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Galanin

Version vom 22. Dezember 2017, 16:02 Uhr von Ina van Elk (Diskussion | Beiträge)

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Englisch: galanin

1 Definition

Galanin ist ein im zentralen und peripheren Nervensystem vorkommendes Neuropeptid, welches vorrangig and der Inhibition und Modulation neuronaler Aktionspotenziale beteiligt ist.

2 Entdeckung

Das Neuropeptid wurde erstmals 1978 von Professor Viktor Mutt und seinen Kollegen aus dem Dünndarm eines Schweins isoliert. Hierzu verwendeten sie ein Assay, welches das Alanin am C-Terminus des Peptids erkannte. 1983 gelang dem Team auch die Strukturanalyse von Galanin.

3 Eigenschaften

3.1 Vorkommen

Galanin befindet sich hauptsächlich im zentralen Nervensystem und dem Gastrointestinal-Trakt. Im ZNS ist die höchste Konzentration des Neuropeptids in den Neuronen des Locus coeruleus zu finden. Zusätzlich wird Galanin im dorsalen Raphekern, in Rückenmarksneuronen, in Teilen des limbischen Systems, im Nucleus paraventricularis und im Nucleus supraopticus synthetisiert. Im Gastrointestinal-Trakt kommt Galanin überwiegend im Duodenum, aber auch im Magen und im Dünn- und Dickdarm vor.

3.2 Synthese

Bei Galanin handelt es sich um ein aus 29 Aminosäuren (bei Menschen sind es 30 Aminosäuren) bestehendes Peptid, welches aus einem Vorläuferpeptid entsteht. Das Galanin-Gen GAL befindet sich bei Menschen auf dem Genlocus 11q13.3. Die Gensequenz ist unter Säugetieren hoch konserviert und zeigt eine 85%ige Übereinstimmung zwischen Ratten, Mäusen, Schweinen, Rindern und Menschen. Dabei sind die ersten 15 N-terminalen Aminosäuren identisch, bei den verbleibenden Aminosäuren gibt es jedoch Abweichungen.

3.3 Rezeptorvermittlung

Galanin vermittelt über drei verschiedene Rezeptortypen, GALR1, GALR2 und GALR3. Dabei handelt es sich bei allen drei Typen um G-Protein-gekoppelte Rezeptoren, welche sich ebenfalls in den verschiedenen Strukturen des ZNS nachweisen lassen. Eine Aktivierung der Rezeptoren bewirkt meist eine Hyperpolarisation und damit Inhibition des Neurons. Über diese Rezeptoren kann das Neuropeptid auch das Hormonsystem steuern, indem die Freisetzung von Prolactin, LH und Somatotropin steuert. Galanin ist deshalb an verschiedenen Prozessen beteiligt, wie zum Beispiel:

4 Klinische Relevanz

Das Neuropeptid wurde schon mit einer Vielzahl an Erkrankungen in Verbindung gebracht, darunter:

4.1 Alzheimer-Krankheit

Ein Merkmal der späteren Stadien einer Alzheimer-Erkrankung ist unter anderem das übermäßige Vorkommen von Galanin und eine erhöhte Expression der Galanin-Rezeptoren. Der Grund hierfür ist jedoch noch nicht klar.

4.2 Epilepsie

Galanin wirkt im Hippocampus als Inhibitor für Glutamat, aber nicht für GABA. Das bedeutet, dass Galanin die Krampfschwelle erhöhen und damit als Antikonvulsivum agieren kann.

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