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Gefahrenschema

Version vom 13. Dezember 2018, 16:54 Uhr von Dr. med. dent. Cornelia Fietz (Diskussion | Beiträge)

Synonyme: Gefahrengruppen, AAAACEEEE-Regel, 4A-1C-4E-Regel

1 Definition

Das Gefahrenschema dient der vereinfachten Erfassung und Beurteilung der Gefahrenlage an Einsatzstellen des Rettungsdienstes oder anderen BOS.

2 Gefahrenschema

Als Merkhilfe kann die 4A-1C-4E-Regel dienen.

  • Atemgifte
  • Ausbreitung
  • Angstreaktion / Panik
  • Atomare Strahlung / ionisierende Strahlung
  • Chemische Stoffe / Gefahren
  • Erkrankung / Verletzung
  • Explosion
  • Einsturz
  • Elektrizität

3 4A

3.1 Atemgifte

Atemgifte treten vor allem bei Bränden und Gefahrstoffeinsätzen aber auch unerwartet auf, z.B. bei Suiziden. Besondere Bedeutung hat das farb- und geruchslose Kohlenmonoxid (CO). In vielen Rettungsdienstbereichen werden aus diesem Grund sogenannte CO-Warner verwendet. Weitere Anzeichen für das Vorhandensein von Atemgiften sind

Werden Atemgifte vermutet, muss eine Bergung des Patienten durch die Feuerwehr erfolgen.

3.2 Ausbreitung

"Ausbreitung" steht für die Möglichkeit, dass sich Gefahrenquellen wie Feuer, Rauch, Gase/Dämpfe oder Krankheitserreger im Rahmen des Rettungseinsatzes auf ein größeres Areal verteilen oder sich der Kreis der betroffenen Personen erweitert. In bestimmten Fällen kann eine drohende Ausbreitung den Rückzug der Rettungskräfte notwendig machen.

3.3 Angstreaktion

Unter "Angstreaktionen" versteht man Kurzschlusshandlungen und Panik von Menschen oder Tieren, bemerkbar durch Verhaltensauffälligkeiten wie

3.4 Atomare Strahlung

Atomare Strahlung kann mit den menschlichen Sinnen nicht wahrgenommen werden - es ist auf entsprechende Kennzeichnungen von Strahlenquellen zu achten. Im Zweifelsfall sollte man bis zur Messung der Radioaktivität durch die Feuerwehr ausreichenden Abstand halten.

4 1C

4.1 Chemische Stoffe

Mit Chemischen Stoffe sind Chemikalien gemeint, die eine erhebliche Gesundheits- und Umweltgefahr darstellen können. Sie können sowohl anhand ihrer Kennzeichnung (Gefahrentafel, GHS-Symbole) ausgemacht werden als auch durch

  • Anzeige auf Messgeräten
  • Physiologische Auswirkungen
  • Geruch
  • Schadstoffwolke

Bei Verdacht auf Chemikalienaustritt ist die Feuerwehr hinzuzuziehen.

5 4E

5.1 Erkrankung

Besonders Erkrankungen, von denen eine Infektionsgefahr ausgeht, bedürfen besonderer Schutzmaßnahmen. Ansonsten sind Erkrankungen z.B. nach dem ABCDE-Schema zu erkennen und zu behandeln, um eine Gefahr für den Patienten abzuweden.

5.2 Explosion

Unter Explosion versteht man eine spontane, heftige Reaktion unter Energiefreisetzung durch

  • Freisetzung brennbarer Gase und Dämpfe
  • Aufwirbeln von Stäuben
  • Erhitzte Spraydosen, Druckgasflaschen, Behälter
  • Falsche Anwendung von Löschmitteln

5.3 Einsturz

Bei Einsturzgefahr sollte der gefährdete Bereich inklusive des sogenannten Trümmerschattens nicht betreten werden. Im rettungsdienstlichen Alltag nehmen allerdings auch instabile Bereiche, wie zum Beispiel der Innenraum eines verunfallten PKW, eine herausgehobene Stellung ein, die nicht vor Sicherung durch die Feuerwehr betreten werden sollten.

5.4 Elektrizität

Elektrizität stellt eine unscheinbare aber potentiell tödliche Gefahr dar. Sie kann erkannt werden durch

  • Abgerissene Stromkabel
  • Schmorende Kabel
  • Knistern
  • Funkenbildung
  • Geschmolzene/defekte Isolierung
  • Beschilderung
  • noch in Betrieb befindliche elektrische Geräte
  • Oberleitungen an Bahnübergängen
  • "E" am Ende von Autokennzeichen
  • unwillkürliche Muskelkontraktionen

Vor Tätigkeiten am Patienten ist für Spannungsfreiheit zu sorgen, hierfür sind unter Umständen Fachkräfte (Stadtwerke, Notfallmanager der Deutschen Bahn) erforderlich.

6 Quellen

Knorr, KH (2010). "Die Gefahren der Einsatzstelle (Fachbuchreihe Brandschutz)". Kohlhammer 8.Auflage. 

Wikipedia

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Fachgebiete: Notfallmedizin

Diese Seite wurde zuletzt am 13. Dezember 2018 um 16:54 Uhr bearbeitet.

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