Bitte logge Dich ein, um diesen Artikel zu bearbeiten.
Bearbeiten

Gallenkolik

Version vom 28. August 2005, 18:21 Uhr von Janina Barth (Diskussion | Beiträge)

(Unterschied) « Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version » (Unterschied)

1 Definition

Als Gallenkolik werden die typischen Beschwerden einer symptomatischen Cholelithiasis bezeichnet.

2 Ätiologie

Ausgelöst wird sie meist durch die Einklemmung eines Gallensteins bei der Passage des Ductus cysticus. Einen weiteren kritischen Punkt bei dem Durchtritt kleinerer Konkremente aus der Gallenblase in Richtung Duodenum stellt die Papilla Vateri dar. Diese kann durch verschiede Mechanismen (Spasmen, morphologische Veränderungen...) verengt sein und so zur Einklemmung der Konkremente führen.

3 Symptome & Differentialdiagnosen

Es kommt rezidivierend zu Kolikschmerzen, die zwischen 15 Minuten und 5 Stunden andauern, bevorzugt im rechten und mittleren Oberbauch lokalisiert sind und in Rücken sowie rechte Schulter ausstrahlen können. Begleitet werden die Schmerzen unter Umständen von Brechreiz, Aufstoßen und einem flüchtigen Ikterus. Als Differentialdiagnosen muß man Erkrankungen des Magens und Duodenums, Pankreatitis, sowie Myokardinfarkt und Lungenembolie in Betracht ziehen und als Schmerzursache ausschließen.

4 Therapie

Bei leichten Koliken kann mit Nitroglyzerin (Nitrolingual&reg) 0,8 - 1,6 mg und Butylscopolamin (Buscopan&reg) behandelt werden.

Schwere Koliken werden mittels eines starken Analgetikums, z.B. 50mg Pethidin (Dolantin&reg) und 20mg Butylscopolamin therapiert. Sollte der Verdacht auf eine infektiöse Gallenwegserkrankung bestehen, ist eine Antibiotikatherapie indiziert. Hierbei bieten sich Fluorchinolone oder Aminopenicillin + &beta -Lactamase-Hemmer bei Infektionen durch E.coli und Enterokokken (häufigste Erreger), bzw. zusätzlich Metronidazol bei Verdacht auf Anaerobier an.

Die Patienten sollten für mindestens 24h Nahrungskarenz einhalten und im Anschluß daran eine "gallenblasenfreundliche" Diät beginnen. Diese beinhaltet u.a. den Verzicht auf fette und gebratene Speisen.

Bei wiederholten oder sehr schweren Koliken muß frühzeitig an eine elektive Cholecystektomie gedacht werden.

CAVE Auch bei stärksten Schmerzen darf man Morphinderivate (außer Pethidin) nicht einsetzen, da diese zu Spasmen des Sphincter Oddi führen können und so die Symptomatik verschlimmern!!!

Diese Seite wurde zuletzt am 28. August 2005 um 18:21 Uhr bearbeitet.

Um diesen Artikel zu kommentieren, melde Dich bitte an.

Klicke hier, um einen neuen Artikel im DocCheck Flexikon anzulegen.

Artikel wurde erstellt von:

Letzte Autoren des Artikels:

17 Wertungen (3.06 ø)

88.169 Aufrufe

Hast du eine allgemeine Frage?
Hast du eine Frage zum Inhalt?
Copyright ©2020 DocCheck Medical Services GmbH | zur mobilen Ansicht wechseln
DocCheck folgen: