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Gallenkolik

Version vom 28. August 2005, 19:17 Uhr von Dr. Frank Antwerpes (Diskussion | Beiträge)

Engllisch: gall bladder colic

1 Definition

Als Gallenkolik werden die typischen Beschwerden einer symptomatischen Cholelithiasis bezeichnet.

2 Ätiologie

Die Gallenkolik wird meist durch die Einklemmung eines Gallensteins bei der Passage des Ductus cysticus ausgelöst. Einen weiteren kritischen Punkt bei dem Durchtritt kleinerer Konkremente aus der Gallenblase in Richtung Duodenum stellt die Papilla Vateri dar. Diese kann durch verschiedene Mechanismen (Spasmen, morphologische Veränderungen, usw.) verengt sein und so zur Einklemmung der Konkremente führen.

3 Symptome

Das Leitsymptom der Gallenkolik sind rezidivierende Kolikschmerzen, die zwischen 15 Minuten und 5 Stunden andauern können. Sie sind bevorzugt im rechten und mittleren Oberbauch lokalisiert und können in Rücken sowie in die rechte Schulter ausstrahlen. Begleitet werden die Schmerzen unter Umständen von Brechreiz, Aufstoßen und einem flüchtigen Ikterus.

4 Differentialdiagnosen

Als Differentialdiagnosen muss man Erkrankungen des Magens und Duodenums, eine Pankreatitis, sowie Myokardinfarkt und Lungenembolie in Betracht ziehen und als Schmerzursache ausschließen.

5 Therapie

Leichte Koliken können mit Nitroglyzerin 0,8 - 1,6 mg und Butylscopolamin behandelt werden.

Schwere Koliken werden mit einem starken Analgetikum, z.B. mit 50 mg Pethidin und 20 mg Butylscopolamin therapiert. Sollte der Verdacht auf eine infektiöse Gallenwegserkrankung bestehen, ist eine Antibiotikatherapie indiziert. Bei Infektionen durch Escherichia coli oder Enterokokken (häufigste Erreger) bieten sich Fluorchinolone oder Aminopenicillin in Kombination mit beta-Lactamase-Hemmern an. Bei Verdacht auf Anaerobier wird Metronidazol eingesetzt.

Die Patienten sollten für mindestens 24 Stunden eine Nahrungskarenz einhalten und im Anschluß daran eine "gallenblasenfreundliche" Diät beginnen. Diese beinhaltet den Verzicht auf alle Speisen, die die Motilität des Gallengangssystems anregen, vor allem auf fette und gebratene Speisen.

Bei wiederholten oder sehr schweren Koliken muß frühzeitig an eine elektive Cholecystektomie gedacht werden.

Cave: Auch bei stärksten Schmerzen darf man Morphinderivate (außer Pethidin) nicht einsetzen, da diese zu Spasmen des Musculus sphincter oddi führen können und so die Symptomatik verschlimmern.

Diese Seite wurde zuletzt am 28. August 2005 um 19:17 Uhr bearbeitet.

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