aufgrund der Vorstellung der Anordnung der Kollagenfibrillen im Gelenkknorpel, kann diese in 4 Schichten unterteilt werden. Die Anordnung der Kollagenfibrillen wird dabei als arkardenartig bezeichnet, da die Fibrillen von der Tiefe des Knochens in Richtung Gelenkoberfläche aufsteigen und erst kurz vor dieser umbiegen, um dann ein Stück nahezu parallel zur Oberfläche zu verlaufen und dann aber ein zweites Mal umzubiegen und wieder in die Tiefe zu ziehen. Die Zoneneinteilung erfolgt vom Gelenkspalt hin zum Knochen wie folgt:

Schicht I: Tangentialzone Die Kollagenfibrillen verlaufen hier annährend tangential zur Oberfläche und können hier Zugspannung abfangen. Auch die Chondrozyten liegen hier parallel zur Oberfläche ausgerichtet und sezernieren eine kollagenreiche Matrix.

Schicht II: Übergangszone In der Übergangszone biegen die Kollagenfibrillen um. Die von knochenwärts kommenden Fibrillen biegen in einen tangentialen Verlauf und umgekehrt. So entsteht der Arkardenverlauf der Fibrillen. Die Chondrozyten imponieren rundlicher als zuvor und liegen vermehrt in Gruppen.

Schicht III: Radiärzone In der Radiärzone verlaufen die Kollagenfibrillen nun genau senkrecht zur Gelenkoberfläche. Sie ziehen vom Knochen in einem geradlinigen Verlauf zur Gelenkoberfläche. In dieser Schicht findet sich ein sehr hoher Proteoglykangehalt.

Schicht IV: Mineralisierungszone Zwischen der Radiärzone und der Mineralisierungszone befindet sich eine so genannte Grenzlinie. Diese zeigt eine deutliche Färbung die möglicherweise auf dem hohen Proteoglykangehalt in Bereich der Linie beruht. Die Mineralisierungszone selbst ist eine Übergangszone vom hyalinen zum subchondralen Knochen in den die Kollagenfibrillen auch einstrahlen.

3 Aufgabe

Der Gelenkknorpel sorgt für eine glatte Oberfläche der Gelenkenden und damit für eine reibungsarme Beweglichkeit der Gelenke. Darüber hinaus dient er durch seine Druckelastizität der Stoßdämpfung. Er kann Kräfte aufnehmen, die mehr als dem 5 bis 7fachen des Körpergewichts entsprechen.

Fachgebiete: Histologie

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